CO2-Preis 2026 beim Heizen und Tanken: Gas, Heizöl, Benzin und Diesel
Ratgeber · CO2-Preis

CO2-Preis 2026 beim Heizen und Tanken: Gas, Heizöl, Benzin und Diesel

2026 wird der CO2-Preis erstmals versteigert statt festgelegt. Die erste Auktion ging beim Höchstpreis durch – hier liest du, was das konkret für deine Gas- und Heizölrechnung bedeutet, wie du deinen eigenen Anteil ausrechnest, was beim Tanken dazukommt und warum die meisten Rechner im Netz zu hohe Werte liefern.

Von Christian Grünefeld · Ganter Energie
Stand: 23.09.2026
Lesezeit: 12 Minuten
Quellen: DEHSt, BEHG, EBeV 2030


Inhalt anzeigen
  1. Was der CO2-Preis 2026 kostet
  2. Wer den CO2-Preis zahlt
  3. Wie der Preis 2026 entsteht
  4. Was sich gegenüber 2025 ändert
  5. Benzin und Diesel
  6. Eigene Kosten berechnen
  7. Wer in der Mietwohnung zahlt
  8. Den Anteil auf der Rechnung finden
  9. Wofür es den CO2-Preis gibt
  10. Wie es ab 2027 weitergeht
  11. Was du dagegen tun kannst
  12. Lohnt der Anbieterwechsel?
  13. Häufige Fragen
  14. Fazit
  15. Quellen
Das Wichtigste in Kürze

2026 wird der CO2-Preis nicht mehr vom Gesetzgeber festgelegt, sondern versteigert – in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Die erste Auktion am 1. Juli 2026 ging beim Höchstpreis von 65 Euro durch. Für dich bedeutet das rund 1,41 Cent je Kilowattstunde Erdgas, 20,7 Cent je Liter Heizöl und 18,3 Cent je Liter Benzin, jeweils brutto.

  • Preiskorridor: 55 bis 65 Euro je Tonne CO2, versteigert wöchentlich mittwochs an der EEX (§ 10 BEHG).
  • Tatsächlicher Preis: Die erste Versteigerung am 01.07.2026 wurde bei 65 Euro zugeteilt – am oberen Ende des Korridors.
  • Anschließender Verkauf: Ab dem 3. November 2026 können nEZ 2026 im anschließenden Verkauf in unbegrenzter Menge zum Überschussmengenpreis von 68 Euro erworben werden. Das ist die realistische Obergrenze für 2026.
  • Gegenüber 2025: Damals galt ein Festpreis von 55 Euro. Bei 65 Euro sind das laut DEHSt +0,22 Cent je kWh Gas und +3,2 Cent je Liter Heizöl.
  • Rechenfalle: Für Erdgas gilt auf deiner Rechnung der brennwertbezogene Faktor 0,182 kg CO2 je kWh – nicht die oft zitierten 0,2.

Was der CO2-Preis 2026 bei Heizöl und Erdgas kostet

Du zahlst ihn nicht direkt an den Staat. Dein Gas- oder Heizöllieferant kauft die nötigen Zertifikate und kalkuliert die Kosten in den Brennstoffpreis ein. Auf diesen Preisbestandteil kommt zusätzlich die Mehrwertsteuer. Alle Werte hier sind deshalb Bruttowerte.

CO2-Kostenanteil 2026 nach Preisniveau

Größe 55 €/t
Korridor-Minimum
65 €/t
Auktionspreis seit Juli
68 €/t
Restmengen ab November
Erdgas je kWh 1,19 ct 1,41 ct 1,47 ct
Heizöl je Liter 17,5 ct 20,7 ct 21,7 ct
Gas, 20.000 kWh im Jahr rund 238 € rund 282 € rund 295 €
Heizöl, 2.000 Liter im Jahr rund 350 € rund 414 € rund 433 €
Eigene Berechnung mit den amtlichen Emissionsfaktoren der EBeV 2030 (Erdgas 0,182 kg CO2 je kWh brennwertbezogen, Heizöl 2,6763 kg je Liter), jeweils inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Gemeint ist nur der CO2-Anteil, nicht die gesamte Rechnung.
Die Rechenfalle, die fast alle übersehen

