PV-Contracting: Photovoltaik und Solarstrom fürs Unternehmen ohne eigene Investition
Solarstrom vom Firmendach, ohne selbst zu investieren: So funktioniert Photovoltaik-Contracting, für welche Betriebe es passt und worauf du im Vertrag achten solltest.
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Kurz gesagt: Beim Photovoltaik-Contracting plant, finanziert, baut und betreibt ein Dienstleister die Solaranlage auf deinem Firmendach, und dein Betrieb kauft den Solarstrom zu einem vertraglich festen Preis, ohne selbst zu investieren. Das lohnt sich vor allem, wenn du tagsüber viel Strom verbrauchst, dein Dach groß und noch lange nutzbar ist und du dich viele Jahre binden kannst.
Viele Unternehmen wollen Solarstrom vom eigenen Dach, scheuen aber die Eigeninvestition, die Kapitalbindung, den Planungsaufwand oder das Risiko, eine technische Anlage selbst zu betreiben. Genau hier setzt PV-Contracting an: Du stellst das Dach zur Verfügung, ein Contractor kümmert sich um den Rest, und du nutzt den günstigen Strom direkt vor Ort.
In diesem Ratgeber erfährst du, wie das Modell funktioniert, worin es sich von Dachpacht und Kauf unterscheidet, für welche Betriebe es passt, wie sich der Strompreis zusammensetzt und worauf du im Vertrag achten solltest.
- Der Contractor investiert, dein Betrieb zahlt nur für den genutzten Solarstrom.
- Die Verträge laufen lange, bei Solaranlagen meist 15 bis 25 Jahre. Danach geht die Anlage oft günstig an dich über.
- Vor-Ort-Strom ohne Netzdurchleitung trägt keine Netzentgelte und keine netzbezogenen Umlagen. Bei Anlagen bis 2 MW kann er stromsteuerfrei sein.
- Entscheidend sind Tagesverbrauch, Dachzustand und ein fairer Preismechanismus.
So funktioniert PV-Contracting ohne Eigeninvestition
Beim Photovoltaik-Contracting, oft auch Solar-Contracting oder PV-Contracting genannt, übernimmt ein externer Dienstleister die komplette Solaranlage. Er prüft dein Dach, plant die Photovoltaikanlage, trägt die Investitionskosten, lässt sie installieren und kümmert sich über die gesamte Laufzeit um Betrieb, Wartung, Versicherung und Überwachung. Die IHK Berlin beschreibt Contracting als Modell, bei dem ein externer Dienstleister Installation, Betrieb oder Vermarktung übernimmt, besonders für Unternehmen mit begrenzten personellen, zeitlichen oder finanziellen Ressourcen. Planung und Abwicklung liegen also beim Contractor, dein Betrieb bindet weder Eigenkapital noch Liquidität.
Dein Unternehmen bezieht den erzeugten Strom direkt vom Dach und bezahlt dafür einen vertraglich vereinbarten Preis pro Kilowattstunde. Für die Abrechnung misst ein eigener Zähler, wie viele kWh Solarstrom dein Betrieb abnimmt, du zahlst also nur, was du tatsächlich nutzt. Was die Anlage nicht direkt verbraucht, speist der Contractor in der Regel ins öffentliche Netz ein. Den Reststrom, den du nachts oder bei wenig Sonne brauchst, kaufst du weiter bei deinem Stromanbieter.
Wichtig ist die Abgrenzung zu allgemeinen Energiedienstleistungen: Contracting gibt es auch für Heizung, Kälte oder Blockheizkraftwerke. Welche Modelle es dort gibt und wie sich der Preis bildet, erklären wir im Ratgeber Energiecontracting. Hier geht es nur um Solarstrom vom eigenen Dach.
PV Contracting, Dachpacht, Miete oder Kauf: die Modelle im Vergleich
Wer eine Solaranlage aufs Firmendach bringen will, hat mehrere Wege. Sie unterscheiden sich darin, wer investiert, wer den Strom nutzt und wer das Risiko trägt. Die IHK Berlin nennt unter anderem Eigenversorgung mit Überschusseinspeisung, Volleinspeisung, Direktlieferung, Contracting und Dachverpachtung als typische Betriebsmodelle im Gewerbe.
