Gasvertrag kündigen wegen Wärmepumpe: Welche Frist gilt und wie du früher rauskommst
Ratgeber Gas

Gasvertrag kündigen wegen Wärmepumpe: Welche Frist gilt und wie du früher rauskommst

Die Wärmepumpe ist bestellt, die Gasheizung kommt raus – und der Gasvertrag läuft weiter. Hier liest du, warum es dafür kein Sonderkündigungsrecht gibt, welche Frist für deinen Vertrag gilt, wie du trotzdem früher rauskommst und was mit dem Gasanschluss passiert.

12 Minuten Lesezeit Quellen: GasGVV, EnWG, BGB, NDAV Aktualisiert am 24. September 2026
Inhaltsverzeichnis
  1. Sonderkündigungsrecht?
  2. Welche Frist gilt
  3. Früher raus: drei Wege
  4. Umstieg planen
  5. Kosten der Restlaufzeit
  6. Vorlage Kündigung
  7. Gasanschluss
  8. Gas für Herd oder Warmwasser
  9. Stromtarif für die Wärmepumpe
  10. Fünf Tipps
  11. Tarifcheck
  12. Häufige Fragen
  13. Fazit

Kurz gesagt: Wer seinen Gasvertrag wegen einer Wärmepumpe kündigen will, hat dafür kein eigenes Sonderkündigungsrecht. Es gelten die normalen Fristen: In der Grundversorgung kündigst du jederzeit mit zwei Wochen, im Sondervertrag zum Ende der Laufzeit – bei Verträgen ab März 2022 nach der Erstlaufzeit mit höchstens einem Monat. Früher raus kommst du nur bei einer Preiserhöhung, einem Umzug oder wenn der Anbieter einer Aufhebung zustimmt. Bis dahin kannst du den Abschlag an den geringeren Verbrauch anpassen lassen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Kein Sonderkündigungsrecht: Der Umstieg auf eine Wärmepumpe ist im Energiewirtschaftsgesetz kein Grund für eine außerordentliche Kündigung des Gasliefervertrags.
  • Grundversorgung: Kündigung jederzeit mit zwei Wochen Frist in Textform (§ 20 GasGVV).
  • Sondervertrag: Laufzeit gilt weiter. Seit 1. März 2022 höchstens zwei Jahre Erstlaufzeit, danach monatlich kündbar (§ 309 Nr. 9 BGB).
  • Früher raus: bei Preiserhöhung ohne Frist (§ 41 Abs. 5 EnWG), beim Umzug mit sechs Wochen (§ 41b Abs. 5 EnWG) oder per Aufhebung mit dem Anbieter.
  • Danach: Den Gasanschluss kündigt der Hauseigentümer getrennt beim Netzbetreiber – sonst kann Gas über die Ersatzversorgung weiterlaufen.

Gasvertrag kündigen wegen Wärmepumpe: Gibt es ein Sonderkündigungsrecht?

Die kurze Antwort lautet nein. Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und die Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV) kennen für Haushaltskunden nur zwei gesetzliche Gründe, einen Gasvertrag vorzeitig zu beenden: eine Preis- oder Vertragsänderung durch den Anbieter und den Wohnsitzwechsel. Der Heizungstausch gehört nicht dazu. Wer eine neue Wärmepumpe einbaut, die Gasheizung ausbaut und kein Erdgas mehr braucht, bleibt deshalb an seinen Gasliefervertrag gebunden, bis die normale Kündigungsfrist abgelaufen ist.

Viele fragen, ob der Umstieg auf eine Wärmepumpe nicht als „wichtiger Grund“ nach § 314 BGB zählt. Darauf solltest du nicht bauen. Ein wichtiger Grund liegt nur vor, wenn dir die Fortsetzung des Vertrags bis zum regulären Ende nicht zumutbar ist. Der Wechsel des Heizsystems ist aber deine eigene Entscheidung, und du kannst ihn zeitlich planen. Eine gesetzliche Regel oder ein veröffentlichtes höchstrichterliches Urteil, das den Einbau einer Wärmepumpe als Kündigungsgrund für den Gasliefervertrag anerkennt, haben wir nicht gefunden.