Auf deiner Gasrechnung stehen Kilowattstunden auf Brennwert-Basis. Der amtliche Emissionsfaktor aus der EBeV 2030 ist mit 0,0558 Tonnen CO2 je Gigajoule dagegen heizwertbezogen und ergibt dort 0,2016 kg je kWh. Rechnet man damit die Rechnungs-Kilowattstunden hoch, kommt man auf rund zehn Prozent zu hohe CO2-Kosten. Richtig sind für deine Rechnung 0,182 kg je kWh. Die Gegenprobe bestätigt es: Die DEHSt beziffert den Sprung von 55 auf 65 Euro je Tonne mit +0,22 Cent je Kilowattstunde – dieser Wert ergibt sich nur mit dem Brennwert-Faktor. Bei Heizöl gibt es dieses Problem nicht, dort gilt schlicht 2,6763 kg je Liter.

Wer die CO2-Steuer zahlt: Inverkehrbringer nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG)

Umgangssprachlich heißt es CO2-Steuer, rechtlich ist es ein Zertifikatspreis. Und zahlen musst du ihn nicht selbst an den Staat: Verpflichtet sind nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz alle, die fossile Brennstoffe in Verkehr bringen – also Raffinerien, Gasimporteure und Brennstoffhändler, die Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas liefern. Sie kaufen die Zertifikate und geben die Kosten über den Preis weiter.

Für dich hat das zwei praktische Folgen. Erstens taucht der CO2-Anteil nicht als eigene Steuerzeile auf, sondern steckt im Arbeitspreis für Öl und Gas beziehungsweise im Literpreis an der Tankstelle. Zweitens kannst du dich ihm nicht durch einen Anbieterwechsel entziehen – jeder Lieferant hat dieselbe Pflicht.

Wie der CO2-Preis ab 2026 entsteht: Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne

Von 2021 bis 2025 stand der CO2-Preis im Brennstoffemissionshandelsgesetz als fester Betrag. Seit Januar 2026 gilt für das laufende Preisjahr ein anderes Verfahren. 2026 endet diese Festpreisphase: Die Zertifikate des nationalen Emissionshandels werden jetzt versteigert, wöchentlich mittwochs an der Energiebörse EEX in Leipzig. Damit der Preis nicht beliebig ausschlägt, gibt § 10 BEHG einen Korridor vor – mindestens 55, höchstens 65 Euro je Tonne.

Der CO2-Preis seit Einführung des nationalen Emissionshandels

2021Start der Festpreisphase
25 €/t
2022 und 2023geplante Erhöhung wegen der Energiekrise verschoben
30 €/t
2024Nachholen der verschobenen Stufe
45 €/t
2025letztes Jahr mit festem Preis
55 €/t
2026Versteigerung im Korridor, erste Auktion bei 65 Euro zugeteilt
55–65 €/t
Einführung 2021Versteigerungsphase 2026
Preispfad nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz. Die Balkenlängen zeigen das Verhältnis der Preise zueinander.

Wie hoch der Preis innerhalb des Korridors tatsächlich ausfällt, entscheidet die Nachfrage. Und die war von Anfang an hoch: Bei der ersten Versteigerung am 1. Juli 2026 wurden rund 21,3 Millionen Zertifikate zugeteilt – zum Zuschlagspreis von 65 Euro, also am oberen Ende des Korridors.

Gut zu wissen

Nach Abschluss der Versteigerungsphase können nEZ 2026 ab dem 3. November 2026 im anschließenden Verkauf in unbegrenzter Menge zum Überschussmengenpreis von 68 Euro erworben werden. Für deine Kalkulation heißt das: 65 Euro ist der realistische Wert, 68 Euro die Obergrenze – mit 55 Euro solltest du 2026 nicht mehr rechnen.

Was sich ändert: Die CO2-Steuer 2026 steigt gegenüber 2025

Für deine Rechnung zählt nicht der absolute Preis, sondern die Veränderung. 2025 galt ein Festpreis von 55 Euro – genau das Minimum des heutigen Korridors. Die CO2-Steuer steigt damit erstmals über diesen bisherigen Festpreis hinaus. Der Sprung auf 65 Euro bedeutet laut DEHSt +0,22 Cent je Kilowattstunde Erdgas und +3,2 Cent je Liter Heizöl, jeweils brutto. Übersetzt in Jahreskosten:

Mehrkosten 2026 gegenüber 2025, je nach Haushalt

Gasetagenheizung, rund 12.000 kWh im JahrTypische Wohnung mit eigener Gastherme.

rund +26 €

Gasheizung im Haus, rund 20.000 kWh im JahrEinfamilienhaus mit durchschnittlichem Verbrauch.

rund +44 €

Ölheizung, rund 2.000 Liter im JahrHeizöl trägt je Energieeinheit mehr CO2 als Erdgas.

rund +64 €

Wäre die Auktion bei 55 Euro gebliebenKorridor-Minimum, entspricht dem Festpreis von 2025.

