Wärmepumpe Kosten 2026: Anschaffung, Förderung und Eigenanteil
Ratgeber Wärmepumpe

Wärmepumpe Kosten 2026: Anschaffung, Förderung und was als Eigenanteil bleibt

Die Anschaffung liegt zwischen 20.000 und 50.000 Euro – entscheidend ist aber, was nach Abzug der Förderung übrig bleibt. Seit dem 21. Juli 2026 gelten dafür neue Regeln, und die meisten Ratgeber im Netz rechnen noch mit den alten.

12 Minuten Lesezeit Quellen: KfW-Merkblatt 458, ADAC Aktualisiert am 22. September 2026
Inhaltsverzeichnis
  1. Was eine Wärmepumpe 2026 kostet
  2. Anschaffungskosten nach Art der Wärmepumpe
  3. Kosten für den Einbau
  4. Förderung: was seit dem 21. Juli 2026 gilt
  5. Was ab 2027 angekündigt ist
  6. Eigenanteil berechnen: drei Beispiele
  7. Wärmepumpe gegen Gasheizung
  8. Der Antrag in sechs Schritten
  9. Laufende Kosten und Stromtarif
  10. Wann sich die Anschaffung lohnt
  11. Fünf Tipps, bevor du Angebote einholst
  12. Wärmepumpentarif prüfen lassen
  13. Häufige Fragen zu den Kosten
  14. Fazit

Kurz gesagt: Eine Wärmepumpe kostet im Einfamilienhaus 20.000 bis 50.000 Euro inklusive Einbau. Davon übernimmt die KfW seit dem 21. Juli 2026 30 bis 80 Prozent – gerechnet auf höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten, also maximal 22.400 Euro. Für den häufigsten Fall, selbstnutzende Eigentümer mit alter Gasheizung, sind es 46 Prozent.

Das Wichtigste in Kürze

Die Anschaffung ist nur die halbe Rechnung. Was am Ende zählt, ist der Eigenanteil nach Förderung – und der hängt an drei Zahlen. Für Betriebe gelten eigene Förderprogramme, mehr dazu unter Wärmepumpe im Gewerbe.

  • Gesamtkosten: 20.000 bis 50.000 Euro für ein Einfamilienhaus inklusive Installation (ADAC, Stand 21.07.2026).
  • Förderung: 30 Prozent Grundförderung, dazu bis zu 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus und bis zu 40 Prozent Einkommensbonus. Gedeckelt bei 70 Prozent, in einem Fall bei 80.
  • Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Der höchstmögliche Zuschuss liegt damit bei 22.400 Euro.
  • Reihenfolge: erst die Bestätigung zum Antrag, dann der Vertrag mit aufschiebender Bedingung, dann der Antrag – und erst nach der Zusage bauen.

Was eine Wärmepumpe 2026 kostet

Für ein Einfamilienhaus liegen die Gesamtkosten für eine Wärmepumpe inklusive Einbau zwischen 20.000 und 50.000 Euro. Das ist keine Ungenauigkeit, sondern das ehrliche Ergebnis: Die genauen Kosten hängen an der Art der Wärmepumpe, an der Erschließung der Wärmequelle und daran, was im Haus noch angepasst werden muss.

Diese Spanne stammt vom ADAC mit Stand 21. Juli 2026 und deckt sich mit dem, was Fachbetriebe für einen kompletten Heizungstausch aufrufen. Wer dir eine Zahl ohne Spanne nennt, kennt dein Haus noch nicht.

Warum hier keine Pauschalzahl steht

Ein Teil der Anbieter im Netz zeigt gleich den Preis nach maximaler Förderung. Das ergibt eine schöne Zahl, gilt aber nur für Haushalte, die alle Boni bekommen – und das sind wenige. Auf dieser Seite steht deshalb immer beides: der Bruttopreis und der Eigenanteil.

Anschaffungskosten nach Art der Wärmepumpe

Der größte Einzelposten ist das Gerät, und der Preis richtet sich nach der Wärmequelle. Luftwärmepumpen sind am günstigsten in der Anschaffung, Erdwärmepumpen und Wasser-Wasser-Geräte arbeiten dafür oft effizienter, weil die Quelle im Winter nicht so stark abkühlt.

Gerätekosten nach Art der Wärmepumpe

Luft-Wasser-WärmepumpeNutzt die Außenluft. Kein Erdeingriff, niedrigste Einstiegskosten, im Winter die geringste Effizienz der drei.

8.000–16.000 €

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)Erdsonde oder Flächenkollektor. Gleichmäßige Quelltemperatur, dafür Erschließungskosten obendrauf.