Beim Kauf gehört dir die Anlage von Anfang an. Du trägst Investition und Betriebsrisiko, profitierst dafür am stärksten von jeder selbst genutzten Kilowattstunde. Bei Miete oder Pacht zahlst du eine feste Rate für die Anlage und nutzt den Strom selbst. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Mietangebote durch Finanzierungs- und Servicekosten über die Laufzeit meist teurer sind als ein Kauf. Bei der Dachvermietung erhältst du eine Pacht, der Strom geht aber an das Netz oder an Dritte, sodass deine eigene Stromrechnung kaum sinkt. Mehr dazu liest du im Ratgeber zur Dachvermietung für Photovoltaik.
Das Contracting-Modell liegt dazwischen: kein eigenes Kapital, aber günstiger Solarstrom für den eigenen Betrieb. Du bezahlst dafür mit einer langen Vertragsbindung und einem Teil der Ersparnis, der als Marge beim Contractor bleibt.
Für welches Gewerbe sich PV-Contracting eignet
Photovoltaik-Contracting rechnet sich für beide Seiten nur, wenn möglichst viel Solarstrom direkt im Betrieb verbraucht wird. Der Contractor verdient am Verkauf des Solarstroms an dich, Strom ins Netz einspeisen bringt deutlich weniger. Die Wirtschaftlichkeit hängt deshalb stark von deinem Energieverbrauch am Tag ab. Anbieter schauen vor allem auf drei Punkte: Wie viel Strom brauchst du tagsüber, wie groß und wie gut ist die Dachfläche, und wie lange bleibt dein Betrieb am Standort?
Hoher Stromverbrauch zwischen 8 und 18 UhrKühlung, Produktion, Handel, Büro mit viel Technik
Große, tragfähige DachflächeHalle, Lager, Stall, Flachdach mit Reserve
Dach muss bald saniert werdenRestnutzungsdauer kürzer als die Laufzeit
Gebäude nur gemietetEigentümer muss zustimmen
Kaum Verbrauch tagsüberStrom wird vor allem nachts gebraucht
Wirtschaftlich interessant sind vor allem gewerblich genutzte Dachflächen mit viel Verbrauch darunter. Typische Kandidaten sind Betriebe mit Kühl- und Klimatechnik, Produktionsbetriebe mit Schichtbetrieb am Tag, Lebensmittelhandel, Logistik mit elektrischen Flurförderzeugen, Hotels und landwirtschaftliche Betriebe mit Melk- oder Kühltechnik. Eine wichtige Voraussetzung nennt auch die IHK Berlin: Am einfachsten ist es, wenn die Immobilie dem Unternehmen selbst gehört. Bist du Mieter, brauchst du die Zustimmung des Eigentümers. Auch Eigentümer von Gewerbeimmobilien und Mehrfamilienhäusern nutzen Contracting-Modelle, etwa um Mieter mit Solarstrom zu versorgen oder Ladeinfrastruktur für Elektroautos zu betreiben. Für manche Unternehmen spielt zusätzlich die ESG-Berichterstattung eine Rolle, weil die Erzeugung erneuerbarer Energie am eigenen Standort dort sichtbar wird.
Um den Tagesverbrauch zu belegen, hilft dein Lastgang: Er zeigt in 15-Minuten-Werten, wann dein Betrieb wie viel Strom zieht. Wie du ihn anforderst und liest, zeigt unser Ratgeber Lastgang anfordern und auswerten. Für die Landwirtschaft haben wir die Besonderheiten im Ratgeber Strom für die Landwirtschaft zusammengefasst.
Die Anlage muss länger halten als der Vertrag. Plant der Contractor mit 20 Jahren Laufzeit, sollte dein Dach mindestens so lange ohne größere Sanierung auskommen. Eine Dachsanierung mit laufender Anlage bedeutet Demontage, Wiederaufbau und Ertragsausfall, und wer das bezahlt, muss der Vertrag regeln.
Was PV-Contracting kostet und wie sich der Strompreis bildet
Beim Contracting zahlst du keine Anschaffungskosten, sondern einen Preis pro Kilowattstunde Solarstrom. Wie hoch dieser Contracting-Preis ausfällt, hängt vor allem von den Investitionskosten, der Anlagengröße, dem erwarteten Ertrag, der Laufzeit, der Finanzierung und dem Anteil ab, den dein Betrieb selbst abnimmt. Einen seriösen Einheitspreis gibt es deshalb nicht. Was eine Anlage heute selbst kostet, zeigt unser Ratgeber zu den Kosten einer PV-Anlage.