±0 €
Berechnet mit den von der DEHSt genannten Veränderungswerten für einen Preis von 65 statt 55 Euro je Tonne, inklusive Mehrwertsteuer.

Das ist spürbar, aber es ist nicht der Posten, der deine Heizkosten dominiert. Zum Vergleich: Schon eine Veränderung des reinen Arbeitspreises um einen Cent je Kilowattstunde macht bei 20.000 kWh rund 200 Euro im Jahr aus – ein Vielfaches des CO2-Effekts. Mehr dazu im Abschnitt zum Anbieterwechsel.

Was der CO2-Preis bei Benzin und Diesel ausmacht

Der nationale Emissionshandel erfasst nicht nur das Heizen, sondern auch den Verkehr. Wer tankt, zahlt denselben Betrag je Tonne – nur wirkt er sich anders aus, weil ein Liter Kraftstoff andere Mengen CO2 freisetzt als eine Kilowattstunde Erdgas.

CO2-Anteil je Liter Kraftstoff, brutto

Benzin bei 55 Euro pro Tonne15,5 ct/l
Benzin bei 65 Euro pro Tonne18,3 ct/l
Diesel bei 55 Euro pro Tonne17,3 ct/l
Diesel bei 65 Euro pro Tonne20,5 ct/l
Tankfüllung 50 Liter Benzinrund 9 €
Tankfüllung 50 Liter Dieselrund 10 €
Gerechnet mit 2,37 kg CO2 je Liter Benzin und 2,65 kg je Liter Diesel, inklusive Mehrwertsteuer. Die Differenz zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne deckt sich exakt mit den von der DEHSt veröffentlichten Werten von +2,8 Cent je Liter Benzin und +3,2 Cent je Liter Diesel.

Gegenüber 2025 bedeutet das: Wer im Jahr 15.000 Kilometer fährt und dabei rund 1.200 Liter Benzin verbraucht, zahlt durch den Sprung von 55 auf 65 Euro pro Tonne etwa 34 Euro mehr. Bei Diesel und gleicher Literzahl sind es rund 38 Euro. Das ist deutlich weniger, als die übliche Schwankung der Rohölpreise im Jahresverlauf ausmacht – der Aufschlag ist beim Kraftstoff also ein kleiner, aber stetig wachsender Posten.

Gut zu wissen

Bei Kraftstoffen mit gesetzlich vorgeschriebener biogener Beimischung fällt der tatsächliche Aufschlag etwas geringer aus, weil der biogene Anteil nicht mit CO2-Zertifikaten belegt wird. Die Werte oben sind deshalb eine Obergrenze.

CO2-Kosten berechnen: dein Anteil beim Heizen mit Gas und Öl

Du brauchst dafür nur zwei Zahlen: deinen Jahresverbrauch an Energie und den CO2-Preis im Jahr 2026. Der Rest ist Multiplikation.

Erdgas: Jahresverbrauch in kWh × 0,182 kg ÷ 1.000 × CO2-Preis in Euro × 1,19 = CO2-Kosten brutto im Jahr

Heizöl: Jahresverbrauch in Litern × 2,6763 kg ÷ 1.000 × CO2-Preis in Euro × 1,19 = CO2-Kosten brutto im Jahr

