Heizung entlüften: Schritt-für-Schritt-Anleitung und richtiger Wasserdruck
Gluckert der Heizkörper oder bleibt er oben kalt? Dann steckt Luft im System. Hier erfährst du, wie du die Heizung richtig entlüftest, welches Werkzeug du brauchst, was in der Mietwohnung gilt und welcher Wasserdruck danach passt – mit kostenlosem Rechner.
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Kurz gesagt: Um die Heizung zu entlüften, schaltest du die Umwälzpumpe aus, drehst alle Thermostate auf die höchste Stufe und wartest 30 bis 60 Minuten. Dann öffnest du am höchsten gelegenen Heizkörper das Entlüftungsventil mit dem Entlüftungsschlüssel, bis Wasser austritt, und schließt es wieder. Am Ende prüfst du den Wasserdruck.
Gluckert der Heizkörper, oder bleibt er oben kalt? Dann steckt meist Luft im Heizkreislauf. Die Luft verdrängt das warme Heizungswasser, der Raum wird nicht richtig warm, und du drehst das Thermostat höher – das kostet mehr Energie. Die gute Nachricht: Die Heizung selbst entlüften ist einfach und dauert mit Wartezeit meist nur rund eine Stunde. Hier findest du die Schritt-für-Schritt-Anleitung, die Besonderheiten in der Mietwohnung und einen Rechner für den richtigen Wasserdruck.
- Anzeichen: Gluckern, Heizkörper oben kalt oder nicht gleichmäßig warm.
- Zeitpunkt: am besten zu Beginn der Heizperiode, spätestens wenn Probleme auftreten.
- Werkzeug: Entlüftungsschlüssel, Gefäß und Lappen.
- Reihenfolge: Pumpe aus, 30 bis 60 Minuten warten, mit dem höchsten Heizkörper beginnen.
- Danach: Druck am Manometer prüfen – meist liegt er zwischen 1 und 2 bar.
- Ersparnis: co2online beziffert das Sparpotenzial auf rund 50 € im Jahr für Mieter und 90 € für Hausbesitzer.
Wann solltest du die Heizung entlüften? Anzeichen für Luft in der Heizung
Luft gelangt zum Beispiel beim Nachfüllen von Heizungswasser oder nach Arbeiten an der Anlage in das Heizsystem. Sie sammelt sich oben im Heizkörper. Typische Anzeichen für Luft im Heizkörper:
- Die Heizkörper gluckern oder rauschen, wenn die Heizung läuft.
- Der Heizkörper ist nicht gleichmäßig warm: oben kalt, unten warm.
- Der Heizkörper ist nicht richtig warm, obwohl das Thermostat aufgedreht ist – im Extremfall bleibt die Heizung kalt.
- Ein Heizkörper wurde neu montiert oder die Anlage frisch befüllt.
Viessmann empfiehlt, die Heizung jährlich zu entlüften. Das Verbraucherportal Bayern rät, die Heizkörper zu Beginn der Heizperiode zu entlüften. Ein fester Termin im Herbst ist deshalb eine gute Gewohnheit – dann merkst du Probleme, bevor es richtig kalt wird. Musst du einen Heizkörper sehr oft entlüften, kann das laut Viessmann auf ein tieferliegendes Problem hindeuten. Dann gehört die Anlage in die Hände eines Fachbetriebs.
Was du zum Entlüften brauchst
Das Werkzeug ist überschaubar und liegt in vielen Haushalten schon bereit. Du brauchst nicht pro Heizkörper ein eigenes Set:
- Entlüftungsschlüssel: in der Regel ein genormter Vierkantschlüssel. Du bekommst ihn im Baumarkt, im Sanitärhandel oder beim Heizungsbauer.
- Gefäß: ein Glas, eine Tasse oder ein Becher, um austretendes Wasser aufzufangen.
- Lappen: ein Tuch, das du auf den Boden legst, damit kein Wasser auf Parkett oder Teppich tropft.
