Nachtspeicherheizung: Verbrauch, Kosten, Einstellung und Rechtslage 2026
Nachtspeicheröfen sind einfach und langlebig – aber teuer im Betrieb. Hier siehst du, was sie verbrauchen, wie du sie richtig einstellst, ob sie nach dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz bleiben dürfen und was bei Asbest und beim Austausch zu beachten ist.
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Kurz gesagt: Eine Nachtspeicherheizung lädt Speichersteine mit günstigem Heizstrom auf und gibt die Wärme über den Tag ab. Sie wandelt Strom 1:1 in Wärme um und braucht laut co2online rund 130 kWh pro Quadratmeter im Jahr – in einem Haus mit 110 m² etwa 14.300 kWh oder rund 2.860 Euro. Verboten ist sie nicht: Eine Austauschpflicht für bestehende Nachtspeicheröfen gibt es auch nach dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz nicht. Geräte, die vor 1984 hergestellt wurden, können aber Asbest enthalten.
Nachtspeicheröfen stehen in vielen Wohnungen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren und laufen oft seit Jahrzehnten. Sie sind einfach, wartungsarm – und teuer im Betrieb, weil jede Kilowattstunde Wärme eine Kilowattstunde Strom kostet. Wer eine Wohnung mit Nachtspeicherheizung kauft, mietet oder erbt, hat deshalb meist dieselben Fragen: Was kostet das im Jahr, wie stelle ich die Öfen richtig ein, darf ich sie behalten und was ist mit Asbest?
Hier bekommst du die Antworten mit aktuellem Rechtsstand, konkreten Einstellwerten und einer ehrlichen Einordnung der Alternativen.
Das Wichtigste in Kürze
- Nachtspeicher laden in den Freigabezeiten des Netzbetreibers auf, meist nachts, und geben die Wärme über Oberfläche und Lüfter wieder ab.
- Verbrauch: rund 130 kWh pro m² und Jahr (co2online). Kosten hängen vor allem am Heizstrompreis – Tarife gibt es laut Verbraucherzentrale ab etwa 19 Cent je kWh.
- Seit dem 29.07.2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz. Eine allgemeine Pflicht, bestehende Nachtspeicher auszutauschen, gibt es nicht.
- Vor 1984 hergestellte Geräte gelten als asbestverdächtig: nicht öffnen, nicht selbst ausbauen, Fachbetrieb nach TRGS 519 beauftragen.
- Beim Umstieg auf eine Wärmepumpe zahlt die KfW selbstnutzenden Eigentümern neben 30 Prozent Grundförderung aktuell 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus.
Wie funktioniert eine Nachtspeicherheizung?
Eine Nachtspeicherheizung erhitzt mit Strom einen Kern aus Speichersteinen, speichert die Wärme über Stunden und gibt sie bei Bedarf über einen Lüfter oder die Oberfläche an den Raum ab. Geladen wird in den Freigabezeiten, die der Netzbetreiber vorgibt – überwiegend in der Nacht. Deshalb der Name.
Den Strom für die Aufladung – oft noch Nachtstrom genannt – bezieht die Heizung über ein eigenes Zählwerk mit Heizstromtarif. Weil der Netzbetreiber die Aufladung steuern darf, sind Netzentgelt und Konzessionsabgabe niedriger als beim Haushaltsstrom. Wie das Messkonzept aussieht und wie du den Tarif vergleichst, erklärt unser Ratgeber zum Heizstrom.
