PV-Anlage finanzieren: Solaranlage ohne Eigenkapital per Kredit, KfW oder Leasing
Solarkredit, KfW-Kredit 270, Baufinanzierung, Miete oder Contracting: Wie du eine PV-Anlage ohne Eigenkapital finanzierst und ob die Rate zur Ersparnis passt.
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Kurz gesagt: Eine Solaranlage lässt sich auch ohne Eigenkapital finanzieren, etwa mit einem Solarkredit der Bank, dem KfW-Kredit 270, über die Baufinanzierung oder mit Miete, Leasing und Contracting. Der KfW-Kredit 270 finanziert laut Merkblatt bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten, auch für Privatpersonen, und wird vor Vorhabensbeginn über eine Bank beantragt. Entscheidend ist, dass die monatliche Rate zur Ersparnis durch den Solarstrom passt.
Eine PV-Anlage kostet meist mehrere tausend Euro, oft mit Speicher deutlich mehr. Nicht jeder möchte oder kann diese Investition aus Rücklagen bezahlen. Die gute Nachricht: Für die Finanzierung einer Photovoltaikanlage gibt es mehrere Wege.
In diesem Ratgeber erfährst du, wie du eine Solaranlage ohne Eigenkapital finanzieren kannst, was ein Solarkredit und der KfW-Kredit 270 bieten, wann Leasing, Miete oder Contracting passen und wie du die Rate mit der Ersparnis vergleichst.
- Möglich sind Solarkredit, KfW-Kredit 270, Baufinanzierung, Miete, Leasing oder Contracting.
- Der KfW-Kredit 270 finanziert laut Merkblatt bis zu 100 Prozent, mit Laufzeiten bis 30 Jahre.
- Den KfW-Kredit beantragst du vor Beginn des Vorhabens bei einer Bank deiner Wahl.
- Ohne Eigenkapital zählen Bonität, Zinssatz und Laufzeit besonders.
- Vergleiche die monatliche Rate immer mit der erwarteten Ersparnis.
PV-Anlage finanzieren: Diese Möglichkeiten gibt es
Für die Finanzierung einer PV-Anlage stehen dir mehrere Wege offen. Welcher passt, hängt von Eigenkapital, Bonität, Immobilie und deinen Plänen ab.
- Eigenkapital: Die günstigste Lösung, wenn ausreichend Eigenkapital vorhanden ist, denn es fallen keine Zinsen an.
- Solarkredit: Ein Ratenkredit der Bank, oft speziell für Photovoltaik, meist ohne Grundschuld.
- KfW-Kredit 270: Förderkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau, beantragt über die Hausbank.
- Baufinanzierung: Beim Neubau oder bei einer Modernisierung kann die Anlage in die Immobilienfinanzierung einfließen.
- Miete, Leasing, Contracting: Keine Anschaffungskosten, dafür eine monatliche Rate oder ein Strompreis über viele Jahre.
KfW-Kredit 270: Förderkredit für Photovoltaik
Das KfW-Programm Erneuerbare Energien Standard, kurz KfW 270, finanziert Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher. Laut Merkblatt (Stand 05/2025) können Privatpersonen, Unternehmen und gemeinnützige Organisationen den Kredit nutzen. Finanziert werden bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten.
Wichtig: Du stellst den Antrag bei einer Bank deiner Wahl und zwar vor Beginn des Vorhabens. Wer den Auftrag schon vergeben hat, bekommt den Kredit in der Regel nicht mehr. Der effektive Jahreszins hängt von deiner Bonität, der Laufzeit und der Zinsbindung ab. Frag deshalb bei mehreren Banken nach, die Konditionen unterscheiden sich von Bank zu Bank.
Solaranlage finanzieren ohne Eigenkapital: Solarkredit und Bankdarlehen
Viele Banken bieten Solarkredite als Ratenkredit an. Sie sind oft schnell zu bekommen und brauchen meist keine Grundschuld. Dafür kann der Zinssatz höher sein als bei einem Förderkredit oder einer Baufinanzierung. Achte auf den effektiven Jahreszins, die Möglichkeit von Sondertilgungen und Kosten bei vorzeitiger Rückzahlung.
Eine Finanzierung ganz ohne Eigenkapital ist möglich, wenn deine Bonität passt. Die Bank prüft Einkommen, Ausgaben und bestehende Kredite. Wer eine Immobilie besitzt, bekommt über eine Grundschuld oft günstigere Konditionen, bindet aber das Haus als Sicherheit.
Rechnet sich die Rate? Ein Beispiel
Ob sich die Finanzierung lohnt, zeigt der Vergleich von monatlicher Rate und Ersparnis. Ein Beispiel mit angenommenen Werten:
Dem steht die Ersparnis gegenüber. Nimmt man für eine 10-kWp-Anlage 9.000 kWh Ertrag im Jahr an, davon 30 Prozent Eigenverbrauch zu 30 Cent und den Rest zu 7,70 Cent Einspeisevergütung, kommt man auf rund 1.295 Euro im Jahr oder etwa 108 Euro pro Monat (eigene Rechnung). Bei 15 oder 20 Jahren Laufzeit kann die Rate also schon aus der Ersparnis bezahlt werden, bei 10 Jahren zahlst du drauf. Längere Laufzeiten bedeuten aber mehr Zinsen insgesamt.