Manche Entlüftungsventile lassen sich auch mit einem Schlitzschraubendreher öffnen. Zange oder Maulschlüssel sind nur eine Notlösung: Viessmann warnt davor, dass das Ventil dabei rundgedreht werden kann. Dann passt kein Schlüssel mehr, und die Reparatur kostet mehr als ein passender Entlüftungsschlüssel.
Manche Heizkörper haben einen automatischen Entlüfter. Du erkennst ihn daran, dass das Vierkantventil fehlt. Solche Heizkörper musst du nach Angaben des Verbraucherportals Bayern nicht von Hand entlüften.
Heizung richtig entlüften: Anleitung Schritt für Schritt
So gehst du vor, um die Heizung richtig zu entlüften. Die Schritte folgen der Anleitung von Viessmann.
Schalte zunächst die Umwälzpumpe aus, damit das Heizungswasser zur Ruhe kommt. Hast du keinen Zugriff auf die Heizungsanlage, etwa in der Mietwohnung, unterbrichst du den Heizkreislauf deiner Wohnung.
Dreh an allen Heizkörpern das Thermostat vollständig auf. Warte dann 30 bis 60 Minuten. In dieser Zeit steigen die Luftbläschen nach oben und sammeln sich unter dem Ventil, wo sie später entweichen können.
Fang mit dem am höchsten gelegenen Heizkörper an, denn dort sammelt sich meist die meiste Luft. Das Entlüftungsventil sitzt oben, meist an der gegenüberliegenden Seite des Thermostats. Halte das Gefäß möglichst dicht unter das Ventil und leg den Lappen darunter.
Setz den Entlüftungsschlüssel an und dreh das Ventil langsam gegen den Uhrzeigersinn – meist genügt eine halbe Drehung gegen den Uhrzeigersinn. Die Luft entweicht mit einem Zischen. Vorsicht: Luft und austretendes Wasser können heiß sein.
Tritt statt Luft nur noch Wasser aus, ist die Luft aus dem Heizkörper entwichen und er ist richtig entlüftet. Schließ das Ventil dann rasch im Uhrzeigersinn, damit nicht unnötig viel Heizungswasser verloren geht. Wiederhole die Schritte an allen anderen Heizkörpern.
Sind alle Heizkörper entlüftet, schaltest du die Umwälzpumpe wieder ein. Kontrolliere zum Schluss den Anlagendruck am Manometer. Wie hoch er sein sollte, zeigt dir der Rechner im nächsten Abschnitt.
Wasserdruck nach dem Entlüften prüfen
Beim Entlüften der Heizung geht immer etwas Heizungswasser verloren. Ist es eine größere Menge, sinkt der Druck in der Heizungsanlage. Den Druck liest du am Manometer ab, bei vielen Geräten auch im Display. Auf dem Manometer ist der passende Bereich oft farbig markiert.
Wie hoch der Druck genau sein muss, hängt vom Gebäude ab. Viessmann nennt dafür eine einfache Faustformel:
Gemeint ist der Höhenunterschied zwischen dem Wärmeerzeuger und dem höchsten Heizkörper. Die 0,5 bar gleichen Druckverluste in Rohren und Armaturen aus. Bei 10 Metern ergibt das 1,5 bar. Meist liegt der Wert laut Viessmann zwischen 1 und 2 bar.
Richtigen Wasserdruck berechnen
Mit dem Rechner ermittelst du den Richtwert für deine Anlage und vergleichst ihn mit dem Wert auf dem Manometer.
Heizungsdruck-Rechner: Welcher Wasserdruck passt?
Nach dem Entlüften sinkt der Wasserdruck oft etwas. Trag den Höhenunterschied zwischen Heizkessel und höchstem Heizkörper ein. Der Rechner zeigt dir den Richtwert für den Anlagendruck und vergleicht ihn mit dem Wert auf deinem Manometer.
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Ist der Druck zu niedrig, muss Heizungswasser nachgefüllt werden. Das Füllwasser muss dabei bestimmte Anforderungen erfüllen, Viessmann verweist auf die VDI-Richtlinie 2035. Viessmann empfiehlt, das Nachfüllen am besten einem Fachmann zu überlassen. Sinkt der Druck nach dem Auffüllen immer weiter, kann ein technischer Fehler vorliegen – dann solltest du einen Heizungsfachbetrieb rufen. Nach dem Nachfüllen lohnt es sich, die Heizkörper noch einmal zu entlüften, falls dabei Luft ins System gelangt ist.