Rechenweg an einem Beispiel: 18.000 kWh Erdgas bei 65 Euro je Tonne

Jahresverbrauch heraussuchenSteht auf deiner letzten Jahresabrechnung. Im Beispiel: 18.000 kWh. Nimm den tatsächlichen Verbrauch, nicht den Abschlag.
In CO2 umrechnen18.000 × 0,182 kg = 3.276 kg, also rund 3,28 Tonnen CO2. Bei Heizöl rechnest du stattdessen mit 2,6763 kg je Liter.
Mit dem CO2-Preis multiplizieren3,276 Tonnen × 65 Euro = rund 213 Euro netto. Für 2026 ist 65 Euro der realistische Ansatz, seit die erste Auktion dort zugeteilt wurde.
Mehrwertsteuer aufschlagen213 Euro × 1,19 = rund 253 Euro brutto im Jahr, also etwa 21 Euro im Monat. Das ist ausschließlich der CO2-Anteil.
Gegenprobe auf der RechnungWeicht dein Ergebnis deutlich vom ausgewiesenen CO2-Anteil ab, lohnt eine Nachfrage beim Lieferanten – oft steckt ein anderer Emissionsfaktor oder ein abweichender Abrechnungszeitraum dahinter.
Beispielrechnung mit den amtlichen Faktoren der EBeV 2030. Rundungsdifferenzen sind möglich.

Wenn du deinen Verbrauch gar nicht kennst oder ihn zuerst einordnen willst, hilft dir der Überblick zum durchschnittlichen Gasverbrauch weiter. Für die Einordnung des Gesamtpreises lohnt zusätzlich ein Blick auf den Gaspreis pro Kilowattstunde und auf die Gaspreisentwicklung 2026, in der der CO2-Anteil neben den übrigen Preisbestandteilen eingeordnet ist.

Wer die CO2-Kosten in der Mietwohnung trägt

Bei vermieteten Wohngebäuden zahlst du ihn nicht allein. Das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz verteilt die Kosten zwischen Mieter und Vermieter nach einem Stufenmodell: Je mehr CO2 das Gebäude je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr ausstößt, desto höher fällt der Anteil des Vermieters aus. Die Spanne reicht von null Prozent bei sehr effizienten Gebäuden bis zu 95 Prozent bei besonders schlechten – fünf Prozent bleiben auch in der schlechtesten Stufe beim Mieter. Das vollständige Stufenmodell, den Rechenweg und dein Kürzungsrecht bei unvollständiger Abrechnung findest du im Beitrag zu den CO2-Kosten zwischen Vermieter und Mieter.

Wie das praktisch läuft, hängt von der Heizung ab. Bei einer zentralen Heizungsanlage rechnet der Vermieter die Aufteilung normalerweise direkt in der Heizkostenabrechnung ab – du musst nichts tun, solltest die Abrechnung aber prüfen. Bei einer eigenen Gasetagenheizung kaufst du den Brennstoff selbst ein und musst den Vermieteranteil aktiv einfordern.

Wichtig

Die Aufteilung senkt die Kosten nicht, sie verschiebt sie nur. Und sie greift nur bei vermieteten Gebäuden – wer im eigenen Haus wohnt, trägt den vollen Anteil selbst.

Wo du den CO2-Anteil auf der Rechnung findest

Gas- und Heizölrechnungen weisen den CO2-Kostenanteil gesondert aus. Prüfe dort vor allem:

  • den Abrechnungszeitraum – umfasst er zwei Kalenderjahre, gelten anteilig zwei verschiedene CO2-Preise
  • den zugrunde gelegten Verbrauch: abgelesen oder geschätzt?
  • den angesetzten Emissionsfaktor
  • den verwendeten CO2-Preis je Tonne
  • die ausgewiesene Mehrwertsteuer auf diesen Anteil
  • bei Mietobjekten zusätzlich die Aufteilung nach dem Stufenmodell

Gerade der erste Punkt sorgt oft für Verwirrung: Eine Abrechnung, die von Oktober 2025 bis September 2026 läuft, enthält Monate mit 55 Euro Festpreis und Monate mit dem Auktionspreis. Ein einzelner Wert für das ganze Jahr wäre dort falsch.

Wofür es die CO2-Bepreisung gibt: Klimaschutz seit 2021 und wohin das Geld fließt

Der nationale Emissionshandel läuft seit 2021, genauer seit Januar 2021, und verteuert Energie aus fossilen Quellen gezielt. Die Idee dahinter ist keine zusätzliche Einnahmequelle, sondern eine Lenkungswirkung: Fossile Brennstoffe wie Heizöl und Erdgas sollen die Kosten ihrer Klimawirkung stärker abbilden, damit der Umstieg auf erneuerbare Energien und effiziente Technik wirtschaftlich attraktiver wird. Der Anreiz wirkt über den Preis, nicht über ein Verbot.