Warum es bei Fernwärme anders ist

Vielleicht hast du gelesen, dass man einen Vertrag wegen Wärmepumpe mit zwei Monaten Frist kündigen kann. Das stimmt – aber nur für Fernwärme. § 3 Abs. 2 der Fernwärmeverordnung (AVBFernwärmeV) erlaubt die Kündigung, wenn du die Wärme durch erneuerbare Energien ersetzen willst und das belegst. Das Landgericht Regensburg hat 2022 entschieden, dass eine Luft-Wärmepumpe dazu zählt (Urteil vom 08.07.2022, Az. 34 O 2572/21). Für Gasverträge gibt es keine vergleichbare Vorschrift.

Häufiger Irrtum

„Ich brauche kein Gas mehr, also muss mich der Anbieter rauslassen.“ So funktioniert der Vertrag nicht. Du hast Gas zu bestimmten Konditionen für eine Laufzeit bestellt. Ob du es verbrauchst, ist dein Risiko. Solange der Vertrag läuft, zahlst du mindestens den Grundpreis.

Welche Kündigungsfrist für deinen Gasvertrag gilt

Welche Frist gilt, hängt von der Vertragsart ab – nicht vom Namen des Versorgers. Auf der letzten Jahresabrechnung oder in der Vertragsbestätigung steht, ob du in der Grundversorgung bist oder einen Sondertarif mit Laufzeit hast.

Wann du den Gasvertrag wegen Wärmepumpe beenden kannst

Grundversorgung oder „Allgemeiner Tarif“Keine Mindestlaufzeit. Kündigung jederzeit in Textform (§ 20 GasGVV).

2 Wochen

Sondertarif ab 1. März 2022, Erstlaufzeit vorbeiVerlängerung nur auf unbestimmte Zeit, Kündigung mit höchstens einem Monat Frist.

max. 1 Monat

Sondertarif, Erstlaufzeit läuft nochKündigung zum Laufzeitende, höchstens einen Monat vorher. Früher nur mit Sonderkündigungsgrund oder Aufhebung.

Laufzeitende

Sondertarif vor dem 1. März 2022Altes Recht: Frist und Verlängerung stehen im Vertrag, oft drei Monate und zwölf Monate Verlängerung.

Vertrag prüfen
Grundlage: § 20 GasGVV und § 309 Nr. 9 BGB, abgerufen am 23.09.2026 bei gesetze-im-internet.de.

Grundversorgung: zwei Wochen und fertig

Bist du in der Gasgrundversorgung, ist die Sache einfach. Nach § 20 Abs. 1 GasGVV kannst du den Grundversorgungsvertrag jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Die Kündigung braucht Textform, eine E-Mail genügt. Der Grundversorger muss sie unverzüglich mit dem Vertragsende bestätigen und darf keine Kündigungsgebühr verlangen. Ein Sonderkündigungsrecht brauchst du hier gar nicht.

Sondervertrag: Laufzeit prüfen

Hast du einen Gastarif mit Preisgarantie oder einen Vertrag mit fester Laufzeit, bindet dich die vereinbarte Laufzeit. Für Verträge, die ab dem 1. März 2022 geschlossen wurden, schützt dich § 309 Nr. 9 BGB: Die Erstlaufzeit darf höchstens zwei Jahre betragen, die Kündigungsfrist höchstens einen Monat vor Ablauf. Danach verlängert sich der Vertrag nur auf unbestimmte Zeit und ist jederzeit mit höchstens einem Monat kündbar. Ältere Verträge laufen nach ihren eigenen Bedingungen, oft mit drei Monaten Frist und zwölf Monaten Verlängerung. Mehr zu Fristen und Form steht im Ratgeber Gasvertrag kündigen.

Früher aus dem Gasvertrag: drei Wege, die tatsächlich funktionieren

Auch ohne Sonderkündigungsrecht wegen der Wärmepumpe gibt es Situationen, in denen du vor dem Laufzeitende aus dem Vertrag kommst.

