Baustrom beantragen: Ablauf, Kosten und passender Tarif
Ratgeber Strom

Baustrom beantragen: Ablauf, Kosten und passender Tarif

Wer stellt den Antrag, wie viel Vorlauf brauchst du und was kostet Baustrom wirklich? Hier findest du den Ablauf Schritt für Schritt, echte Preisbeispiele von Netzbetreibern und die Antwort auf die Frage, wer deinen Baustrom liefert.

11 Minuten Lesezeit Quellen: Netze BW, Bayernwerk Netz, BNetzA Aktualisiert am 23. September 2026
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist Baustrom?
  2. Wer beantragt?
  3. Wann beantragen?
  4. Schritt für Schritt
  5. Angaben im Antrag
  6. Was kostet Baustrom?
  7. Lieferant und Tarif
  8. Günstiger planen
  9. Sicherheit
  10. Typische Fehler
  11. Checkliste
  12. Tarifcheck
  13. Häufige Fragen
  14. Fazit

Kurz gesagt: Baustrom ist die befristete Stromversorgung für deine Baustelle, bis der reguläre Hausanschluss steht. Den Antrag stellt in der Regel ein eingetragener Elektroinstallateur beim örtlichen Netzbetreiber, du als Bauherr lieferst Lageplan, Termin und Strombedarf. Die Kosten für den Baustrom-Anschluss liegen je nach Region und Anschlussart meist bei einigen Hundert Euro, mit Tiefbau deutlich darüber. Dazu kommen Baustromverteiler, Elektroarbeiten und der Verbrauch. Den Strom liefert nach dem Zählereinbau meist zunächst der örtliche Grundversorger – den Tarif solltest du trotzdem prüfen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Wer beantragt: bei vielen Netzbetreibern ausschließlich eine registrierte Elektrofachkraft, zum Beispiel bei Netze BW.
  • Vorlauf: Netze BW nennt rund zwei Wochen nach der Anmeldung, mit Tiefbau kann es länger dauern.
  • Anschlusskosten (Beispiele): Netze BW 370 € netto für einen Kabelanschluss ohne Tiefbau, Bayernwerk Netz 890 € netto ab Kabelverteilerschrank (Preisblatt ab 01.03.2026).
  • Stromlieferung: Nach dem Zählereinbau meldet der Netzbetreiber den Anschluss meist dem Grundversorger. Ohne eigenen Vertrag greift die Ersatzversorgung, maximal drei Monate.
  • Hausanschluss: Der dauerhafte Netzanschluss ist ein eigener Antrag – plane ihn parallel.

Was ist Baustrom?

Baustrom ist ein zeitlich befristeter Baustromanschluss für eine Baustelle. Er versorgt die Baustelle in der Bauphase mit Strom für elektrisch betriebene Baugeräte, Baumaschinen, Pumpen, Bautrockner und Licht, solange es noch keinen regulären Hausanschluss gibt. Technisch besteht die Baustromversorgung aus einem Anschlusspunkt am Stromnetz, einem Baustromzähler und einem Baustromverteiler.

Der Baustromverteiler enthält Sicherungen, FI-Schutzschalter und Steckdosen für unterschiedliche Leistungen. Er muss für den Einsatz auf der Baustelle ausgelegt sein; maßgeblich ist unter anderem die Norm DIN VDE 0100-704 für Baustellen. Eine Kabeltrommel aus dem Nachbarhaus ist keine Baustromversorgung.

Bayernwerk Netz begrenzt den zeitlich befristeten Netzanschluss in seinem Preisblatt auf maximal 24 Monate. Andere Betreiber haben eigene Regeln – frag nach, wenn die Bauzeit länger dauern könnte.

Wer beantragt Baustrom?

Den Antrag auf Baustrom stellt in der Regel dein Elektriker, genauer: ein Elektroinstallateur, der im Installateurverzeichnis des zuständigen Betreibers eingetragen ist. Netze BW schreibt ausdrücklich, dass die Anmeldung ausschließlich über eine registrierte Elektrofachkraft erfolgen kann. Du als Bauherr beauftragst den Fachbetrieb und lieferst ihm die Angaben zur Baustelle.