Stromverbrauch und Kosten einer Nachtspeicherheizung
Eine Nachtspeicherheizung braucht so viel Strom, wie das Gebäude an Wärme verliert – im Durchschnitt rund 130 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Diese Zahl nennt co2online auf Basis des Heizspiegels 2025. Weil Nachtspeicher Strom 1:1 in Wärme umwandeln, entscheidet vor allem der Wärmebedarf des Gebäudes, also sein Dämmstandard, über den Verbrauch – der Ofen selbst kaum.
| Wohnfläche | Verbrauch bei 130 kWh/m² | Kosten pro Jahr bei 20 ct/kWh | Kosten pro Jahr bei 30 ct/kWh | Rechnerisch pro Monat |
|---|---|---|---|---|
| 50 m² | 6.500 kWh | 1.300 € | 1.950 € | rund 108–163 € |
| 80 m² | 10.400 kWh | 2.080 € | 3.120 € | rund 173–260 € |
| 100 m² | 13.000 kWh | 2.600 € | 3.900 € | rund 217–325 € |
| 110 m² | 14.300 kWh | 2.860 € | 4.290 € | rund 238–358 € |
| 150 m² | 19.500 kWh | 3.900 € | 5.850 € | rund 325–488 € |
Dein tatsächlicher Verbrauch steht auf der Jahresrechnung, meist getrennt nach Hoch- und Niedertarif. Messen kannst du einen fest angeschlossenen Nachtspeicherofen nicht mit einem Zwischenstecker – das ist Aufgabe des Heizstromzählers. Eigene Werte rechnest du mit dem Stromkostenrechner in Euro um.
Zum Vergleich: co2online beziffert die Heizkosten mit Nachtspeicher auf rund 2.860 Euro im Jahr für ein Einfamilienhaus und rund 1.820 Euro für eine Wohnung im Mehrfamilienhaus. Für eine Wärmepumpe nennt co2online im selben Vergleich rund 1.155 Euro im Einfamilienhaus und rund 735 Euro in der Wohnung. Beim Umstieg lassen sich die laufenden Heizkosten laut co2online damit um mehr als die Hälfte senken (Stand 19.03.2026, Grundlage Heizspiegel 2025). Die Anschaffungskosten der Wärmepumpe sind in diesem Vergleich nicht enthalten.
Vor- und Nachteile einer Nachtspeicherheizung
Die Nachtspeicherheizung ist günstig in der Anschaffung und fast wartungsfrei, aber teuer im Betrieb. Für die Entscheidung, ob du sie behältst oder ersetzt, helfen die wichtigsten Vor- und Nachteile auf einen Blick.
Vorteile
- Geringe Anschaffungskosten: Ein Speicherofen kostet deutlich weniger als eine Zentralheizung, Rohrleitungen und Heizkörper sind nicht nötig.
- Kaum Wartung: Kein Brenner, kein Schornstein, kein Brennstofflager.
- Wärmespeicher: Der Kern überbrückt die Sperrzeiten des Netzbetreibers, deshalb bekommt die Heizung einen günstigen Heizstromtarif.
- Jeder Raum einzeln: Jedes Gerät lässt sich für sich regeln oder abschalten.
Nachteile
- Hohe Betriebskosten: Eine Kilowattstunde Strom ergibt nur eine Kilowattstunde Wärme. Die Effizienz liegt weit unter der einer Wärmepumpe.
- Raumtemperatur schwer steuerbar: Ist der Speicher am Abend leer, fehlt Wärme; nach dem Aufladen ist es morgens oft wärmer als nötig.
- Wärmeverluste: Auch ungenutzte Wärme entweicht über die Oberfläche.
- Alte Geräte, alte Schadstoffe: Öfen von vor 1984 können Asbest enthalten. Warmwasser muss ohnehin separat erzeugt werden.
Nachtspeicherheizung richtig einstellen
Richtig eingestellt lädt ein Nachtspeicher nur so viel Wärme, wie du am nächsten Tag brauchst – bei mildem Wetter wenig, bei Frost viel. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz gibt dafür einfache Richtwerte für den Aufladeregler am Ofen. Hat deine Anlage ein Zentralsteuergerät mit Außenfühler, übernimmt es diese Anpassung. Wie der Regler am Ofen dann stehen soll, steht in der Anleitung deines Geräts.
Sommer, keine Heizung nötigAufladeregler ganz zurückdrehen oder den Ofen abschalten, damit er in warmen Nächten nicht nachlädt.