Die Einnahmen daraus fließen in den Klima- und Transformationsfonds des Bundes. Daraus werden unter anderem Gebäudesanierung, der Heizungstausch und Entlastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher bei den Energiekosten finanziert. Für dich als Haushalt heißt das: Ein Teil dessen, was du über die Abgabe zahlst, steht an anderer Stelle als Förderung wieder zur Verfügung – aber nur, wenn du sie aktiv beantragst.

Für die eigene Planung ist das der eigentliche Punkt: Das System ist so angelegt, dass der Betrag über die Jahre steigt. Wer heute eine Heizung ersetzt oder dämmt, entzieht sich nicht nur dem aktuellen Preis, sondern auch allen künftigen Erhöhungen.

Die CO2-Steuer ab 2027: nationaler Korridor bleibt, EU-ETS 2 erst ab 2028

Ursprünglich sollte der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr, der sogenannte EU-ETS 2, 2027 starten und das nationale System ablösen. Die EU hat den Start um ein Jahr verschoben: Laut Deutscher Emissionshandelsstelle (DEHSt) beginnt die Regelphase erst am 1. Januar 2028. Bis Ende 2027 gilt deshalb weiter der nationale Emissionshandel nach dem BEHG. Für 2027 sieht ein Gesetzentwurf der Bundesregierung (Drucksache 21/7869) erneut einen Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne vor. Beschlossen ist das noch nicht (Stand 23.09.2026). Was das für Heizen mit Gas und Heizöl bedeutet, rechnen wir im Ratgeber zum CO2-Preis 2027 durch.

Ab 2028 bildet sich der Preis dann über Angebot und Nachfrage am europäischen Markt, nicht mehr innerhalb einer gesetzlich gesetzten Spanne. Was das preislich bedeutet, lässt sich seriös noch nicht beziffern. Es kursieren Prognosen für 2028, teils auch für 2030, die je nach Annahme weit auseinandergehen. Amtliche Zahlen gibt es dafür nicht, und wir nennen deshalb bewusst keine. Belastbar ist nur die Richtung: Ein Marktpreis ohne Deckel kann höher ausfallen als 65 Euro, und eine Verknappung der Zertifikate über die Jahre ist im System angelegt.

Was du daraus mitnehmen solltest

Plane nicht mit einem festen Betrag für die Zukunft. Rechne stattdessen zwei Szenarien: eines mit dem heutigen Niveau und eines mit einem deutlich höheren Preis. Investitionen in Dämmung oder einen Heizungstausch rechnen sich im zweiten Szenario erheblich schneller – und genau darauf zielt das System ab.

Steigende CO2-Kosten: Was du dagegen tun kannst

Der CO2-Preis steigt 2026 auf 65 Euro pro Tonne CO2. Den Zertifikatspreis selbst kannst du nicht beeinflussen – deinen fossilen Verbrauch schon. Und weil der CO2-Anteil direkt am Verbrauch hängt, wirkt jede eingesparte Kilowattstunde doppelt: beim Arbeitspreis und beim CO2-Aufschlag.

Tipps & Tricks

Fünf Hebel, sortiert nach Aufwand

  1. Verbrauch und Abschlag gegenprüfen. Vergleiche den Jahresverbrauch mit den Vorjahren. Ein auffälliger Sprung hat oft eine banale Ursache: falsch abgelesene Zählerstände, eine defekte Regelung oder ein geschätzter Wert.
  2. Heizkurve und Zeiten anpassen. Eine moderate Absenkung der Vorlauftemperatur und sinnvolle Nachtabsenkung senken den Bedarf spürbar, ohne dass die Wohnung auskühlt. Entlüftete Heizkörper und der richtige Anlagendruck gehören dazu.
  3. Tarif prüfen, nicht nur auf diesen einen Posten starren. Arbeitspreis, Grundpreis und Preisgarantie bewegen deine Rechnung stärker als der Zertifikatspreis.
  4. Verbrauch einordnen. Liegst du deutlich über dem Schnitt für deine Wohnfläche, lohnt die Ursachensuche mehr als jede Tarifoptimierung – ein Abgleich mit typischen Heizkosten pro Quadratmeter zeigt das schnell.
  5. Gebäude und Anlage langfristig angehen. Hydraulischer Abgleich, Dämmung und ein passendes Heizsystem wirken dauerhaft. Solche Investitionen solltest du am Gebäude ausrichten, nicht an einem einzelnen Preisjahr.

