Strompreisentwicklung: Wie sich der Strompreis entwickelt und was ihn treibt
Der Strompreis für Haushalte ist seit 2021 durch Krise, Deckel und Reform gegangen – und hat sich zuletzt wieder beruhigt. Hier findest du die Entwicklung der letzten zehn Jahre, die aktuelle Preiszusammensetzung und die Faktoren, die deinen nächsten Abschlag beeinflussen.
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Kurz gesagt: Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis lag 2026 laut BDEW bei rund 37,0 Cent pro Kilowattstunde – niedriger als in den Krisenjahren 2022 und 2023, aber weiterhin deutlich über dem Niveau vor 2021. Getrieben wird der Preis heute weniger vom Krieg in der Ukraine als von Netzentgelten, CO2-Preis und Abgaben; die EEG-Umlage ist seit Juli 2022 weggefallen, die Strompreisbremse lief bis April 2024. Wer seinen Vertrag seit über einem Jahr nicht geprüft hat, zahlt häufig mehr als nötig.
Wie sich diese 37,0 Cent aufteilen und warum daneben ein amtlicher Wert von 40,55 Cent kursiert, erklärt der Ratgeber Strompreis pro kWh 2026.
Strompreisentwicklung 2026: Was den Preis bestimmt
Die Strompreisentwicklung 2026 wird vor allem durch den Strommarkt, die Höhe der Netzentgelte und staatliche Preisbestandteile geprägt. Für private Haushalte in Deutschland zählt deshalb nicht nur der aktuelle Strompreis, sondern auch der eigene Stromverbrauch: Jede Kilowattstunde Strom wirkt direkt auf die Stromkosten.
Die Entwicklung der Strompreise verläuft nicht gleichmäßig. Preise an der Strombörse reagieren kurzfristig auf Nachfrage, Gaspreise und erneuerbare Energien; Stromtarife für Verbraucher ändern sich meist verzögert. Wer flexibel vergleichen kann, findet daher nicht automatisch bundesweit denselben günstigen Preis.
Das Wichtigste in Kürze
- Aktueller Schnitt: rund 37,0 ct/kWh für Haushaltskunden im Jahresverlauf 2026, leicht rückläufig gegenüber den beiden Vorjahren.
- Höchststand 2023: mit rund 47 ct/kWh markierte 2023 den bisherigen Spitzenwert, ausgelöst durch die Energiekrise nach 2021.
- Drei große Eingriffe: EEG-Umlage-Wegfall (Juli 2022), Strompreisbremse (Januar 2023 bis April 2024) und ein Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten wirken seither auf den Preis.
- Kein Fixpreis: Netzentgelte, Umlagen und Steuern unterscheiden sich je Netzgebiet und Anbieter – der Bundesdurchschnitt ist nur eine Orientierung.
Strompreis-Entwicklung seit 2016
Der Strompreis für Haushalte in Deutschland war über viele Jahre vergleichsweise stabil und stieg erst mit der Energiekrise ab 2021 sprunghaft an. Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung des durchschnittlichen Haushaltsstrompreises je Kilowattstunde:
| Jahr | Ø Strompreis (ct/kWh) |
|---|---|
| 2016 | 29,75 |
| 2017 | 30,36 |
| 2018 | 30,33 |
| 2019 | 31,18 |
| 2020 | 32,25 |
| 2021 | 32,84 |
| 2022 | 46,27 |
| 2023 | 47,01 |
| 2024 | 40,22 |
| 2025 | 39,8 |
| 2026 | 37,0 |
Zwischen 2016 und 2021 stieg der Preis moderat um rund drei Cent je Kilowattstunde. Mit dem Ausfall russischer Gaslieferungen und den daraus folgenden Preissprüngen an den Energiemärkten kletterte der Durchschnittspreis 2022 und 2023 auf über 46 Cent – ein Anstieg von rund 40 Prozent gegenüber 2021. Seit 2024 sinkt der Preis wieder leicht, bleibt aber deutlich über dem Vorkrisenniveau. Die Werte für 2016 bis 2026 stammen von strom-report.com; der aktuelle Wert 2026 ist zusätzlich durch die BDEW-Strompreisanalyse belegt.