AusUm +10 °C, ÜbergangszeitStufe 1, etwa ein Drittel der Ladung.
Stufe 1Um 0 °C, milder WinterStufe 2, etwa zwei Drittel der Ladung.
Stufe 2Um −5 °C und kälterStufe 3, volle Ladung.
Stufe 3Für die Entladung empfiehlt die Verbraucherzentrale 20 Grad in Wohnräumen und 15 Grad nachts oder bei Abwesenheit. Den Lüfter lässt du eingeschaltet, damit das Thermostat die Wärme gezielt abrufen kann. Türen zu unbeheizten Räumen bleiben geschlossen, Lüftungsgitter frei und sauber. Elektrische Zusatzheizer treiben die Kosten zusätzlich nach oben, weil sie über den teureren Haushaltsstrom laufen – was eine Stunde kostet, zeigt der Beitrag zum Stromverbrauch eines Heizlüfters.
Ob die Einstellung passt, zeigt dein Verbrauch: Steigt der Niedertarif-Stand an milden Tagen genauso schnell wie bei Frost, lädt die Anlage zu viel. Notiere die Zählerstände eine Woche lang – wie du Zählwerke richtig abliest, erklärt der Beitrag Stromzähler ablesen.
Gibt es ein Verbot für Nachtspeicherheizungen? Die Rechtslage 2026
Nein. Bestehende Nachtspeicheröfen dürfen weiter betrieben werden; eine allgemeine Austauschpflicht gibt es nicht. Die Frage kommt immer wieder auf, weil es früher tatsächlich eine Außerbetriebnahmepflicht gab: Die Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009 verlangte, bestimmte ältere Nachtspeicher in größeren Wohngebäuden stillzulegen. Diese Pflicht wurde mit Wirkung zum 13. Juli 2013 wieder aufgehoben.
Seit dem 29. Juli 2026 heißt das Gebäudeenergiegesetz Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG); die neuen Heizungsregeln gelten seitdem, weitere Teile folgen ab 2027 (Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226). Die Verbraucherzentrale fasst zusammen: Eine generelle Austauschpflicht für bestehende Heizungen gibt es nicht, Anforderungen gelten beim Einbau einer neuen Heizung (Stand 21.08.2026). Für neue Stromdirektheizungen regelt § 46 GModG Bedingungen:
- Bestandsgebäude mit Wohnungen: Eine neue Stromdirektheizung ist zulässig, wenn das Gebäude die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz (§§ 16 und 19 GModG) um mindestens 30 Prozent unterschreitet – das Haus also gut gedämmt ist.
- Ausnahme selbst bewohntes Ein- und Zweifamilienhaus: In Gebäuden mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt, gilt diese Bedingung nicht.
- Ausnahme Einzelgeräte: Der Austausch einzelner bestehender Einzelraum-Stromdirektheizungen ist ebenfalls ausgenommen. Ob das auch den kompletten Tausch aller Öfen einer Wohnung abdeckt, klärst du vorab mit einer Energieberatung.
Die Bundesländer dürfen nach § 9 GModG weitergehende Anforderungen oder Beschränkungen für Stromdirektheizungen festlegen. Wenn du einen Ofen gegen ein neues Speichergerät tauschen willst, prüfe deshalb die Regeln deines Landes. Einen Gesetzentwurf, der den Betrieb bestehender Nachtspeicher einschränkt, gibt es nach unserer Recherche nicht (Stand 11.09.2026). Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.
Asbest in Nachtspeicheröfen: So gehst du sicher vor
Nachtspeicheröfen, die vor 1984 hergestellt wurden, gelten als asbestverdächtig – öffne sie nicht und baue sie nicht selbst aus. Das Bayerische Landesamt für Umwelt und co2online nennen dieses Baujahr als Grenze. Nach dem Landesamt können Geräte, die vor Juli 1989 gebaut wurden, außerdem PCB enthalten; künstliche Mineralfasern aus Geräten von vor Juni 2000 gelten als krebserzeugend. Im Zweifel behandelst du ein altes Gerät deshalb wie ein belastetes.