Wichtig ist die Rollenverteilung, weil sie später bei den Kosten und der Rechnung wieder auftaucht:

  • Netzbetreiber: stellt die Verbindung ins Netz her, setzt den Baustromzähler und stellt dir die Kosten dafür in Rechnung. Er ist durch den Standort festgelegt, du kannst ihn nicht wählen.
  • Elektrofachbetrieb: stellt den Antrag, baut den Baustromverteiler auf, schließt ihn an, prüft ihn und baut ihn am Ende wieder ab.
  • Stromlieferant: liefert die Energie und rechnet den Verbrauch ab. Das ist oft zunächst der örtliche Grundversorger, zum Beispiel das Stadtwerk.

Wann solltest du Baustrom beantragen?

Sobald Baugenehmigung, Bauzeitenplan und Standort des Verteilers feststehen, kann die Beantragung starten. Eine bundesweite Frist gibt es nicht. Netze BW nennt als Planungswert zwei Wochen: Der Anschluss wird in der Regel innerhalb von zwei Wochen nach der Anmeldung hergestellt. Müssen Kabel verlegt, Gehwege geöffnet oder Genehmigungen eingeholt werden, dauert es länger.

Rechne deshalb nicht rückwärts vom ersten Rohbautag. Wer den Baustrom erst kurz vor Baubeginn anmeldet, riskiert Stillstand – und die kostet auf der Baustelle schnell mehr als der Anschluss selbst. Plane mehrere Wochen Puffer ein und stimme den Termin mit Bauunternehmen und Elektriker ab.

Baustrom beantragen: Schritt für Schritt

Der Ablauf ist fast überall ähnlich, auch wenn die Portale variieren.

Netzbetreiber ermittelnWer zuständig ist, ergibt sich aus der Adresse der Baustelle. Gemeinde, Elektriker oder die Netzauskunft auf der Website des regionalen Versorgers helfen weiter.
Elektroinstallateur beauftragenWähle einen eingetragenen Fachbetrieb und hol ein Angebot ein, das Antrag, Verteiler, Aufbau, Prüfung und Rückbau enthält.
Strombedarf erfassenListe alle Geräte auf, die voraussichtlich gleichzeitig laufen: Kran, Bauaufzug, Mischer, Pumpen, Bautrockner, Heizgeräte, Werkzeug. Netze BW verlangt Datenblätter für Geräte mit mehr als 12 kW.
Standort festlegenDer Verteiler muss erreichbar, geschützt und nah an einem geeigneten Netzpunkt stehen. Ein Lageplan zeigt Anschlusspunkt und Kabelweg.
Antrag stellenDer Elektriker reicht den Baustrom-Antrag mit allen Angaben ein. Du bekommst ein Angebot beziehungsweise eine Auftragsbestätigung.
Anschluss und ZählerAnschluss herstellen und Baustromzähler setzen übernimmt der Netzbetreiber. Notiere den Zählerstand bei Inbetriebnahme.
Lieferung klärenPrüfe, wer den Strom liefert und zu welchem Tarif. Wenn du nichts tust, liefert zunächst der Grundversorger.
Umstellen und abmeldenSteht der reguläre Hausanschluss, koordiniert der Elektriker die Umstellung. Baustromzähler raus, Zählerstand dokumentieren, Verteiler zurückgeben.

Welche Angaben braucht der Antrag?

Die genaue Liste ist regional verschieden. Typisch sind diese Angaben zur Baustelle:

  • Name und Kontaktdaten des Bauherrn beziehungsweise Anschlussnehmers
  • Adresse, Flurstück und Lageplan mit gewünschtem Anschlusspunkt
  • gewünschter Termin und voraussichtliche Bauzeit
  • benötigte Anschlussleistung beziehungsweise Absicherung
  • Datenblätter für leistungsstarke Geräte wie Kran oder Baumaschinen
  • Daten des eingetragenen Elektroinstallateurs
  • bei fremden Flächen die Zustimmung des Eigentümers

Beantrage den dauerhaften Hausanschluss möglichst gleichzeitig. Bayernwerk Netz weist in seinem Muster-Angebot darauf hin, dass der dauerhafte Netzanschluss separat beantragt werden muss.

Was kostet Baustrom?

Die Kosten setzen sich aus fünf Blöcken zusammen, und nur einer davon ist der Strom selbst:

Die Kostenblöcke beim Baustrom

NetzbetreiberAnschluss, Zählersetzung, gegebenenfalls Tiefbau und Anfahrt.

einmalig

ElektrofachbetriebAntrag, Aufbau, Anschluss, Prüfung, Rückbau.

einmalig

BaustromverteilerMiete oder Kauf, Transport, Zubehör.

je Monat

StromverbrauchArbeitspreis in Cent pro kWh mal Verbrauch.

laufend

GrundpreisFester Betrag pro Jahr, meist tagesgenau abgerechnet.

laufend
Welche Posten dein Angebot enthält, legen Netzbetreiber, Fachbetrieb und Lieferant fest.