Woraus sich der Strompreis zusammensetzt
Der Preis, den du je Kilowattstunde zahlst, setzt sich aus drei großen Blöcken zusammen. Laut BDEW-Strompreisanalyse lagen die Anteile 2026 wie folgt:
rund 15,2 ct/kWh (ca. 41 % des Gesamtpreises) – Einkauf der Energie am Großhandelsmarkt, Vertriebskosten und Marge des Lieferanten.
rund 9,2 ct/kWh (ca. 25 % des Gesamtpreises) – Nutzung der Strom- und Verteilnetze, reguliert von der Bundesnetzagentur, regional unterschiedlich.
rund 12,6 ct/kWh (ca. 34 % des Gesamtpreises) – Stromsteuer, Konzessionsabgabe, Umsatzsteuer sowie verbliebene Umlagen wie die KWKG-Umlage.
Beschaffung und Vertrieb bleiben damit der größte Einzelposten, gefolgt von Steuern und Abgaben sowie den Netzentgelten. Anders als in den Krisenjahren ist der staatlich regulierte Anteil heute nicht mehr der Haupttreiber für Preisunterschiede zwischen Anbietern – das ist vor allem der Beschaffungspreis.
Ganter Spezial-Tipp
Vergleiche nie nur den Gesamtpreis, sondern auch, wie hoch der Arbeitspreis im Verhältnis zur Grundgebühr ist. Bei niedrigem Verbrauch lohnt sich oft ein Tarif mit geringerer Grundgebühr, auch wenn der Arbeitspreis minimal höher liegt.Was den Preis aktuell treibt
Der Strompreis hängt nicht an einer einzelnen Ursache, sondern an mehreren Faktoren, die sich gegenseitig verstärken oder abschwächen können:
Großhandelspreise an der StrombörseDer Preis an der Börse folgt dem sogenannten Merit-Order-Prinzip: Das teuerste noch benötigte Kraftwerk bestimmt den Preis für alle Anbieter in der jeweiligen Stunde.
MarktpreisCO2-Preis nach dem BrennstoffemissionshandelsgesetzFossile Kraftwerke müssen für ihren CO2-Ausstoß zahlen. Das verteuert Strom aus Gas- und Kohlekraftwerken und wirkt sich über den Merit-Order-Mechanismus auf den Börsenpreis aus.
CO2-PreisNetzausbau für die EnergiewendeDer Ausbau von Strom- und Verteilnetzen für mehr Wind- und Solarstrom sowie E-Mobilität wird über die Netzentgelte auf die Verbraucher umgelegt.
NetzentgelteGaspreis als KopplungsfaktorAuch wenn Gas nur einen Teil des deutschen Strommix ausmacht, bestimmen Gaskraftwerke wegen der Merit-Order oft den Preis in Stunden mit wenig Wind und Sonne.
GaspreisEEG-Umlage, Strompreisbremse und Netzentgelt-Zuschuss
Seit 2022 hat der Staat mehrfach in den Strompreis eingegriffen, um Haushalte zu entlasten. Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick:
Die EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien wurde zum 1. Juli 2022 vollständig gestrichen. Zuvor lag sie 2022 noch bei 1,86 ct/kWh. Seither wird der Ausbau erneuerbarer Energien aus dem Bundeshaushalt finanziert.
Die gesetzliche Strompreisbremse (StromPBG) deckelte von Januar 2023 bis zum verlängerten Ende am 30. April 2024 den Preis auf 40 ct/kWh für 80 Prozent des im September 2022 gemeldeten Vorjahresverbrauchs. Verbrauch darüber wurde regulär abgerechnet.
Ein Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten senkt seit einiger Zeit die Netzkosten. Laut BDEW trugen niedrigere Netzentgelte 2026 mit einem Rückgang von rund 1,7 ct/kWh spürbar zum insgesamt sinkenden Strompreis bei.