Heizung in der Mietwohnung entlüften
Auch in der Mietwohnung kannst du deine Heizkörper meist selbst entlüften. Die Heizungsanlage selbst steht aber meist im Keller und wird von der Hausverwaltung oder dem Vermieter betreut. Das heißt für dich:
- Die Umwälzpumpe kannst du oft nicht selbst abschalten. Viessmann rät dann, den Heizkreislauf deiner Wohnung zu unterbrechen, bevor du entlüftest.
- Den Druck der zentralen Anlage kontrollierst du nicht selbst. Gib der Hausverwaltung Bescheid, wenn Heizkörper nach dem Entlüften kalt bleiben.
- Klär im Zweifel vorher mit der Hausverwaltung, ob du selbst entlüften sollst – manche Häuser lassen das gesammelt vom Hausmeister erledigen.
Fußbodenheizung entlüften
Auch eine Fußbodenheizung kann Luft ziehen. Anzeichen sind laut co2online Gluckern, klopfende Geräusche oder ein Boden, der nicht mehr gleichmäßig warm wird. Die Entlüftung erfolgt am Heizkreisverteiler, bei starker Verschmutzung werden die Rohre zusätzlich gespült. Für das einfache Entlüften durch einen Fachbetrieb nennt co2online für ein durchschnittliches Einfamilienhaus 50 bis 150 Euro.
Wie viel Heizkosten spart das Entlüften?
Bleibt ein Heizkörper teilweise kalt, steigt der Energieverbrauch, und das Heizen wird teurer: Du drehst das Thermostat weiter auf, damit der Raum warm wird. Das regelmäßige Entlüften der Heizkörper senkt deshalb die Heizkosten. co2online hat das Sparpotenzial für zwei typische Haushalte mit Gasheizung beziffert:
| Haushalt | Investition | Sparpotenzial pro Jahr |
|---|---|---|
| Mieter: 70-m²-Wohnung, 2 Personen | 0 € | rund 50 € |
| Hausbesitzer: 130-m²-Einfamilienhaus, 3 Personen | 0 € | rund 90 € |
Die Werte sind Beispiele, keine Garantie: Wie viel du sparst, hängt davon ab, wie viel Luft im System war. Einen größeren Hebel haben oft dein Heizverhalten und dein Tarif. Wie viel Gas bei dir normal ist, zeigt dir unser Ratgeber zum Gasverbrauch mit Rechner. Wie viel Euro pro Quadratmeter üblich sind, steht im Ratgeber Heizkosten pro qm.
Heizung bleibt kalt nach dem Entlüften – was tun?
Wird die Heizung nicht richtig warm, obwohl keine Luft mehr im Heizkörper ist, prüfst du diese Punkte:
Beim hydraulischen Abgleich stellt ein Fachbetrieb die Anlage so ein, dass jeder Heizkörper die passende Menge Heizungswasser bekommt. co2online nennt dafür rund 690 € Investition und rund 150 € Sparpotenzial im Jahr im Einfamilienhaus.
- Leg dir einen festen Termin im Herbst fest, um jeden Heizkörper zu entlüften.
- Bewahr den Entlüftungsschlüssel direkt beim Manometer oder im Werkzeugkasten auf.
- Notier nach dem Entlüften den Anlagendruck, dann erkennst du einen schleichenden Druckverlust.
- Entlüfte nach dem Nachfüllen von Heizungswasser noch einmal alle Heizkörper.
- Halte Heizkörper frei von Möbeln und Vorhängen, damit die Wärme in den Raum kommt.
Verbinde das Entlüften im Herbst mit einem Blick auf den Zähler: Lies am selben Tag den Gaszähler ab und notiere den Stand. So siehst du im Frühjahr, wie viel die Heizung im Winter verbraucht hat – und ob sich der gesunkene Verbrauch auch in deinem Abschlag und Tarif widerspiegelt.