Kosten für den Anschluss: zwei Beispiele

Die Anschlusspreise veröffentlicht jeder Betreiber selbst, und sie variieren deutlich. Zwei Beispiele:

Baustromanschluss: Preise zweier Netzbetreiber (netto)
Netze BW: Kabelanschluss ohne Tiefbau370 €
Netze BW: Freileitungsanschluss640 €
Netze BW: nur Zählermontage165 €
Netze BW: Tiefbauzuschlag1.524 €
Bayernwerk Netz: ab Kabelverteilerschrank (bis 80 A)890 €
Bayernwerk Netz: ab vorhandenem Kabelende mit Anschlusssäule1.250 €
Nettopreise zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. Netze BW: Preise laut Baustrom-Seite, abgerufen am 23.09.2026. Bayernwerk Netz: Preisblatt Strom, gültig ab 01.03.2026 (brutto 1.059,10 € bzw. 1.487,50 €). Diese Werte gelten nur im jeweiligen Netzgebiet.

Bei dieser Rechnung allein bleibt es nicht. Dazu kommen die Rechnung des Elektrikers, die Miete für den Baustromverteiler und bei längeren Kabelwegen der Tiefbau. Fordere ein Gesamtangebot an und prüfe, welche Positionen fehlen.

Was kostet Baustrom im Monat?

Einen festen Monatsbetrag gibt es nicht. Der Verbrauch hängt von Bauphase, Geräten und Jahreszeit ab – Bautrockner und Heizgeräte im Winter treiben ihn deutlich nach oben. So rechnest du die Stromkosten selbst:

Verbrauch in kWh × Arbeitspreis + Grundpreis anteilig = Stromkosten pro Monat

Ein Rechenbeispiel mit dem Baustromtarif der Stadtwerke Northeim (Stand 01.01.2026: 29,37 Cent pro kWh und 142,80 Euro Grundpreis im Jahr, jeweils brutto) und einem angenommenen Verbrauch von 600 kWh im Monat: 600 × 0,2937 € = 176,22 € plus 11,90 € Grundpreis, zusammen rund 188 Euro. Bei 37 Cent pro kWh, dem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis 2026 laut BDEW, wären es für dieselbe Menge rund 222 Euro plus Grundpreis. Die 600 kWh sind eine Annahme für das Beispiel, kein Durchschnittswert – miss deinen tatsächlichen Stromverbrauch am Zähler.

Wer liefert den Baustrom – und welcher Tarif gilt?

Hier liegt der Punkt, den viele Bauherren übersehen. Wer die Leitung legt, liefert noch keinen Strom. Die Energie liefert ein Stromlieferant, und der rechnet über den Baustromzähler ab.

Netze BW beschreibt den Ablauf so: Nach dem Zählereinbau geht die Meldung an den örtlichen Grundversorger, der sich dann bei dir meldet. Viele Stadtwerke haben dafür einen eigenen Baustromtarif, etwa die Stadtwerke Northeim mit den Preisen aus dem Rechenbeispiel oben.

Zwei rechtliche Begriffe helfen beim Einordnen:

  • Grundversorgung: Laut Bundesnetzagentur ist das die Lieferung durch den Grundversorger an Haushaltskunden in der Niederspannung. Ob dein Baustrom so abgerechnet wird oder über einen eigenen Baustromtarif, entscheidet der Versorger.
  • Ersatzversorgung: Entnimmst du Strom, ohne dass ein Liefervertrag zugeordnet ist, liefert der Grundversorger nach § 38 EnWG als Ersatzversorger. Anspruch haben laut Bundesnetzagentur alle Letztverbraucher in der Niederspannung, nicht nur Haushalte. Die Ersatzversorgung dauert höchstens drei Monate, und die Preise dürfen jeweils zum 1. und 15. eines Monats angepasst werden.