1. Preiserhöhung oder Vertragsänderung

Kündigt dein Anbieter eine Preiserhöhung oder andere geänderte Vertragsbedingungen an, darfst du ohne Frist zum Zeitpunkt der Änderung kündigen (§ 41 Abs. 5 EnWG, in der Grundversorgung § 5 Abs. 3 GasGVV). Im Sondervertrag muss der Anbieter dich mindestens einen Monat vorher informieren, in der Grundversorgung mindestens sechs Wochen vorher. Gerade zum Jahreswechsel kommen solche Preisbriefe häufig. Wie du die Frist richtig triffst, erklärt der Ratgeber Sonderkündigungsrecht Gas.

2. Umzug

Ziehst du aus, kannst du nach § 41b Abs. 5 EnWG mit sechs Wochen Frist außerordentlich kündigen. Das hilft beim Heizungstausch im eigenen Haus nicht, wohl aber, wenn du parallel umziehst. Aber Achtung: Bietet dir der Anbieter binnen zwei Wochen in Textform an, den Vertrag zu den bisherigen Bedingungen an der neuen Adresse fortzuführen, und kann er dort liefern, entfällt das Kündigungsrecht. Gib in der Kündigung deine neue Anschrift an.

3. Aufhebung im Einvernehmen

Ein Vertrag lässt sich jederzeit beenden, wenn beide Seiten zustimmen. Ein Anspruch darauf besteht nicht. Es kann sich trotzdem lohnen, den Anbieter mit Nachweis zu fragen: Rechnung des Heizungsbauers, Termin der Inbetriebnahme, geplante Stilllegung des Gasanschlusses. Manche Anbieter lassen Kunden bei endgültigem Wegfall des Gasbedarfs vorzeitig gehen. Verlass dich aber erst auf die schriftliche Bestätigung.

Den Umstieg planen: Gasvertrag und Wärmepumpe richtig takten

Am meisten Geld sparst du, wenn du das Vertragsende von Anfang an mit dem Einbau der Wärmepumpe abstimmst. Lass dabei keine Lücke entstehen: Solange die alte Gasheizung läuft, brauchst du Gas. Welche Regeln 2026 für eine bestehende Gasheizung gelten, steht im Ratgeber Heizungsgesetz 2026.

In fünf Schritten vom Gasvertrag zur Wärmepumpe
Vertrag prüfenGrundversorgung oder Sondervertrag? Laufzeitende und Frist aus der Abrechnung ablesen.
Inbetriebnahme festlegenMit dem Heizungsbauer klären, ab wann die Wärmepumpe heizt und die Gasheizung ausgebaut wird.
Kündigungsdatum festlegenZum nächstmöglichen Termin kündigen, bei Sondervertrag mit Laufzeit zusätzlich um Aufhebung bitten.
Abschlag senkenBis zum Vertragsende den Abschlag an den geringeren Verbrauch anpassen lassen.
Zählerstand und AnschlussAm letzten Tag ablesen, Foto machen, als Eigentümer den Gasanschluss beim Netzbetreiber kündigen.
Die Kündigung des Liefervertrags und die Stilllegung des Anschlusses sind zwei getrennte Vorgänge.

Plane die Kündigung erst, wenn der Einbautermin feststeht. Verschiebt sich die Installation, stehst du sonst ohne Liefervertrag da und rutschst in die teurere Ersatzversorgung. In der Grundversorgung ist das Risiko klein, weil du mit zwei Wochen Frist sehr kurzfristig kündigen kannst.

Was dich die Restlaufzeit kostet – und wie du sie senkst

Läuft dein Sondervertrag nach dem Einbau der Wärmepumpe noch einige Monate weiter, zahlst du zwei Posten: den Grundpreis für jeden Monat und den Arbeitspreis für das Gas, das du tatsächlich noch verbrauchst. Heizt die Wärmepumpe, geht der Verbrauch gegen null. Übrig bleibt im Wesentlichen der Grundpreis.

Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Endet dein Vertrag acht Monate nach dem Einbau und liegt dein Grundpreis bei 15 Euro im Monat, kostet dich die Restlaufzeit rund 120 Euro, wenn du kein Gas mehr verbrauchst. Deinen tatsächlichen Grundpreis findest du auf der Abrechnung.