Diese drei Eingriffe erklären einen wesentlichen Teil der Preisschwankungen der letzten Jahre – unabhängig davon, welchen Anbieter du hast.
Wie geht es weiter?
Eine seriöse Prognose für Strompreise ist naturgemäß mit Unsicherheit behaftet, weil Börsenpreise, Wetter, Geopolitik und Regulierung kurzfristig zusammenwirken. Zur Einordnung einige öffentlich verfügbare Einschätzungen:
- Eine Prognose des Bundeswirtschaftsministeriums geht von einer Stabilisierung der Preise bis Mitte der 2020er-Jahre aus, mit einem für 2035 genannten Richtwert von rund 38,9 ct/kWh für Haushalte.
- Der Analysedienst BloombergNEF rechnet bei den Großhandelspreisen mit einem Rückgang bis etwa 2035, gefolgt von einem erneuten Anstieg bis 2050 – vor allem wegen höherer Nachfrage durch Elektromobilität und Wärmepumpen.
Diese Zahlen sind Szenarien, keine Garantien. Für deine eigene Planung ist der aktuelle Marktpreis deines Vertrags wichtiger als eine Prognose für 2040.
Strompreise 2027: Was bis jetzt feststeht
Eine belastbare Zahl für den Haushaltsstrompreis 2027 gibt es noch nicht. Zwei Stellschrauben sind aber schon erkennbar (Stand: 23.09.2026):
- Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten: Die Bundesregierung will die Übertragungsnetzkosten auch in den Jahren 2027 bis 2029 aus Bundesmitteln bezuschussen, ein Gesetzentwurf dazu liegt seit dem 2. September 2026 vor. Im Regierungsentwurf für den Klima- und Transformationsfonds sinkt der Zuschuss für 2027 von 6,5 auf rund 5,53 Milliarden Euro. Beschlossen ist das noch nicht – der Haushalt 2027 ist noch nicht verabschiedet.
- Netzentgelte für 2027: Netzbetreiber müssen ihre Entgelte für das Folgejahr nach § 20 Abs. 1 EnWG spätestens zum 15. Oktober veröffentlichen – sind sie bis dahin nicht ermittelt, zumindest die voraussichtliche Höhe. Ab Mitte Oktober lässt sich also für dein Netzgebiet absehen, wohin sich dieser Preisbestandteil bewegt.
Ob dein Tarif 2027 teurer oder günstiger wird, hängt außerdem davon ab, wie dein Anbieter Strom eingekauft hat. Eine Preisänderung muss er dir außerhalb der Grundversorgung spätestens einen Monat vorher mitteilen, dann hast du ein Sonderkündigungsrecht (§ 41 Abs. 5 EnWG); in der Grundversorgung gelten sechs Wochen (§ 5 Abs. 2 StromGVV). Was du bei einem Preisschreiben tun kannst, steht im Ratgeber zum Sonderkündigungsrecht Strom, die Mehrkosten rechnest du mit dem Preiserhöhungsrechner aus.
Was du jetzt tun kannst
Unabhängig davon, wie sich der Strompreis langfristig entwickelt: Der wirksamste Hebel bleibt der eigene Vertrag. Ein alter Tarif mit auslaufender Preisgarantie oder automatischer Verlängerung kostet oft mehr, als der aktuelle Marktdurchschnitt hergibt. Wirkt deine Stromrechnung ungewöhnlich hoch, lohnt sich zuerst der Blick auf die letzte Abrechnung, bevor du vergleichst.
Tipps & Tricks zur Strompreisentwicklung
- Vertrag jährlich prüfen. Ein Tarif, der vor zwei oder drei Jahren günstig war, ist es heute oft nicht mehr – besonders wenn er in die Grundversorgung gerutscht ist.
- Nicht nur auf den Bundesdurchschnitt schauen. Netzentgelte unterscheiden sich je nach Netzgebiet teils deutlich – dein persönlicher Vergleich zählt mehr als die bundesweite Statistik.