Nachtspeicherofen entsorgen: Was du vorher klären musst
Ein Nachtspeicherofen ist ein Elektroaltgerät und gehört nicht in den Restmüll. Kommunale Sammelstellen nehmen ihn grundsätzlich kostenlos an, asbesthaltige Geräte aber nur fachgerecht abgebaut und verpackt (§ 13 ElektroG). Kläre deshalb zuerst Baujahr und Asbestverdacht und frag bei der Abfallberatung deines Kreises, wie die Anlieferung abläuft.
Wohnst du zur Miete, baue nichts selbst aus und sprich deinen Vermieter an. Eine allgemeine Pflicht, intakte asbesthaltige Geräte zu entfernen, gibt es nicht; der Eigentümer muss die Anlage aber so instand halten, dass keine Gesundheitsgefahr entsteht. Wenn es Streit gibt, hilft ein örtlicher Mieterverein weiter.
Nachtspeicherheizung ersetzen oder weiterbetreiben? Die Alternativen
Die Nachtspeicherheizung darf bleiben – günstig im Betrieb wird sie aber nicht mehr. Ob sich ein Austausch lohnt, hängt davon ab, ob du Eigentümer oder Mieter bist, wie gut das Gebäude gedämmt ist und ob es Heizkörper und Rohrleitungen gibt. Viele Nachtspeicher-Wohnungen haben kein wassergeführtes Heizsystem. Das ist der Grund, warum der Tausch oft aufwendiger ist als der Wechsel von einer alten Gasheizung. Alle Stromheizungen mit ihren Kosten im Vergleich findest du im Ratgeber Heizen mit Strom.
| Heizung | Strom je kWh Wärme | Warmwasser | Umbau |
|---|---|---|---|
| Nachtspeicher behalten | 1 kWh | separat (z. B. Durchlauferhitzer) | keiner, nur Tarif und Einstellung |
| Infrarotheizung oder moderne Speicherheizung | 1 kWh | separat | gering, Elektroinstallation prüfen |
| Luft-Luft-Wärmepumpe (Split-Klimagerät) | unter 0,3 kWh bei JAZ 3,5 | nicht möglich, bleibt separat | Innen- und Außengeräte, Kältemittelleitungen |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | rund 0,3 kWh bei JAZ 3,4 | ja | Heizkörper und Rohrleitungen, wenn keine vorhanden |
Infrarotheizung: Sie wandelt Strom genau wie der Nachtspeicher 1:1 in Wärme um, kann aber nichts speichern. Einen günstigen Heizstromtarif bekommt sie deshalb selten. Beim Verbrauch sparst du durch den Wechsel nicht automatisch – dazu mehr im Beitrag Infrarotheizung: Stromverbrauch und Kosten.
Luft-Luft-Wärmepumpe: Sie heizt über Innengeräte an der Wand und braucht keine Wasserleitungen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt sie ausdrücklich als Option beim Tausch von Nachtspeicheröfen. Warmwasser kann sie nicht bereiten; das bleibt beim Durchlauferhitzer oder Boiler. Gefördert werden kann sie, wenn das Gerät beim BAFA gelistet ist.
Luft-Wasser-Wärmepumpe: Sie kann eine effiziente Lösung sein, erfordert aber zusätzliche Arbeiten, wenn Heizkörper und Rohre erst verlegt werden müssen. Die passende Wärmepumpenart hängt vom Gebäude ab. Ein Beispiel des Umweltbundesamts zeigt, was möglich ist: In einem Dreifamilienhaus mit 320 m² bei Pforzheim ersetzte eine Luft-Wasser-Wärmepumpe Nachtspeicher mit rund 44.800 kWh Jahresverbrauch. Zusammen mit einer umfassenden Sanierung zum Effizienzhaus 85 und einer Photovoltaikanlage sanken die Heizkosten von 33,12 auf 5,74 Euro je Quadratmeter. Ein großer Teil dieser Ersparnis geht auf die Dämmung zurück – die Gesamtsanierung kostete rund 240.000 Euro.