Wichtig ist der Abschlag. Er richtet sich nach dem bisherigen Verbrauch – also nach dem Gas für die ganze Heizung. Nach § 41b Abs. 3 EnWG muss der Anbieter einen erheblich geringeren Verbrauch angemessen berücksichtigen, wenn du ihn glaubhaft machst. Schick deshalb eine kurze Nachricht mit dem Einbaudatum der Wärmepumpe und einem aktuellen Zählerstand und bitte um einen neuen Abschlag. Sonst zahlst du monatelang für Gas, das du nicht mehr brauchst, und wartest auf die Erstattung bis zur Schlussrechnung.

Vorlage: Gasvertrag kündigen wegen Wärmepumpe

Die Vorlage kombiniert die fristgerechte Kündigung mit der Bitte um vorzeitige Aufhebung und einem neuen Abschlag. Ersetze die Angaben in eckigen Klammern. Das Schreiben richtet sich an ein Unternehmen, deshalb steht es in der Sie-Form. Per Einschreiben musst du nicht kündigen, Textform genügt – eine E-Mail oder der Kündigungsbutton auf der Website des Anbieters. Wichtig ist nur, dass du den Eingang belegen kannst.

Vorlage zum Kopieren

[Vor- und Nachname]
[Straße, Hausnummer, PLZ Ort]

An [Name des Gasanbieters]
[Anschrift oder E-Mail-Adresse des Kundenservice]

[Ort], [Datum]

Kündigung meines Gasliefervertrags wegen Umstellung auf Wärmepumpe
Kundennummer: [Nummer] · Vertragsnummer: [Nummer] · Zählernummer: [Nummer]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich den oben genannten Gasliefervertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Seit dem [Datum] heize ich mit einer Wärmepumpe, die Gasheizung wird am [Datum] außer Betrieb genommen. Ab diesem Zeitpunkt benötige ich kein Gas mehr. Ich bitte Sie deshalb, den Vertrag im gegenseitigen Einvernehmen zum [Datum] aufzuheben. Einen Nachweis des Heizungstauschs sende ich Ihnen gern zu.

Bis zum Vertragsende bitte ich Sie, meinen monatlichen Abschlag an den deutlich geringeren Verbrauch anzupassen (§ 41b Abs. 3 EnWG). Der Zählerstand am [Datum] betrug [Zählerstand] m³.

Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieser Kündigung und das Vertragsende in Textform. Ein Guthaben aus der Schlussrechnung überweisen Sie bitte auf das Konto IBAN [IBAN].

Mit freundlichen Grüßen
[Vor- und Nachname]

Stimmt der Anbieter der Aufhebung nicht zu, bleibt die fristgerechte Kündigung wirksam. Du musst also kein zweites Schreiben schicken.

Lieber ein fertiges Schreiben? Der Generator erstellt die Kündigung für Strom oder Gas – ordentlich, nach Preiserhöhung oder beim Umzug.

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Gasvertrag gekündigt, Gasanschluss noch da: darauf achten

Die Kündigung beim Gaslieferanten beendet nur die Lieferung. Der Gasanschluss gehört zum Gasnetzbetreiber, der Gaszähler zum Messstellenbetreiber – beim Gas ist das meist ebenfalls der Netzbetreiber. Mit ihm hat der Eigentümer des Hauses einen eigenen Netzanschlussvertrag. Als Eigentümer kannst du ihn nach § 25 der Niederdruckanschlussverordnung (NDAV) mit einem Monat Frist zum Monatsende in Textform kündigen.

Die Reihenfolge ist wichtig. Fließt nach dem Ende des Liefervertrags weiter Gas durch den Zähler, ohne dass ein Liefervertrag dahintersteht, gilt es nach § 38 EnWG als vom Grundversorger geliefert – in der Ersatzversorgung, oft zu höheren Preisen. Stell deshalb sicher, dass die Gasentnahme wirklich endet: Gasgeräte außer Betrieb, Zähler gesperrt oder ausgebaut. Wie Außerbetriebnahme, Stilllegung und Rückbau ablaufen und was sie kosten dürfen, steht im Ratgeber Gasanschluss stilllegen.

Kochst du weiter mit Gas oder machst Warmwasser damit?