Der Netzbetreiber muss nicht dein Stromlieferant sein. Grundsätzlich darfst du auch für den Baustrom einen anderen Anbieter wählen. Ob ein Anbieter Baustellen beliefert und zu welchen Bedingungen, steht in seinen Tarifbedingungen – frag vorher nach Laufzeit, Kündigungsfrist und Grundpreis. Bei einer kurzen Bauzeit lohnt sich ein Wechsel nur, wenn der Tarif ohne lange Mindestlaufzeit auskommt.

Mehr zur Grundversorgung beim Strom und zu den Zeitpunkten für einen Anbieterwechsel findest du in unseren Ratgebern.

Baustrom günstiger planen

Die größten Hebel liegen bei Planung und Laufzeit, nicht bei einzelnen Cent-Beträgen:

  • Anschlusspunkt nah planen: Jeder Meter Kabelweg und jeder Tiefbauzuschlag kostet. Bei Netze BW macht der Tiefbauzuschlag mit 1.524 Euro netto mehr aus als der Anschluss selbst.
  • Leistung realistisch ansetzen: Eine Geräteliste mit gleichzeitiger Nutzung verhindert eine unnötig hohe Absicherung.
  • Mietdauer steuern: Richte die Miete für den Baustromverteiler am Bauzeitenplan aus und melde ihn sofort ab, wenn der Hausanschluss steht.
  • Verbrauch messen: Lies den Baustromzähler regelmäßig ab. So erkennst du, ob ein Bautrockner oder eine Heizung dauerhaft durchläuft.
  • Kosten verteilen: Leg vertraglich fest, welches Gewerk den Baustrom nutzt und wer die Stromkosten trägt.
  • Tarif vergleichen: Prüfe Arbeitspreis und Grundpreis des Lieferanten, statt die erste Rechnung ungeprüft zu bezahlen.

Sicherheit auf der Baustelle

Feuchtigkeit, Staub, Erdarbeiten und wechselnde Gewerke machen die Baustelle zu einem schwierigen Ort für Elektrik. Verteiler und Leitungen müssen für Baustellen geeignet, korrekt abgesichert und regelmäßig geprüft sein. Private Adapter, Mehrfachsteckdosen aus dem Haushalt oder ein eigenmächtiger Anschluss gefährden Menschen und können den Versicherungsschutz kosten.

Bestimme eine verantwortliche Person, die Zugang, Zählerstand und sichtbare Schäden im Blick behält. Mängel meldest du sofort dem Elektrofachbetrieb.

Typische Fehler beim Baustrom

  • Antrag erst kurz vor Baubeginn stellen
  • Strombedarf ohne Geräteliste schätzen, Kran oder Bautrocknung vergessen
  • Anschlusskosten mit den Stromkosten verwechseln
  • Standort des Verteilers ohne Elektriker festlegen
  • den regulären Hausanschluss zu spät beantragen
  • nach dem Umzug in den Neubau den Baustromzähler nicht abmelden
  • regionale Preisbeispiele als bundesweite Festpreise übernehmen

Checkliste für Bauherren

  • Zuständigkeit und Elektrofachbetrieb geklärt
  • Lageplan mit Anschlusspunkt vorhanden
  • Geräteliste mit gleichzeitiger Leistung erstellt
  • Antrag mit ausreichend Vorlauf eingereicht
  • Gesamtangebot inklusive Tiefbau, Miete und Rückbau geprüft
  • Stromlieferant und Tarif geklärt, Zählerstand bei Inbetriebnahme notiert
  • Hausanschluss parallel beantragt, Umstellung terminiert
  • Abmeldung und Rückgabe des Verteilers eingeplant

Wenn du nach dem Bau einziehst, geht es direkt weiter: Strom für den Neubau anmelden, Zählerstand melden und einen passenden Tarif wählen. Wie das funktioniert, zeigt unser Ratgeber Strom anmelden beim Umzug.

Tipps & Tricks aus der Praxis

Fünf Tipps für deinen Baustrom

  1. Zwei Anträge, ein Termin. Beantrage Baustrom und Hausanschluss im selben Gespräch mit deinem Elektriker.
  2. Zählerstand fotografieren. Beim Einbau, monatlich und beim Ausbau – mit Datum. Das beugt Streit bei der Abrechnung vor.
  3. Gewerke einbinden. Leg im Bauvertrag fest, wer Baustrom nutzt und wer die Stromkosten trägt.
  4. Bautrockner im Blick. Trocknungs- und Heizgeräte laufen oft rund um die Uhr. Frag nach Laufzeit und Leistung.
  5. Einzug vorbereiten. Such den Tarif für den Neubau aus, bevor der Baustromzähler abgebaut wird.