Leasing, Miete und Contracting als Alternative
Wer keinen Kredit aufnehmen will, kann eine Solaranlage mieten oder leasen. Du zahlst dann eine monatliche Gebühr über viele Jahre, oft mit Wartung. Über die Laufzeit ist das laut ADAC meist teurer als der Kauf. Für Unternehmen gibt es zusätzlich Leasingmodelle, die steuerliche Behandlung klärst du am besten mit deinem Steuerberater.
Beim PV-Contracting baut ein Investor die Anlage auf deinem Dach und du kaufst den Solarstrom zu einem vereinbarten Preis pro Kilowattstunde. Das ist besonders für Betriebe interessant, die keine Investition in die Bilanz nehmen wollen.
Förderung und Steuern nutzen
Neben dem KfW-Kredit gibt es in einigen Ländern und Kommunen Zuschüsse, etwa für Speicher. Welche Programme aktuell laufen, findest du im Ratgeber Photovoltaik Förderung. Für Privatleute gilt für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent nach § 12 Abs. 3 UStG, das senkt die Anschaffungskosten. Betriebe können die Anlage abschreiben, mehr dazu im Ratgeber Abschreibung PV-Anlage.
- Stelle den KfW-Antrag vor der Auftragsvergabe.
- Vergleiche den effektiven Jahreszins, nicht nur die Rate.
- Achte auf kostenlose Sondertilgungen.
- Rechne die Rate gegen eine realistische Ersparnis, nicht gegen Werbeversprechen.
- Prüfe auch deinen Stromtarif für den Reststrom.
Jede Finanzierung rechnet sich schneller, wenn auch dein Reststrom günstig ist. Prüfe mit dem kostenlosen Tarifcheck, ob dein Stromtarif noch passt.
Finanzierung und Ersparnis prüfen lassen
Du hast ein Angebot für eine PV-Anlage und willst wissen, ob sich Kredit, KfW oder ein anderes Modell rechnet? Schick uns das Angebot und deine letzte Jahresstromrechnung. Wir schauen auf Rate, Eigenverbrauch und Reststrom und sagen dir, welche Fragen du klären solltest. Du entscheidest selbst.
Häufige Fragen zur Finanzierung einer Solaranlage
Kann ich eine Solaranlage ohne Eigenkapital finanzieren?
Ja, etwa mit einem Solarkredit, dem KfW-Kredit 270 oder über Miete und Contracting. Die Bank prüft dafür deine Bonität.
Wie viel finanziert der KfW-Kredit 270?
Laut Merkblatt bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten, mit Laufzeiten bis 30 Jahre und bis zu fünf tilgungsfreien Jahren.
Bekommen auch Privatpersonen den KfW-Kredit 270?
Ja. Antragsberechtigt sind laut Merkblatt Privatpersonen, Unternehmen und gemeinnützige Organisationen.
Wann muss ich den KfW-Kredit beantragen?
Vor Beginn des Vorhabens, also bevor du den Auftrag vergibst. Der Antrag läuft über eine Bank deiner Wahl.
Brauche ich für einen Solarkredit eine Grundschuld?
Meist nicht. Mit Grundschuld sind die Zinsen oft günstiger, dafür dient das Haus als Sicherheit.
Ist Mieten besser als ein Kredit?
Nicht unbedingt. Laut ADAC ist Miete über die Laufzeit meist teurer als der Kauf, beim Kredit kommen aber Zinsen hinzu. Rechne beide Varianten durch.
Kann die Rate aus der Ersparnis bezahlt werden?
Bei längeren Laufzeiten oft ja. Rechne mit realistischem Eigenverbrauch und deinem tatsächlichen Strompreis.
Fazit: Eigenkapital ist kein Muss
Eine PV-Anlage lässt sich auch ohne Eigenkapital finanzieren. Der KfW-Kredit 270 bietet bis zu 100 Prozent Finanzierung und lange Laufzeiten, Solarkredite sind schnell und flexibel. Wichtig ist, dass Rate und Ersparnis zusammenpassen. Vergleiche mehrere Angebote, beantrage Förderkredite rechtzeitig und rechne ehrlich.
Quellen und Stand der Angaben
Gesetzestexte · Wortlaut geprüft am 29. September 2026
- § 12 Abs. 3 UStG – Nullsteuersatz für Photovoltaik
Weiterführend · Links geprüft am 29. September 2026
- KfW: Merkblatt Erneuerbare Energien Standard (270) – Stand 05/2025
- Verbraucherzentrale: Photovoltaik, was bei der Planung wichtig ist – Einspeisevergütung, Stand 26.08.2026
- ADAC: Solaranlage mieten statt kaufen – Kostenvergleich Miete und Kauf, Stand 16.09.2026