Nicht jeder Umstieg ist vollständig. Manche behalten den Gasherd, andere lassen das Warmwasser noch eine Weile über die alte Therme laufen, oder die Wärmepumpe arbeitet als Hybridheizung mit einem Gaskessel für kalte Tage zusammen. Dann brauchst du den Gasvertrag weiter – nur mit viel weniger Verbrauch.

Bei kleinem Verbrauch zählt vor allem der Grundpreis, weil er unabhängig von der Menge anfällt. Ein Tarif mit günstigem Arbeitspreis und hohem Grundpreis, der bei 20.000 kWh vorn lag, kann bei 1.000 bis 2.000 kWh deutlich teurer sein. Vergleiche Gastarife deshalb mit deinem neuen, realistischen Jahresverbrauch. Den Zählerstand in Kubikmetern rechnest du mit dem Rechner unten in Kilowattstunden um.

Gaszähler zeigt Kubikmeter, der Tarif rechnet in Kilowattstunden? Der Rechner übersetzt deinen Verbrauch.

WerkzeugGas: m³ in kWh umrechnenMit Brennwert und Zustandszahl von deiner Abrechnung.

Nach dem Gas: der passende Stromtarif für die Wärmepumpe

Mit der Wärmepumpe verlagern sich deine Heizkosten vom Gas zum Strom. Eine Wärmepumpe braucht im Einfamilienhaus je nach Gebäude und Anlage mehrere tausend Kilowattstunden Strom im Jahr. Wie viel es bei dir sein dürfte, zeigt der Ratgeber zum Stromverbrauch der Wärmepumpe.

Die Frage nach dem Stromtarif ist mindestens so wichtig wie die nach dem Gasvertrag. Du kannst die Wärmepumpe über den normalen Haushaltszähler betreiben oder über einen eigenen Zähler mit einem Wärmepumpentarif. Welche Variante sich lohnt, hängt von Verbrauch, Netzentgelten und den Kosten für den zweiten Zähler ab. Was Anschaffung und Förderung kosten, steht im Ratgeber Wärmepumpe Kosten.

Tipps & Tricks aus der Praxis

Fünf Tipps für den Abschied vom Gas

  1. Erst den Einbautermin, dann die Kündigung. Verschiebt sich die Installation, brauchst du weiter Gas – ohne Vertrag landest du in der Ersatzversorgung.
  2. Laufzeitende notieren. Bei Sonderverträgen seit März 2022 höchstens einen Monat vor Ablauf kündigen, danach monatlich.
  3. Preisbrief abwarten lohnt sich. Kündigt der Anbieter eine Preiserhöhung an, kannst du ohne Frist raus.
  4. Abschlag sofort senken. Mit Einbaudatum und Zählerstand glaubhaft machen, dass der Verbrauch stark sinkt.
  5. Letzten Zählerstand fotografieren. Mit Datum – das ist dein Beleg für die Schlussrechnung.

Wärmepumpe da? Stromtarif prüfen

Mit der Wärmepumpe wandern deine Heizkosten vom Gas zum Strom. Wir prüfen Stromtarife aus unserem Partnernetzwerk für deinen neuen Verbrauch – und den Gastarif, falls du für Herd oder Warmwasser noch Gas brauchst. Kostenlos und ohne Verpflichtung.

Wir vergleichen Angebote aus unserem Partnernetzwerk, keinen vollständigen Markt. Für dich ist die Prüfung kostenlos; kommt ein Vertrag zustande, erhalten wir eine Vergütung. Wir versprechen keine bestimmte Ersparnis und beraten nicht rechtlich.

Häufige Fragen: Gasvertrag kündigen wegen Wärmepumpe

Die wichtigsten Fragen zu Frist, Sonderkündigung und Gasanschluss – mit Rechtsgrundlage.

Kann ich meinen Gasvertrag wegen einer Wärmepumpe kündigen?

Ja, aber nur mit der normalen Frist. Ein Sonderkündigungsrecht wegen Wärmepumpe gibt es für Gasverträge nicht. In der Grundversorgung sind es zwei Wochen, im Sondervertrag gilt die vereinbarte Laufzeit.

Gibt es ein Sonderkündigungsrecht Gas wegen Wärmepumpe?