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Wir vergleichen Angebote aus unserem Partnernetzwerk, keinen vollständigen Markt. Für dich ist die Prüfung kostenlos; kommt ein Vertrag zustande, erhalten wir eine Vergütung. Wir versprechen keine bestimmte Ersparnis.

Häufige Fragen zum Baustrom

Die wichtigsten Antworten zu Antrag, Kosten und Tarif.

Wer beantragt Baustrom?

In der Regel ein eingetragener Elektroinstallateur beim örtlichen Netzbetreiber. Bei Netze BW ist die Anmeldung ausschließlich über eine registrierte Elektrofachkraft möglich. Du als Bauherr beauftragst den Fachbetrieb und lieferst die Angaben zur Baustelle.

Wie lange dauert es, bis Baustrom da ist?

Das hängt vom Netzbetreiber und den nötigen Arbeiten ab. Netze BW nennt als Planungswert rund zwei Wochen nach der Anmeldung. Mit Tiefbau oder fehlenden Genehmigungen dauert es länger.

Was kostet Baustrom?

Die Kosten für den Anschluss legt jeder Netzbetreiber selbst fest. Beispiele: Netze BW 370 Euro netto für einen Kabelanschluss ohne Tiefbau, Bayernwerk Netz 890 Euro netto ab Kabelverteilerschrank. Dazu kommen Elektriker, Baustromverteiler, Grundpreis und Verbrauch.

Was kostet Baustrom im Monat?

Einen Pauschalbetrag gibt es nicht. Rechne Verbrauch mal Arbeitspreis plus anteiligen Grundpreis. Bei angenommenen 600 kWh und dem Northeimer Baustromtarif von 29,37 Cent pro kWh wären es rund 188 Euro im Monat.

Ist Baustrom teurer als normaler Strom?

Nicht automatisch. Der Baustromtarif der Stadtwerke Northeim liegt mit 29,37 Cent pro kWh unter dem BDEW-Durchschnitt für Haushaltsstrom 2026 von 37 Cent. Teuer wird es eher durch Anschluss, Verteiler und lange Laufzeiten – oder wenn du in der Ersatzversorgung bleibst.

Kann ich den Stromanbieter für Baustrom frei wählen?

Grundsätzlich ja, der Netzbetreiber muss nicht dein Lieferant sein. Nach dem Zählereinbau meldet der Netzbetreiber den Anschluss aber meist dem Grundversorger. Ob ein anderer Anbieter Baustellen beliefert, steht in dessen Tarifbedingungen.

Wer zahlt den Baustrom?

Vertragspartner von Netzbetreiber und Lieferant ist meist der Bauherr. Wie die Stromkosten auf Bauunternehmen und Gewerke verteilt werden, regelt ihr am besten schriftlich im Bauvertrag.

Wann wird Baustrom abgemeldet?

Sobald der reguläre Hausanschluss nutzbar ist. Der Elektriker koordiniert die Umstellung, der Netzbetreiber baut den Baustromzähler aus. Notiere den Zählerstand zum Schluss und melde ihn dem Lieferanten.

Fazit

Baustrom ist schnell erklärt und trotzdem leicht falsch geplant. Der Elektriker stellt den Antrag, der Netzbetreiber setzt Anschluss und Zähler, und ein Lieferant – meist zuerst der Grundversorger – rechnet den Verbrauch ab. Wer früh beantragt, den Strombedarf mit einer Geräteliste plant und neben dem Anschluss auch Verteiler, Tiefbau, Grundpreis und Rückbau einrechnet, vermeidet Stillstand und Zusatzkosten. Und wer nebenbei den Tarif prüft, spart beim Baustrom und beim Einzug in den Neubau.

Christian Grünefeld · Ganter Energie

Ganter Energie vermittelt Strom- und Gastarife für Haushalte und Gewerbe. Preisangaben stammen von den genannten Netzbetreibern und Stadtwerken, Stand 23.09.2026, und gelten nur im jeweiligen Netzgebiet; das Monatsbeispiel ist eine gekennzeichnete Modellrechnung.

Quellen und Stand der Angaben

Stand der Angaben: 23.09.2026. Anschlusspreise und Baustromtarife unterscheiden sich je nach Netzgebiet und Versorger; maßgeblich ist das Angebot deines Netzbetreibers.