Dass der Solarstrom vom Dach oft günstiger ist als Netzstrom, liegt nicht nur an der Sonne. Mehrere Preisbestandteile, die auf deiner Gewerbestromrechnung stehen, fallen für Strom, der direkt vor Ort verbraucht wird, weg oder können entfallen:
- Netzentgelte: Sie werden für die Nutzung des öffentlichen Netzes fällig. Strom, der über eine eigene Leitung direkt vom Dach in deinen Betrieb fließt, nutzt dieses Netz nicht.
- Netzbezogene Umlagen: KWKG- und Offshore-Netzumlage werden nach § 12 EnFG als Aufschlag auf die Netzentnahme erhoben. Die EEG-Umlage ist seit dem EEG 2023 vollständig entfallen.
- Stromsteuer: Nach § 9 Abs. 1 Nr. 3 StromStG kann Strom aus Solaranlagen bis 2 Megawatt steuerfrei sein, wenn er im räumlichen Zusammenhang zur Anlage verbraucht wird, auch wenn ihn ein Drittanbieter wie ein Contractor liefert. Ob die Befreiung greift, hängt vom Einzelfall ab.
Welche Bestandteile deine heutige Rechnung ausmachen, erklären wir im Ratgeber Was kostet Gewerbestrom?. Achte beim Vergleich darauf, ob ein Angebot netto oder brutto rechnet und ob die Umsatzsteuer für dich als vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen überhaupt ein Kostenfaktor ist.
Viele Verträge enthalten eine jährliche Preisanpassung, zum Beispiel eine feste Steigerung oder eine Kopplung an einen Index. Über 20 Jahre macht schon eine kleine Steigerungsrate viel aus. Rechne die Preisformel für die gesamte Laufzeit durch und vergleiche sie mit realistischen Annahmen für deinen Netzstrompreis, nicht nur mit dem heutigen Tarif.
Vorteile und Nachteile des PV-Contractings
Ob sich das Modell für dich lohnt, ist am Ende eine strategische Entscheidung zwischen Kapitaleinsatz und langfristiger Bindung. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Vorteil keine Kapitalbindung: Eigene Investitionskosten entfallen, Eigenkapital und Liquidität bleiben für dein Kerngeschäft frei.
- Vorteil Planungssicherheit: Ein vertraglich fixierter Preis für den Solarstrom macht einen Teil deiner Energiekosten über Jahre kalkulierbar.
- Vorteil Rundum-Service: Wartung und Reparatur, Versicherung und Überwachung übernimmt der Contractor, eigene Betriebskosten für die Anlage fallen kaum an.
- Vorteil Klimabilanz: Die Stromerzeugung auf dem eigenen Dach ersetzt einen Teil fossil erzeugten Netzstroms durch eine erneuerbare Energiequelle. Das hilft bei ESG-Berichten und ist ein sichtbarer Beitrag zur Energiewende.
- Nachteil lange Bindung: Du bindest dich über viele Jahre an einen Anbieter und an dein Dach.
- Nachteil geringere Ersparnis: Finanzierung, Risiko und Marge des Contractors stecken im Preis, deshalb sparst du weniger als mit einer eigenen Anlage.
Wer Solarstrom nutzen will, ohne selbst zu investieren, bekommt mit Contracting einen einfachen Einstieg in die erneuerbaren Energien. Wer Kapital hat und die Reduzierung der Stromkosten maximieren will, fährt mit einer eigenen Anlage meist besser. Den Großteil des Solarstroms nutzt dein Betrieb in beiden Fällen selbst.
PV-Contracting-Vertrag prüfen: darauf solltest du achten
Ein PV-Contracting-Vertrag bindet dich meist über viele Jahre. Die Verbraucherzentrale nennt für Mietmodelle bei Solaranlagen Laufzeiten von meist 15 bis 25 Jahren und rät, auf eine kostenfreie Übernahmemöglichkeit am Ende zu achten. Für Gewerbeverträge gelten ähnliche Größenordnungen. Prüfe deshalb vor der Unterschrift in Ruhe:
- Vertragslaufzeit und Kündigung: Gibt es Sonderkündigungsrechte, etwa bei Betriebsaufgabe, Umzug oder Verkauf der Immobilie?
- Arbeitspreis und Preisanpassung: Fester Preis, feste Steigerung oder Index? Gibt es eine Obergrenze?
- Abnahmeverpflichtung: Musst du eine Mindestmenge bezahlen, auch wenn du weniger verbrauchst?
