Heizkosten sparen: Die wirksamsten Tipps für Wohnung und Haus
Was ein Grad weniger bringt, wie du richtig lüftest und das Thermostat einstellst, welche kleinen Maßnahmen sich lohnen und was du in der Mietwohnung selbst in der Hand hast.
Inhaltsverzeichnis
Kurz gesagt: Der größte Hebel, um Heizkosten zu sparen, ist die Raumtemperatur: Jedes Grad weniger senkt den Heizenergieverbrauch laut Verbraucherzentrale und co2online um rund sechs Prozent. Dazu kommen richtiges Stoßlüften, freie und entlüftete Heizkörper und dichte Fenster. Eine vom Fachbetrieb richtig eingestellte Heizungsanlage spart laut Verbraucherzentrale weitere 10 bis 15 Prozent.
Hier findest du einfache Tipps in drei Stufen, die deinen Energieverbrauch senken: was du heute ohne Kosten tun kannst, welche kleinen Maßnahmen sich schnell bezahlt machen und was der Fachbetrieb an der Heizung optimieren kann. Am Ende steht, was du in der Mietwohnung selbst in der Hand hast.
Temperatur, Lüften, Heizung: drei Hebel mit belegter Wirkung.
- Rund 6 Prozent pro Grad: Schon ein Grad weniger Raumtemperatur senkt den Verbrauch spürbar (Verbraucherzentrale, co2online).
- Etwa 120 Euro im Jahr: So viel wird laut co2online mit einem Grad weniger eingespart, in einem Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern und Gasheizung.
- 10 bis 15 Prozent: Einsparung durch eine richtig eingestellte Heizungsanlage (Verbraucherzentrale).
Heizkosten sparen ohne Kosten: Was du heute tun kannst
Die wirksamsten Tipps kosten nichts, sie verlangen nur ein anderes Heizverhalten. An erster Stelle steht die Raumtemperatur. Laut Verbraucherzentrale reduziert schon ein Grad weniger den Verbrauch um 6 Prozent. co2online rechnet das an einem Beispiel vor: In einem Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern und Gasheizung spart ein Grad weniger rund 1.000 Kilowattstunden und etwa 120 Euro Heizkosten im Jahr.
| Raum | Empfohlene Temperatur | Quelle |
|---|---|---|
| Wohnzimmer, Arbeits- und Kinderzimmer | rund 20 Grad | Verbraucherzentrale, co2online, Umweltbundesamt |
| Schlafzimmer | 17 bis 18 Grad | Umweltbundesamt 17 Grad, Verbraucherzentrale 18 Grad |
| Küche | rund 18 Grad | Umweltbundesamt |
| Bad | rund 21 Grad | co2online |
| Flur und wenig genutzte Räume | rund 16 Grad | Verbraucherzentrale, co2online |
Mehr zu den einzelnen Räumen und zur richtigen Einstellung steht im Ratgeber Raumtemperatur. Bist du tagsüber nicht zu Hause, dreh die Heizung runter. Bei einer Abwesenheit von einigen Tagen reichen laut Umweltbundesamt 15 Grad.
- Heizkörper freihalten: Sofas und Schränke sollten laut Verbraucherzentrale mindestens 30 Zentimeter Abstand zur Heizung haben. Vorhänge über dem Heizkörper sollten oberhalb enden und nicht bodenlang sein, damit die Wärme in den Raum kommt.
- Rollläden und Vorhänge nachts schließen: Das verringert laut co2online den Wärmeverlust über die Fenster.
- Warm anziehen statt hochdrehen: Für einzelne Stunden auf dem Sofa kann eine Heizdecke günstiger sein, als den ganzen Raum aufzuheizen.
Thermostat richtig einstellen: Was die Zahlen bedeuten
Die Zahlen auf Thermostatventilen stehen für eine Zieltemperatur, nicht für eine Heizleistung. Zwischen zwei Stufen liegen laut co2online etwa 4 Grad. Das Ventil öffnet, bis der Raum die eingestellte Temperatur erreicht hat, und regelt dann ab.
| Stufe am Thermostat | Raumtemperatur etwa |
|---|---|
| 1 | 12 Grad |
| 2 | 16 Grad |
| 3 | 20 Grad |
| 4 | 24 Grad |
| 5 | 28 Grad |
Angaben laut Verbraucherzentrale. Je nach Hersteller kann die Zuordnung leicht abweichen. Wichtig: Stufe 5 ist laut co2online kein Heizungs-Turbo. Der Raum wird damit nicht schneller warm, sondern nur wärmer als nötig, wenn du das Zurückdrehen vergisst.
Programmierbare Thermostate nehmen dir das Absenken ab. Laut Umweltbundesamt lassen sich damit etwa 10 Prozent Energie sparen. Welche Technik zu dir passt, vergleicht der Ratgeber smarte Heizkörperthermostate.