Du wohnst zur MieteÜber die Heizung entscheidet der Vermieter. Dein Hebel: Tarif, Einstellung, Lüften. Bei Asbestverdacht Vermieter informieren.
Tarif prüfenEigentum, Sanierung ohnehin geplantWärmepumpe mit Förderung durchrechnen lassen, am besten mit einem Energieberater.
Wärmepumpe prüfenEinzelne Räume, kleiner HeizbedarfEine elektrische Direktheizung kann reichen. Die Kilowattstunde bleibt aber gleich teuer.
Infrarot möglichÖfen vor 1984 gebautVor jedem Abbau klären, ob Asbest verbaut ist. Nicht selbst zerlegen.
Erst Asbest klärenFörderung beim Austausch
Für den Tausch gegen Wärmepumpen gibt es einen Zuschuss aus dem Förderprogramm Heizungsförderung der KfW (Nr. 458). Nach dem Merkblatt mit Stand Juli 2026 gilt:
- Grundförderung 30 Prozent der förderfähigen Kosten, für die erste Wohneinheit bis 28.000 Euro.
- Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent, wenn du selbst im Haus wohnst und eine funktionierende Nachtstromspeicherheizung ersetzt. Er sinkt ab dem 01.02.2027 alle sechs Monate um vier Prozentpunkte und entfällt für Anträge ab dem 01.08.2028.
- Einkommensbonus für selbstnutzende Eigentümer: 40 Prozent bis 30.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro.
- Höchstens 70 Prozent Förderung insgesamt, bei einem Einkommen bis 30.000 Euro bis zu 80 Prozent.
Wichtig: Der Antrag muss gestellt sein, bevor die Arbeiten beginnen. Den Vertrag mit dem Fachbetrieb schließt du vorher mit einer Bedingung ab, dass er nur bei Förderzusage gilt. Die aktuellen Bedingungen stehen im Merkblatt der KfW; Förderregeln können sich kurzfristig ändern.
Heizstromtarif: Der schnellste Hebel ohne Umbau
Solange die Nachtspeicher laufen, entscheidet der Arbeitspreis über die Heizkosten. Bei 14.300 kWh im Jahr macht jeder Cent Unterschied je Kilowattstunde rund 143 Euro aus. Viele Haushalte sind trotzdem seit Jahren beim selben Anbieter oder in der Grundversorgung. Wie Heizstrom funktioniert, welches Messkonzept du hast und wie du vergleichst, erklärt der Beitrag Heizstrom: Tarife für Nachtspeicher verstehen und vergleichen.
Eine Frage taucht in Foren immer wieder auf: Braucht man zwei Stromverträge? Das hängt vom Messkonzept ab. Bei getrennter Messung hat die Heizung einen eigenen Zähler und meist einen eigenen Vertrag, bei gemeinsamer Messung läuft alles über einen Zweitarifzähler und einen Vertrag. Deine Jahreskosten mit eigenen Werten rechnest du im Stromkostenrechner nach.
Kostenloser RechnerStromkosten berechnenVerbrauch, Arbeitspreis und Grundpreis eingeben – der Rechner zeigt Jahres- und Monatskosten.Fünf Tipps für niedrigere Kosten mit Nachtspeicheröfen
- Aufladung nach dem Wetter einstellen. Hat dein Ofen keine automatische Steuerung, stell den Aufladeregler bei milden Temperaturen herunter. Sonst lädt er Wärme, die du am nächsten Tag nicht brauchst.
- Im Sommer ausschalten. Ist der Ofen an, lädt er auch in warmen Nächten nach. Stell die Aufladung außerhalb der Heizperiode auf null oder schalte die Öfen über den Schalter am Gerät ab.