- Verantwortung für Dach und Statik: Wer haftet bei Schäden, wer zahlt Demontage und Wiederaufbau bei einer Dachsanierung?
- Wartung, Versicherung, Ertragsgarantie: Was ist enthalten, und was passiert bei Ausfällen?
- Ende der Laufzeit: Übernahme zum Restwert oder symbolischen Preis, Verlängerung oder Rückbau auf Kosten des Contractors?
- Grundbuch und Dienstbarkeit: Viele Contractoren sichern ihr Nutzungsrecht am Dach im Grundbuch ab. Das wirkt sich auf einen späteren Verkauf oder die Finanzierung der Immobilie aus.
Kläre außerdem die rechtlichen Rahmenbedingungen, etwa Genehmigungen, Brandschutz und Versicherung des Gebäudes. Auch die Frage, wie das Modell in deiner Bilanz und Steuererklärung behandelt wird, hängt von der Vertragsgestaltung ab. Kläre sie vor Vertragsabschluss mit deiner Steuerberatung.
Von der Anfrage bis zur laufenden Solaranlage
Der Weg zum Contracting-Projekt ist für dein Unternehmen überschaubar, weil der Contractor Planung und Bau übernimmt. Rechne trotzdem mit einigen Monaten zwischen Erstgespräch und Inbetriebnahme, denn Dachprüfung, Netzanschluss und Montage brauchen Zeit.
Welche Anmeldungen bei einer Solaranlage grundsätzlich anfallen, zeigt der Ratgeber PV-Anlage anmelden. Beim Contracting erledigt das in der Regel der Anlagenbetreiber, also der Contractor. Lass dir die Unterlagen trotzdem geben, damit du den Stand kennst.
Contracting mit Batteriespeicher und Lastspitzen
Manche Contracting-Angebote lassen sich mit einem Batteriespeicher kombinieren. Der Speicher erhöht die Effizienz der Anlage: Er kann Solarstrom vom Mittag in den Nachmittag verschieben und so den Eigenverbrauchsanteil erhöhen. Bei Betrieben mit Leistungspreis kann er zusätzlich Lastspitzen kappen und damit Netzkosten senken. Ob sich das rechnet, hängt stark von deinem Lastprofil ab. Hintergründe findest du in den Ratgebern Gewerbespeicher und Leistungspreis Strom.
Passend dazu: PPA Strom und Solaranlage mieten oder kaufen.
- Hol dir den Lastgang deines Betriebs, bevor du Angebote einholst. Ohne ihn schätzt jeder Anbieter deinen Eigenverbrauch anders.
- Lass dir die Preisformel für jedes Vertragsjahr als Tabelle geben, dann siehst du die Wirkung von Preisanpassungen sofort.
- Vergleiche die Konditionen von mindestens zwei Contracting-Angeboten und rechne zusätzlich den Kauf mit Finanzierung durch.
- Kläre vorab mit deinem Dachdecker, wie lange das Dach ohne Sanierung hält.
- Prüfe, ob dein Stromliefervertrag für den Reststrom zur neuen Situation passt, denn dein Netzbezug sinkt tagsüber deutlich.
Denk den Reststrom gleich mit. Mit Solarstrom vom Dach kaufst du tagsüber viel weniger Netzstrom, dein Bezug verlagert sich in die Abend- und Nachtstunden. Viele Gewerbeverträge sind auf das alte Profil zugeschnitten. Wenn du den Liefervertrag für den Reststrom zeitgleich neu verhandelst, holst du aus dem Contracting-Projekt mehr heraus.
PV-Contracting für deinen Betrieb prüfen lassen
Du willst wissen, ob sich Solarstrom vom eigenen Dach ohne Investition für dein Unternehmen lohnt? Schick uns deine letzte Jahresstromrechnung und, wenn vorhanden, deinen Lastgang. Wir beraten dich unverbindlich, schauen uns Verbrauch und Dachsituation an und sagen dir, ob Contracting, Kauf oder ein anderes Modell besser passt. Du entscheidest selbst.
Häufige Fragen zum Photovoltaik-Contracting
Was ist Photovoltaik-Contracting?
Ein Dienstleister plant, finanziert, baut und betreibt eine Solaranlage auf dem Dach deines Betriebs. Du kaufst den erzeugten Solarstrom zu einem vertraglich vereinbarten Preis pro Kilowattstunde und musst selbst nichts investieren.