Lohnt sich ein Anbieterwechsel trotz CO2-Preis?

Ja – und zwar aus einem einfachen Grund: Er fällt bei jedem fossilen Gasangebot an, die übrigen Tarifbestandteile unterscheiden sich dagegen deutlich. Der CO2-Aufschlag ist für alle Anbieter gleich hoch, der Arbeitspreis nicht.

Die Größenordnung macht es deutlich: Der Sprung von 55 auf 65 Euro je Tonne kostet einen Haushalt mit 20.000 kWh rund 44 Euro im Jahr. Ein um einen Cent günstigerer Arbeitspreis spart bei gleichem Verbrauch rund 200 Euro. Wer ihn beklagt, aber seit Jahren im teuersten Tarif sitzt, optimiert an der falschen Stelle.

Achte beim Vergleich auf:

  • den Preis ohne einmaligen Neukundenbonus
  • Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist
  • Umfang und Dauer der Preisgarantie – und ob sie den CO2-Anteil einschließt
  • den monatlichen Grundpreis
  • eine realistische Verbrauchsangabe statt eines geschätzten Standardwerts

Wie der Wechsel praktisch abläuft und welche Fristen gelten, steht im Ratgeber zum Gasanbieter wechseln.

Tarif und CO2-Anteil einmal zusammen durchrechnen

Dieser Kostenanteil steht fest – dein Arbeitspreis nicht. Wir prüfen kostenlos und unverbindlich, ob dein aktueller Gastarif noch passt, und rechnen dir den CO2-Anteil für deinen tatsächlichen Verbrauch aus.

Wir versprechen keine bestimmte Ersparnis. Er lässt sich durch einen Wechsel nicht vermeiden – nur die übrigen Tarifbestandteile.

Häufige Fragen zum CO2-Preis 2026

Wie hoch ist der CO2-Preis 2026?

2026 wird der Preis versteigert, und zwar in einem gesetzlichen Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO2. Die erste Versteigerung am 1. Juli 2026 wurde beim Höchstpreis von 65 Euro zugeteilt. Verbleibende Zertifikate verkauft die DEHSt ab dem 3. November zum Festpreis von 68 Euro.

Wie viel kostet der CO2-Preis 2026 bei Gas?

Bei 65 Euro je Tonne sind es rund 1,41 Cent brutto je Kilowattstunde. Für einen Haushalt mit 20.000 kWh Jahresverbrauch ergibt das etwa 282 Euro im Jahr – nur für den CO2-Anteil, nicht für die gesamte Gasrechnung.

Wie viel kostet der CO2-Preis 2026 bei Heizöl?

Rund 20,7 Cent brutto je Liter bei 65 Euro je Tonne. Bei 2.000 Litern Jahresverbrauch sind das etwa 414 Euro. Heizöl trägt je Energieeinheit mehr CO2 als Erdgas, deshalb fällt der Anteil höher aus.

Warum wird hier mit 0,182 kg je kWh gerechnet und nicht mit 0,2?

Weil Gasrechnungen Kilowattstunden auf Brennwert-Basis ausweisen. Der amtliche Emissionsfaktor der EBeV 2030 ist heizwertbezogen und ergibt 0,2016 kg je kWh – auf die Brennwert-Kilowattstunden deiner Rechnung umgerechnet sind es 0,182 kg. Wer mit 0,2 rechnet, kommt auf rund zehn Prozent zu hohe CO2-Kosten. Die von der DEHSt genannte Veränderung von +0,22 Cent je kWh beim Sprung von 55 auf 65 Euro bestätigt den Brennwert-Faktor.

Was kostet der CO2-Preis 2026 bei Benzin und Diesel?

Bei 65 Euro je Tonne rund 18,3 Cent brutto je Liter Benzin und rund 20,5 Cent je Liter Diesel. Eine Tankfüllung von 50 Litern enthält damit etwa 9 Euro (Benzin) beziehungsweise 10 Euro (Diesel) CO2-Kosten. Gegenüber 2025 sind das laut DEHSt +2,8 Cent je Liter Benzin und +3,2 Cent je Liter Diesel.

Wohin fließen die Einnahmen aus dem CO2-Preis?