Heizung läuft wieder rund? Jetzt den Tarif prüfen
Das Entlüften senkt den Verbrauch – den Preis pro Kilowattstunde senkt es nicht. Wir prüfen verfügbare Gastarife und Heizstromtarife aus unserem Partnernetzwerk anhand deines Verbrauchs und deiner Postleitzahl. Für dich ist die Prüfung kostenlos, und du entscheidest selbst, ob du wechselst.
Häufige Fragen zum Heizung entlüften
Wie entlüfte ich meine Heizung richtig?
Schalte die Umwälzpumpe aus, dreh alle Thermostate auf die höchste Stufe und warte 30 bis 60 Minuten. Öffne dann am höchsten Heizkörper das Entlüftungsventil langsam gegen den Uhrzeigersinn, bis Wasser austritt, und schließ es wieder. Zum Schluss Pumpe einschalten und Wasserdruck prüfen.
Muss die Heizung beim Entlüften an oder aus sein?
Die Umwälzpumpe sollte aus sein, damit sich die Luft oben im Heizkörper sammelt. Die Thermostate drehst du vorher voll auf. Nach dem Entlüften schaltest du die Pumpe wieder ein.
Wie oft sollte man die Heizung entlüften?
Viessmann empfiehlt, die Heizung jährlich zu entlüften, am besten zu Beginn der Heizperiode. Zusätzlich immer dann, wenn ein Heizkörper gluckert oder nicht richtig warm wird.
Mit welchem Heizkörper fange ich an?
Beginne mit dem am höchsten gelegenen Heizkörper, weil sich dort meist die meiste Luft sammelt. Danach entlüftest du die übrigen Heizkörper.
Was mache ich ohne Entlüftungsschlüssel?
Manche Ventile lassen sich mit einem Schlitzschraubendreher öffnen. Eine Zange ist nur eine Notlösung, weil das Ventil rundgedreht werden kann. Ein passender Entlüftungsschlüssel aus dem Baumarkt ist die sicherere Wahl.
Welcher Wasserdruck ist nach dem Entlüften richtig?
Als Faustformel gilt: Höhenunterschied zwischen Heizkessel und höchstem Heizkörper in Metern mal 0,1 plus 0,5 bar. Meist liegt der Wert zwischen 1 und 2 bar. Maßgeblich ist die Markierung auf deinem Manometer.
Darf ich die Heizung in der Mietwohnung selbst entlüften?
In der Regel kannst du die Heizkörper deiner Wohnung selbst entlüften. Die zentrale Anlage und ihren Wasserdruck betreut aber meist die Hausverwaltung. Sag ihr Bescheid, wenn Heizkörper danach kalt bleiben, und klär im Zweifel vorher, wer entlüftet.
Wie viel spart das Entlüften der Heizung?
co2online beziffert das Sparpotenzial auf rund 50 Euro im Jahr für eine 70-m²-Mietwohnung und rund 90 Euro für ein 130-m²-Einfamilienhaus, jeweils mit Gasheizung. Die tatsächliche Ersparnis hängt davon ab, wie viel Luft im System war.
Fazit: Heizung jährlich entlüften
Gluckert der Heizkörper oder bleibt er oben kalt, steckt meist Luft im System. Um die Heizung zu entlüften, schaltest du die Umwälzpumpe aus, drehst die Thermostate auf, wartest 30 bis 60 Minuten und öffnest dann – beginnend am höchsten Heizkörper – das Entlüftungsventil, bis Wasser kommt. Danach prüfst du den Wasserdruck. Einmal im Jahr zu Beginn der Heizperiode erledigt, sorgt das für gleichmäßige Wärme und spart laut co2online im Beispiel 50 bis 90 € im Jahr.
Quellen
- Viessmann: Heizung entlüften in wenigen Schritten
- Viessmann: Heizungswasser nachfüllen und Systemdruck berechnen
- co2online: Heizkosten sparen – die 10 besten Tipps (Stand 23.01.2026)
- co2online: Fußbodenheizung entlüften
- Verbraucherportal Bayern: Heizung entlüften und Energie sparen
- Werte abgerufen am 17.09.2026.