Wie lange läuft ein PV-Contracting-Vertrag?
Meist sehr lange. Für Mietmodelle bei Solaranlagen nennt die Verbraucherzentrale Laufzeiten von meist 15 bis 25 Jahren, Contracting-Verträge im Gewerbe bewegen sich in ähnlichen Größenordnungen. Prüfe Sonderkündigungsrechte und die Regelung zum Laufzeitende genau.
Was passiert nach Ende der Laufzeit mit der Anlage?
Das regelt der Vertrag. Häufig kann der Betrieb die Anlage zu einem geringen Restwert übernehmen, manchmal wird der Vertrag verlängert oder die Anlage zurückgebaut. Achte darauf, dass eine günstige Übernahme ausdrücklich vereinbart ist.
Zahle ich für Contracting-Strom Netzentgelte und Umlagen?
Für Solarstrom, der direkt vor Ort ohne das öffentliche Netz verbraucht wird, fallen keine Netzentgelte an. Die KWKG- und die Offshore-Netzumlage werden auf die Netzentnahme erhoben, die EEG-Umlage gibt es seit dem EEG 2023 nicht mehr.
Ist Strom aus PV-Contracting stromsteuerfrei?
Er kann es sein. Nach § 9 Abs. 1 Nr. 3 StromStG ist Strom aus Solaranlagen bis 2 Megawatt steuerfrei, wenn ihn der Betreiber an Letztverbraucher liefert, die ihn im räumlichen Zusammenhang zur Anlage entnehmen. Ob das im Einzelfall gilt, sollte der Contractor darlegen.
Für welche Betriebe lohnt sich PV-Contracting?
Vor allem für Betriebe mit hohem Stromverbrauch am Tag, einer großen, tragfähigen Dachfläche und einem langfristig gesicherten Standort, etwa Produktion, Kühlung, Handel, Logistik, Hotellerie oder Landwirtschaft.
Kann ich PV-Contracting auch als Mieter nutzen?
Nur mit Zustimmung des Eigentümers, weil die Anlage auf seinem Dach steht und meist ein Nutzungsrecht gesichert wird. Am einfachsten ist Contracting, wenn die Immobilie dem Unternehmen selbst gehört.
Ist Contracting günstiger als eine gekaufte Anlage?
Über die gesamte Laufzeit meist nicht, weil der Contractor Finanzierung, Risiko und Marge einpreist. Dafür brauchst du kein Kapital und trägst kein Betriebsrisiko. Vergleiche das Angebot deshalb immer mit Kauf und Finanzierung.
Welche Unterlagen brauche ich für ein Angebot?
Die letzte Jahresstromrechnung, möglichst einen Lastgang in 15-Minuten-Werten, Angaben zu Dachfläche, Dachart und Dachalter sowie Informationen zu den Eigentumsverhältnissen der Immobilie.
Fazit: Solarstrom ohne Investition, aber mit langer Bindung
Photovoltaik-Contracting ist eine gute Lösung für Unternehmen, die Solarstrom vom eigenen Dach nutzen wollen, ohne Kapital zu binden oder eine Anlage selbst zu betreiben. Es spielt seine Stärken aus, wenn dein Betrieb tagsüber viel Strom braucht, das Dach noch lange hält und der Standort gesichert ist. Die Kehrseite sind lange Laufzeiten und ein Preis, in dem Finanzierung und Marge des Contractors stecken. Prüfe deshalb Preisformel, Laufzeitende und Dachregelungen genau und vergleiche das Angebot mit Kauf und Finanzierung.
Quellen und Stand der Angaben
Gesetzestexte · Wortlaut geprüft am 29. September 2026
- StromStG: § 9 – Steuerbefreiungen, Abs. 1 Nr. 3 für Anlagen bis 2 MW
- EnFG: § 12 – Erhebung der Umlagen auf die Netzentnahme
Weiterführend · Links geprüft am 29. September 2026
- Bundesnetzagentur: Energiefinanzierungsgesetz, Umlagepflichten – Wegfall der EEG-Umlage, Umlagen auf Netzentnahme
- IHK Berlin: Photovoltaik im Gewerbe – Betriebsmodelle einschließlich Contracting und Dachverpachtung
- Verbraucherzentrale: Solaranlage mieten, eine Alternative zum Kauf? – Laufzeiten, Kosten, Übernahme am Ende