- Nicht zustellen. Möbel und Vorhänge vor dem Ofen stauen die Wärme. Halte die Luftein- und -auslässe frei.
- Türen zu, Stoßlüften statt Kippfenster. Gespeicherte Wärme ist begrenzt. Was über ein gekipptes Fenster entweicht, fehlt am Abend.
- Tarif jedes Jahr prüfen. Notiere die Zählerstände jährlich und vergleiche mit Jahreskosten. Der Tarifwechsel spart ohne Umbau und ohne Investition.
Nachtspeicher-Kosten senken: Heizstromtarif prüfen lassen
Solange deine Nachtspeicheröfen laufen, ist der Tarif der größte Kostenhebel. Schick uns deinen Verbrauch je Zählwerk und deinen aktuellen Arbeitspreis, wir prüfen passende verfügbare Heizstromangebote aus unserem Netzwerk für dein Messkonzept. Deutschlandweit online, du erreichst uns jederzeit über WhatsApp.
Wir vergleichen Angebote aus unserem Partnernetzwerk, keinen vollständigen Markt. Für dich ist die Prüfung kostenlos; kommt ein Vertrag zustande, erhalten wir eine Vergütung vom Anbieter. Schick uns keine vollständigen Rechnungen, Verbräuche und Preise genügen. Wie wir mit deinen Angaben umgehen, steht in der Datenschutzerklärung.
Häufige Fragen zur Nachtspeicherheizung
Wie viel Strom verbraucht eine Nachtspeicherheizung?
co2online rechnet mit rund 130 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Für ein Haus mit 110 Quadratmetern Wohnfläche sind das etwa 14.300 kWh, für eine Wohnung mit 70 m² rund 9.100 kWh. Dein tatsächlicher Verbrauch steht auf der Jahresrechnung, bei Zweitarifzählern sind HT und NT zu berücksichtigen. Bei gemeinsamer Messung enthalten beide Zählwerke auch Haushaltsstrom.
Was kostet eine Nachtspeicherheizung im Monat?
Bei 14.300 kWh und 20 Cent je kWh fallen rund 2.860 Euro im Jahr an, im Schnitt also etwa 240 Euro im Monat. Weil fast der ganze Verbrauch in der Heizperiode entsteht, sind die Wintermonate deutlich teurer. Mit monatlichen Abschlägen verteilt der Anbieter die Kosten gleichmäßig.
Lohnt sich eine Nachtspeicherheizung heute noch?
Als Neuanschaffung für ein ganzes Haus kaum, weil die laufenden Kosten hoch sind. Funktionieren die vorhandenen Öfen, kann sich das Weiterbetreiben mit gut eingestellter Aufladung und günstigem Heizstromtarif trotzdem lohnen – vor allem in kleinen, gut gedämmten Wohnungen. Steht ohnehin eine Sanierung an, rechnet sich meist eine Wärmepumpe mit Förderung.
Sind Nachtspeicherheizungen ab 2026 verboten?
Nein. Bestehende Nachtspeicheröfen dürfen weiter laufen. Auch das Gebäudemodernisierungsgesetz, das seit dem 29.07.2026 gilt, enthält keine allgemeine Austauschpflicht. Bedingungen gibt es nur für den Einbau neuer Stromdirektheizungen.
Wie stelle ich meine Nachtspeicherheizung richtig ein?
Die Aufladung richtest du nach der Außentemperatur: bei etwa plus 10 Grad Stufe 1, bei 0 Grad Stufe 2, bei minus 5 Grad Stufe 3. Das Raumthermostat stellst du auf etwa 20 Grad, nachts und bei Abwesenheit auf 15 Grad. Maßgeblich ist die Anleitung deines Geräts.
Verbraucht eine Nachtspeicherheizung im Sommer Strom?
Ja, wenn sie eingeschaltet bleibt. Ohne automatische Steuerung lädt der Ofen auch in warmen Nächten nach. Stell den Aufladeregler außerhalb der Heizperiode ganz zurück oder schalte die Öfen ab.