- Verbrauch realistisch einschätzen. Eine korrekte Verbrauchsangabe verhindert hohe Nachzahlungen oder unnötig hohe Abschläge.
- Preisgarantie und Laufzeit abwägen. Eine längere Preisgarantie kann bei erwarteten Preisanstiegen sinnvoll sein, bindet dich aber auch, wenn die Preise sinken.
Persönliche Anfrage: Passt dein Tarif noch?
Statt jede Strompreis-Prognose selbst einzuordnen, kannst du einfach prüfen lassen, ob dein aktueller Vertrag noch zum Marktniveau passt. Der Tarifcheck ist kostenlos und unverbindlich.Wir vergleichen Angebote aus unserem Partnernetzwerk, keinen vollständigen Markt. Für dich ist die Prüfung kostenlos; kommt ein Vertrag zustande, erhalten wir eine Vergütung vom Anbieter. Wie wir mit deinen Angaben umgehen, steht in der Datenschutzerklärung.
Häufige Fragen zur Strompreisentwicklung
Wie hoch ist der Strompreis aktuell in Deutschland?
Warum war der Strompreis 2022 und 2023 so hoch?
Was ist aus der EEG-Umlage geworden?
Gilt die Strompreisbremse noch?
Woraus setzt sich der Strompreis zusammen?
Steigt der Strompreis in den nächsten Jahren weiter?
Warum unterscheiden sich Netzentgelte je nach Wohnort?
Lohnt sich angesichts der Preisentwicklung ein Anbieterwechsel?
Fazit: Strompreisentwicklung im Blick behalten, Vertrag regelmäßig prüfen
Der Strompreis ist seit 2021 durch eine Reihe außergewöhnlicher Eingriffe gegangen – Energiekrise, Strompreisbremse, Wegfall der EEG-Umlage – und hat sich 2026 bei rund 37,0 ct/kWh wieder deutlich unter dem Krisenniveau eingependelt. Für deinen eigenen Vertrag zählt trotzdem weniger die bundesweite Kurve als das, was tatsächlich auf deiner Abrechnung steht. Wer zusätzlich mit Gas heizt, findet die Entsprechung im Beitrag zur Gaspreisentwicklung 2026 – dort stehen der aktuelle Stand, die Preisbestandteile und die Frage, ob sich Festschreiben lohnt.
Wer seinen Tarif seit über einem Jahr nicht verglichen hat, zahlt häufig mehr, als der aktuelle Marktdurchschnitt hergibt. Ein kostenloser Tarifcheck zeigt in wenigen Minuten, ob sich ein Wechsel für dich lohnt.
Quellen
- BDEW, Strompreisanalyse (laufend aktualisiert) – aktueller Haushaltsstrompreis und Preiszusammensetzung 2026
- strom-report.com, „Strompreisentwicklung: So teuer wird Strom 2026″ – historische Preisreihe 2016 bis 2026 und Prognosen von BMWK und BloombergNEF
- Deutscher Bundestag, „Bundestag stimmt für die Abschaffung der EEG-Umlage“ – Wegfall der EEG-Umlage zum 1. Juli 2022
- StromPBG, Gesetz zur Einführung einer Strompreisbremse – gesetzliche Grundlage der Strompreisbremse 2023/2024
- Deutscher Bundestag, hib 646/2026 vom 17.08.2026: „Etat 2027: KTF-Ausgaben steigen auf 38,9 Milliarden Euro“ – Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten 2027 im Regierungsentwurf (abgerufen am 23.09.2026)
- BMWE, Gesetzentwurf vom 02.09.2026 zur Gewährung eines Zuschusses zu den Übertragungsnetzkosten für die Jahre 2027 bis 2029 (abgerufen am 23.09.2026)
- § 20 EnWG und § 41 EnWG – Veröffentlichung der Netzentgelte, Preisänderung und Sonderkündigung (abgerufen am 23.09.2026)