Richtig heizen und lüften: Stoßlüften statt Kippfenster
Ein dauerhaft gekipptes Fenster lässt ständig Wärme entweichen. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, mehrfach täglich stoßzulüften statt dauerhaft zu kippen. Das Umweltbundesamt nennt für den Winter 5 bis 10 Minuten mit weit geöffneten Fenstern, am besten gegenüberliegend für Durchzug, damit frische Luft hereinkommt. Als Orientierung nennt co2online drei bis vier Lüftungsvorgänge am Tag.
Dreh das Thermostat beim Lüften herunter, so rät es auch co2online. Sonst öffnet das Ventil wegen der kalten Luft und heizt zum offenen Fenster hinaus.
Heizung entlüften: Wenn es gluckert
Werden deine Heizkörper nicht richtig oder unterschiedlich warm, oder hörst du Gluckergeräusche, ist laut Verbraucherzentrale meist Luft im System. Luft im Heizkörper verschlechtert die Wärmeabgabe, und du drehst das Thermostat höher, ohne dass es wärmer wird.
- Dreh das Thermostat auf und warte, bis der Heizkörper warm ist.
- Halte ein Tuch oder ein Gefäß unter das Entlüftungsventil.
- Öffne das Ventil vorsichtig mit dem Entlüftungsschlüssel und lass die Luft entweichen, bis nur noch heißes Wasser herauskommt.
- Schließ das Ventil wieder. Wird die Heizung danach nicht richtig warm, frag den Heizungsbauer oder in der Mietwohnung die Hausverwaltung.
Sind deine Heizkosten eigentlich hoch? Vergleich sie pro Quadratmeter mit den Werten aus dem Heizspiegel.
RechnerHeizkosten pro qm einordnenKostenlos, ohne Anmeldung. Mit Tabelle niedrig, mittel und erhöht.Günstige Maßnahmen, die sich schnell bezahlt machen
Einige Maßnahmen zur Dämmung kosten wenig Geld und halten viele Jahre. Die Verbraucherzentrale nennt dafür diese Richtwerte:
| Maßnahme | Mögliche Ersparnis | Kosten |
|---|---|---|
| Heizungsrohre in unbeheizten Räumen dämmen | bis zu 10 Euro pro Meter Rohr im Jahr | gering |
| Heizkörpernischen dämmen | bis zu 30 Euro pro Quadratmeter Nische im Jahr | 15 bis 100 Euro pro Quadratmeter |
| Rollladenkästen dämmen | bis zu 10 Euro pro Quadratmeter im Jahr | 30 bis 40 Euro pro Meter |
| Fenster und Türen abdichten | weniger Zugluft und Wärmeverlust | gering |
Angaben laut Verbraucherzentrale, Stand 24. September 2026. Wie du undichte Stellen findest und Fensterdichtungen erneuerst, erklärt der Ratgeber Zugluftstopper und Fensterdichtung. In der Mietwohnung sprichst du vor dem Dämmen von Rollladenkästen mit der Vermietung.
Heizungsanlage optimieren: Was der Fachbetrieb einstellt
Wer die Heizungsanlage richtig einstellt, heizt effizienter und kann laut Verbraucherzentrale 10 bis 15 Prozent Energie sparen. Dazu gehören vor allem diese Punkte:
- Heizkurve: Sie sollte so niedrig wie möglich eingestellt sein. Dabei hilft dir ein Fachbetrieb.
- Wochenprogramm: Mit einem Zeitprogramm heizt die Anlage nur dann voll, wenn du zu Hause bist, und senkt nachts und tagsüber ab.
- Hydraulischer Abgleich: Er sorgt dafür, dass jeder Heizkörper die passende Menge Heizwasser bekommt. co2online nennt Heizungsoptimierung und hydraulischen Abgleich förderfähig.
- Heizungspumpe: Eine alte, ungeregelte Pumpe braucht deutlich mehr Strom als eine Hocheffizienzpumpe. Wie viel, rechnest du im Ratgeber Gasheizung Stromverbrauch nach.
Ob sich der Tausch der ganzen Heizung lohnt, etwa gegen eine Wärmepumpe, ist eine größere Frage. Für einen ersten Überblick hilft der Blick auf deinen Gasverbrauch und darauf, ob er zur Wohnfläche passt.
Heizkosten sparen in der Mietwohnung
Auch als Mieterin oder Mieter hast du viel selbst in der Hand: Raumtemperatur, Lüften, freie Heizkörper, Entlüften und Dichtungen an Fenstern und Türen. Bei einer Zentralheizung ist für Änderungen an der Anlage laut Verbraucherzentrale eine Rücksprache mit dem Gebäudemanagement oder der Verwaltung nötig. Das gilt auch für bauliche Maßnahmen wie das Dämmen von Rollladenkästen.