Wie erkenne ich, ob mein Nachtspeicherofen Asbest enthält?
Geräte, die vor 1984 hergestellt wurden, gelten als asbestverdächtig. Lies das Baujahr auf dem Typenschild ab, ohne das Gerät zu öffnen, und frag beim Hersteller oder einem Fachbetrieb nach. Ausbauen dürfen belastete Geräte nur Firmen mit Sachkunde nach TRGS 519.
Muss mein Vermieter die Nachtspeicheröfen austauschen?
Eine Pflicht zum Austausch nur wegen hoher Heizkosten gibt es nicht. Heizt die Anlage die Wohnung nicht ausreichend oder besteht Verdacht auf beschädigte, asbesthaltige Geräte, ist der Vermieter gefragt. Bei Streit hilft ein örtlicher Mieterverein.
Womit ersetze ich Nachtspeicher, wenn keine Wasserleitungen vorhanden sind?
Ohne Heizkörper und Rohre kommen vor allem Luft-Luft-Wärmepumpen und elektrische Direktheizungen wie Infrarotheizungen infrage. Die Luft-Luft-Wärmepumpe braucht deutlich weniger Strom, bereitet aber kein Warmwasser. Infrarot spart gegenüber dem Nachtspeicher keinen Strom.
Welche Förderung gibt es für den Austausch einer Nachtspeicherheizung?
Für eine Wärmepumpe gibt es den KfW-Zuschuss 458: 30 Prozent Grundförderung, 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus für Selbstnutzer, die eine funktionierende Nachtspeicherheizung ersetzen, und je nach Einkommen bis zu 40 Prozent zusätzlich. Insgesamt sind höchstens 70 Prozent möglich, bei geringem Einkommen bis zu 80 Prozent (Stand Juli 2026).
Fazit: Behalten ist erlaubt – teuer bleibt es trotzdem
Eine Nachtspeicherheizung musst du 2026 nicht austauschen. Sie wandelt aber jede Kilowattstunde Strom nur in eine Kilowattstunde Wärme um, und das macht sie teuer. Solange sie läuft, sind der passende Heizstromtarif und die richtige Einstellung deine wichtigsten Hebel. Bei Geräten von vor 1984 gilt: Finger weg vom Selbstausbau. Wer Eigentümer ist und ohnehin saniert, sollte eine Wärmepumpe durchrechnen lassen – der Klimageschwindigkeitsbonus für Nachtspeicher sinkt ab Februar 2027 schrittweise.
Quellen
- co2online – Nachtspeicherheizung: Kosten, Verbrauch und Entsorgung (aktualisiert 19.03.2026), abgerufen am 11.09.2026: rund 130 kWh pro m², 14.300 kWh für 110 m², Heizkosten Nachtspeicher rund 2.860 Euro (Einfamilienhaus) und 1.820 Euro (Mehrfamilienhaus), Wärmepumpe rund 1.155 und 735 Euro (Abrechnungsjahr 2024, rund 20 ct/kWh), Ausbau 100 bis 230 Euro je Gerät; die dort genannten Stichtage für KMF und PCB weichen vom Landesamt für Umwelt ab, wir folgen dem Landesamt
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz – Nachtspeicheröfen: Tipps zur Bedienung (September 2017), abgerufen am 11.09.2026: Aufladestufen nach Außentemperatur, Raumtemperaturen, Lüfter und Zusatzheizer
- Verbraucherzentrale – Nachtspeicherheizung: Wechsel des Stromtarifs kann Geld sparen (Stand 21.10.2024), abgerufen am 11.09.2026: Heizstromtarife ab etwa 19 ct/kWh, Messkonzepte
- Verbraucherzentrale – GModG: Was steht im Gebäudemodernisierungsgesetz? (Stand 21.08.2026), abgerufen am 11.09.2026: Inkrafttreten am 29.07.2026, keine generelle Austauschpflicht, Stromdirektheizung in selbst bewohnten Ein- und Zweifamilienhäusern