In den Klima- und Transformationsfonds des Bundes. Daraus werden unter anderem Gebäudesanierung, Heizungstausch und Entlastungsprogramme finanziert. Ein Teil dessen, was du über die Abgabe zahlst, steht also als Förderung wieder zur Verfügung – aber nur, wenn du sie beantragst.

Ist die CO2-Steuer 2026 ein fester Preis?

Nein, und streng genommen ist es auch keine Steuer. Rechtlich handelt es sich um den Preis für Emissionszertifikate im nationalen Emissionshandel. Bis 2025 war dieser Preis gesetzlich festgelegt, seit 2026 wird er innerhalb eines Korridors versteigert.

Was ändert sich gegenüber 2025?

2025 galt ein Festpreis von 55 Euro je Tonne. Beim Auktionspreis von 65 Euro sind das laut DEHSt +0,22 Cent je Kilowattstunde Gas und +3,2 Cent je Liter Heizöl. Für 20.000 kWh Gas bedeutet das rund 44 Euro Mehrkosten im Jahr, für 2.000 Liter Heizöl rund 64 Euro.

Muss der Vermieter CO2-Kosten übernehmen?

Bei vermieteten Wohngebäuden ja, anteilig. Das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz verteilt die Kosten nach einem Stufenmodell: Je höher der CO2-Ausstoß des Gebäudes je Quadratmeter, desto größer der Vermieteranteil – von null bis 95 Prozent. Bei zentraler Heizung läuft das über die Heizkostenabrechnung, bei eigener Gasetagenheizung musst du den Anteil selbst geltend machen.

Kann ich den CO2-Preis durch einen Anbieterwechsel vermeiden?

Nein. Er fällt bei fossilen Brennstoffen unabhängig vom Anbieter an. Du kannst aber die übrigen Tarifbestandteile optimieren – und dort steckt meist deutlich mehr Geld als im CO2-Anteil.

Wie geht es nach 2026 weiter?

Für 2027 sieht ein Gesetzentwurf der Bundesregierung erneut einen Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne vor, beschlossen ist er noch nicht. Der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr startet laut DEHSt erst 2028; ab dann bildet sich der Preis am europäischen Markt ohne nationalen Korridor. Wie hoch er ausfällt, steht nicht fest – seriöse Zahlen dazu gibt es derzeit nicht. Die Details stehen im Ratgeber zum CO2-Preis 2027.

Wo sehe ich den CO2-Anteil auf meiner Rechnung?

Gas- und Heizöllieferanten weisen ihn gesondert aus. Achte auf den Abrechnungszeitraum: Umfasst er Monate aus zwei Kalenderjahren, gelten anteilig unterschiedliche CO2-Preise. Bei Mietwohnungen erscheint die Aufteilung zusätzlich in der Heizkostenabrechnung.

Fazit

Der CO2-Preis 2026 liegt nicht irgendwo zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne – er liegt faktisch am oberen Rand, seit die erste Auktion bei 65 Euro zugeteilt wurde. Für einen Gashaushalt mit 20.000 kWh sind das 2026 rund 282 Euro im Jahr, für 2.000 Liter Heizöl rund 414 Euro. Gegenüber 2025 bedeutet das etwa 44 beziehungsweise 64 Euro mehr. Das ist spürbar, aber überschaubar im Vergleich zu dem, was ein ungeprüfter Tarif kostet. Der wirksamste Hebel bleibt deshalb derselbe wie vorher: weniger fossile Kilowattstunden und ein Vertrag, der zu deinem Verbrauch passt.

Christian Grünefeld · Ganter Energie. KI-gestützte Recherche und redaktioneller Abgleich mit der Deutschen Emissionshandelsstelle, dem Brennstoffemissionshandelsgesetz und der Emissionsberichterstattungsverordnung 2030. Eigene Berechnungen mit den amtlichen Emissionsfaktoren. Aktualisiert am 23.09.2026. Allgemeine Orientierung, keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Quellen

Emissionsfaktoren nach Emissionsberichterstattungsverordnung 2030, Anlage 2 Teil 4: Erdgas 0,0558 t CO2/GJ (0,2016 kg/kWh heizwertbezogen, 0,182 kg/kWh brennwertbezogen), Heizöl EL 0,0797 t CO2/GJ (2,6763 kg je Liter). Preisangaben Stand 20.09.2026; der Artikel wird bei Änderungen des Preisjahres aktualisiert.