Einmal im Jahr kommt die Heizkostenabrechnung. Hast du hohe Heizkosten, vergleiche deine Kosten mit den Durchschnittswerten im Ratgeber Heizkosten pro qm, und prüf die Abrechnung auf typische Fehler, wie im Ratgeber Heizkostenabrechnung prüfen beschrieben.
Zehn Tipps zum Heizkosten sparen auf einen Blick
- Ein Grad weniger. Rund 6 Prozent weniger Heizenergie.
- Räume unterschiedlich heizen. Wohnzimmer rund 20 Grad, Schlafzimmer 17 bis 18 Grad.
- Stufe 3 statt Stufe 5. Höhere Stufen heizen nicht schneller.
- Stoßlüften. Fünf bis zehn Minuten, Thermostat dabei zudrehen.
- Heizkörper frei. 30 Zentimeter Abstand zu Möbeln, Vorhänge oberhalb enden lassen.
- Entlüften. Bei Gluckern oder ungleich warmen Heizkörpern.
- Absenken bei Abwesenheit. Mehrere Tage weg: 15 Grad reichen.
- Rohre dämmen. In unbeheizten Räumen bis zu 10 Euro pro Meter im Jahr.
- Zugluft stoppen. Fenster und Türen abdichten.
- Heizung einstellen lassen. 10 bis 15 Prozent durch den Fachbetrieb.
Heizkosten senken: Passt dein Gastarif?
Weniger verbrauchen ist der erste Schritt, um Heizkosten zu senken. Wenn du selbst einen Gasvertrag hast, prüfen wir kostenlos, ob dein Tarif noch passt.
Wir vergleichen Angebote aus unserem Partnernetzwerk, keinen vollständigen Markt. Für dich ist die Prüfung kostenlos; kommt ein Vertrag zustande, erhalten wir eine Vergütung. Wir versprechen keine bestimmte Ersparnis.
Häufig gestellte Fragen zum Heizkosten sparen
Wie viel spart ein Grad weniger Raumtemperatur?
Laut Verbraucherzentrale und co2online sinkt der Heizenergieverbrauch mit jedem Grad weniger um rund 6 Prozent. co2online rechnet für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern und Gasheizung mit rund 1.000 Kilowattstunden und etwa 120 Euro Ersparnis im Jahr.
Welche Raumtemperatur ist sinnvoll?
Die Verbraucherzentrale empfiehlt rund 20 Grad im Wohnzimmer, 18 Grad im Schlafzimmer und 16 Grad in wenig genutzten Räumen. Unter 16 Grad solltest du nicht heizen, weil sonst Schimmel droht.
Wird es mit Stufe 5 am Thermostat schneller warm?
Nein. Die Stufe legt die Zieltemperatur fest, nicht die Geschwindigkeit. Laut co2online ist Stufe 5 kein Heizungs-Turbo, sie heizt den Raum nur weiter auf, bis rund 28 Grad erreicht sind.
Wie lüfte ich im Winter richtig?
Mehrmals am Tag stoßlüften statt die Fenster dauerhaft zu kippen. Das Umweltbundesamt nennt im Winter fünf bis zehn Minuten mit weit geöffneten Fenstern, co2online drei bis vier Lüftungsvorgänge am Tag als Orientierung. Dreh das Thermostat währenddessen herunter.
Wie kann ich in der Mietwohnung Heizkosten sparen?
Vieles liegt bei dir: Raumtemperatur, Lüften, freie Heizkörper, Entlüften und Dichtungen. Für Arbeiten an der Zentralheizung oder am Gebäude, etwa an Rollladenkästen, sprichst du vorher mit der Vermietung oder der Verwaltung. Prüf außerdem deine Heizkostenabrechnung.
Was bringt es, die Heizung vom Fachbetrieb einstellen zu lassen?
Laut Verbraucherzentrale kannst du mit einer richtig eingestellten Heizungsanlage 10 bis 15 Prozent Energie sparen. Dazu gehören eine möglichst niedrige Heizkurve und ein Wochenprogramm; der hydraulische Abgleich ist laut co2online förderfähig.
Fazit: Erst die Temperatur, dann die Technik
Heizkosten sparst du am schnellsten mit der Raumtemperatur: Jedes Grad weniger bringt rund 6 Prozent. Stoßlüften, freie und entlüftete Heizkörper und dichte Fenster kosten wenig oder nichts. Günstige Dämmmaßnahmen an Rohren, Nischen und Rollladenkästen machen sich schnell bezahlt, und eine vom Fachbetrieb richtig eingestellte Heizung spart laut Verbraucherzentrale weitere 10 bis 15 Prozent. Unter 16 Grad solltest du dabei nicht gehen.
Quellen und Stand der Angaben
Weiterführend · Links geprüft am 27. September 2026 · Wortlaut-Prüfung ausstehend