- Bundesregierung, GModG-Portal – Stromdirektheizung, abgerufen am 11.09.2026: § 46 GModG: Wärmeschutz im Bestand mindestens 30 Prozent besser, Ausnahmen für selbst bewohnte Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen und den Tausch einzelner Einzelraum-Stromdirektheizungen; Länderöffnungsklausel
- EnEV-online – § 10a EnEV 2009, Außerbetriebnahme elektrischer Speicherheizsysteme, abgerufen am 11.09.2026: frühere Stilllegungspflicht, aufgehoben mit Wirkung zum 13.07.2013
- Bayerisches Landesamt für Umwelt – Anwendung des ElektroG für Nachtspeicherheizgeräte (Oktober 2012), abgerufen am 11.09.2026: Asbest in Geräten vor 1984, PCB vor 07/1989, KMF vor 06/2000 als krebserzeugend eingestuft
- Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226 (verkündet 28.07.2026), abgerufen am 11.09.2026: Umbenennung des GEG in Gebäudemodernisierungsgesetz, Inkrafttreten der Heizungsregeln am 29.07.2026
- Gefahrstoffverordnung § 11 (Fassung seit 05.12.2024), abgerufen am 11.09.2026: Tätigkeiten mit Asbest, Pflichten auch für private Haushalte; TRGS 519 (Stand 28.02.2025): Entsorgung asbesthaltiger Nachtspeicherheizgeräte
- Elektro- und Elektronikgerätegesetz § 13, abgerufen am 11.09.2026: kostenlose Annahme von Altgeräten, Ablehnung bei nicht fachgerecht abgebauten asbesthaltigen Nachtspeichern
- Senatsverwaltung Berlin – Asbest in Gebäuden: Fragen und Antworten, abgerufen am 11.09.2026: kein allgemeines Entfernungsgebot, Instandhaltungspflicht des Eigentümers
- Umweltbundesamt – Asbest: nichts für Heimwerker, abgerufen am 11.09.2026: Arbeiten an asbesthaltigen Materialien nur durch Fachfirmen
- Landkreis Stade – Merkblatt Asbestabfälle (Stand 08/2022), abgerufen am 11.09.2026: Annahme asbesthaltiger Nachtspeicheröfen nach Termin, Verpackung, Ausbau nur nach TRGS 519
- KfW – Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen, Zuschuss 458 (Stand 07/2026), abgerufen am 11.09.2026: Grundförderung, Klimageschwindigkeitsbonus für Nachtstromspeicherheizungen und Absenkung ab 2027, Einkommensbonus, Höchstsätze, förderfähige Kosten
- Energieberatung der Verbraucherzentrale – Luft-Luft-Wärmepumpe (27.06.2024), abgerufen am 11.09.2026: Option beim Tausch von Nachtspeicheröfen, JAZ mindestens 3,5, kein Warmwasser, Förderung bei BAFA-Listung
- Umweltbundesamt – Umstellung einer Nachtspeicherheizung auf Luft-Wasser-Wärmepumpe in 3-Familienhaus nahe Pforzheim, abgerufen am 11.09.2026: 320 m², 44.800 kWh Nachtspeicherverbrauch, JAZ 3,15, Heizkosten je m² vorher und nachher, Gesamtsanierung
- Fraunhofer ISE – Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (03.11.2025), abgerufen am 11.09.2026: Jahresarbeitszahl Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand 3,4 (2,6 bis 4,9)
Stand: 11.09.2026. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechts-, Förder- oder Sicherheitsberatung. Preisangaben sind Beispiele und Durchschnittswerte mit dem genannten Stand. Förderbedingungen können sich kurzfristig ändern; maßgeblich ist das aktuelle Merkblatt der KfW. Eine vollständige Fachprüfung des Beitrags ist nicht ausgewiesen.