Nein. Das Energiewirtschaftsgesetz sieht eine außerordentliche Kündigung nur bei Preis- oder Vertragsänderungen (§ 41 Abs. 5 EnWG) und beim Umzug (§ 41b Abs. 5 EnWG) vor. Das Kündigungsrecht wegen erneuerbarer Energien in § 3 AVBFernwärmeV gilt nur für Fernwärme.

Wie lange ist die Kündigungsfrist in der Gasgrundversorgung?

Zwei Wochen, jederzeit und ohne Mindestlaufzeit (§ 20 Abs. 1 GasGVV). Die Kündigung braucht Textform; der Grundversorger muss sie mit dem Vertragsende bestätigen.

Was gilt bei einem Gasvertrag mit Laufzeit?

Du kannst zum Laufzeitende kündigen. Bei Verträgen ab dem 1. März 2022 beträgt die Frist höchstens einen Monat, nach der Erstlaufzeit ist der Vertrag monatlich kündbar (§ 309 Nr. 9 BGB). Ältere Verträge laufen nach ihren eigenen Bedingungen.

Muss ich bis zum Vertragsende weiter zahlen, obwohl ich kein Gas mehr brauche?

Ja, mindestens den Grundpreis. Für das Gas, das du nicht mehr verbrauchst, zahlst du keinen Arbeitspreis. Machst du glaubhaft, dass dein Verbrauch erheblich sinkt, muss der Anbieter das beim Abschlag angemessen berücksichtigen (§ 41b Abs. 3 EnWG).

Kann der Anbieter mich freiwillig früher rauslassen?

Ja, wenn er zustimmt. Einen Anspruch darauf hast du nicht. Frag mit Nachweis des Heizungstauschs nach einer Aufhebung und verlass dich erst auf die Bestätigung in Textform.

Reicht es, den Gasvertrag zu kündigen?

Nein. Der Gasanschluss ist ein eigenes Vertragsverhältnis zwischen Hauseigentümer und Netzbetreiber. Als Eigentümer kündigst du ihn nach § 25 NDAV mit einem Monat Frist zum Monatsende. Fließt ohne Liefervertrag weiter Gas, gilt es als vom Grundversorger geliefert (§ 38 EnWG).

Ich koche weiter mit Gas – was nun?

Dann brauchst du den Gasvertrag weiter, aber mit viel weniger Verbrauch. Bei kleinen Mengen zählt vor allem der Grundpreis. Vergleiche Tarife mit deinem neuen Jahresverbrauch.

Muss ich als Mieter kündigen, wenn der Vermieter eine Wärmepumpe einbaut?

Nur wenn du einen eigenen Gasvertrag hast, zum Beispiel für eine Gasetagenheizung. Dann gelten dieselben Fristen wie oben. Läuft die Heizung zentral über den Vermieter, hast du keinen eigenen Gasliefervertrag zu kündigen.

Fazit

Den Gasvertrag wegen einer Wärmepumpe zu kündigen ist möglich, aber nur mit der normalen Frist – ein Sonderkündigungsrecht gibt es dafür nicht. In der Grundversorgung bist du nach zwei Wochen raus, im Sondervertrag zum Laufzeitende. Früher geht es bei einer Preiserhöhung, einem Umzug oder wenn der Anbieter einer Aufhebung zustimmt. Plane die Kündigung erst, wenn der Einbautermin feststeht, lass bis dahin den Abschlag senken und kündige als Eigentümer danach getrennt den Gasanschluss. Und vergiss den Strom nicht: Mit der Wärmepumpe entscheidet der Stromtarif über deine Heizkosten.

Christian Grünefeld · Ganter Energie

Ganter Energie vermittelt Strom- und Gastarife für Haushalte und Gewerbe. Die Angaben hier sind Orientierung anhand der genannten Gesetzestexte, Stand 24.09.2026. Maßgeblich sind immer die Bedingungen deines Vertrags. Eine Rechtsberatung ersetzen wir nicht.

Quellen und Stand der Angaben

Gesetzestexte abgerufen am 23.09.2026 bei gesetze-im-internet.de. Die Angaben gelten für Haushaltskunden; Gewerbeverträge können abweichen.