10.000–18.000 €

Wasser-Wasser-WärmepumpeNutzt Grundwasser über zwei Brunnen. Höchste Effizienz, aber genehmigungspflichtig und nicht überall möglich.

10.000–20.000 €
Reine Gerätekosten ohne Montage und ohne Erschließung der Wärmequelle. Quelle: ADAC, Stand 21.07.2026. Die Farben markieren die Preisstufe, nicht die Qualität.

Wichtig für den Vergleich von Angeboten: Diese Beträge sind Investitionskosten für das Gerät allein. Ein Angebot, das mit 9.000 Euro wirbt, meint fast immer die Maschine, nicht die fertige Heizung.

Kosten für den Einbau: Montage, Erschließung, Altbau

Zum Gerät kommen drei Blöcke, die zusammen oft mehr ausmachen als die Wärmepumpe selbst. Wer die zusätzlichen Kosten nicht von Anfang an einplant, erlebt sie später im Angebot.

  • Montage und Material: 7.000 bis 15.000 Euro. Hydraulik, Pufferspeicher, Elektroanschluss, Inbetriebnahme. Dieser Posten fällt bei jeder Anlage an, unabhängig von der Wärmequelle.
  • Erschließung der Wärmequelle. Eine Bohrung für Erdsonden kostet 8.000 bis 16.000 Euro, Flächenkollektoren 3.000 bis 10.000 Euro. Bei der Luftwärmepumpe entfällt dieser Block ganz – das ist der eigentliche Grund für ihren Preisvorteil. Die Kosten für die Erschließung sind damit der Posten, der zwei sonst ähnliche Angebote am stärksten auseinanderzieht.
  • Zusatzarbeiten im Bestand: 5.000 bis 20.000 Euro. Größere Heizkörper oder eine Fussbodenheizung, ein neuer Speicher, punktuelle Dämmung. Nötig wird das, wenn die Vorlauftemperatur sinken muss, damit die Anlage effizient läuft.

Eine Wärmepumpe im Altbau ist deshalb nicht automatisch teurer – entscheidend ist, ob das Haus die Wärme bei niedriger Vorlauftemperatur in die Räume bekommt. Ein saniertes Haus von 1975 kann günstiger ausfallen als ein Neubau, in dem die Heizflächen zu klein dimensioniert wurden.

Worauf du im Angebot achtest

Lass dir Gerät, Montage, Erschließung und Zusatzarbeiten getrennt ausweisen. Nur so lassen sich zwei Angebote überhaupt vergleichen – und nur so siehst du, welcher Posten verhandelbar ist.

Förderung: was seit dem 21. Juli 2026 gilt

Hier liegt der häufigste Fehler in Ratgebern: Zum 21. Juli 2026 wurde die staatliche Förderung für den Heizungstausch umgebaut. Viele Seiten führen noch die alten Sätze. Maßgeblich ist das Merkblatt zum Zuschuss 458 der KfW in der Fassung vom 21.07.2026 – und nicht mehr das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das seit 2024 nur noch die übrigen Einzelmaßnahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude bearbeitet.

Zuschuss 458 – Stand 21.07.2026

GrundförderungFür alle Antragsberechtigten, ohne weitere Bedingung.

30 %

KlimageschwindigkeitsbonusNur für selbstnutzende Eigentümer. Beim Austausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- oder Nachtspeicherheizung, oder einer Gas- oder Biomasseheizung, die seit mindestens 20 Jahren läuft.

16 %

EinkommensbonusSelbstnutzende Eigentümer der Hauptwohneinheit. Zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 € / bis 40.000 € / bis 50.000 €.

40 / 30 / 10 %

Effizienzbonus und EmissionsminderungszuschlagBis Juli 2026 gab es 5 Prozent für natürliche Kältemittel und 2.500 Euro Zuschlag. Beides ist entfallen.

entfällt

Obergrenze70 Prozent in der Regel. 80 Prozent nur bei einem Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro, mit Familienzuschlag bis 40.000 Euro.

70 / 80 %

Maximal förderfähigen KostenErste Wohneinheit. Zweite bis sechste je 15.000 €, jede weitere je 8.000 €.

28.000 €
Quelle: KfW-Merkblatt Zuschuss Nr. 458, gültig ab 21.07.2026. Die Prozentsätze beziehen sich auf die förderfähigen Gesamtkosten, nicht auf den Rechnungsbetrag.

Neu ist der Familienzuschlag: Lebt mindestens ein kindergeldberechtigtes Kind unter 18 Jahren im Haushalt, steigen die Einkommensgrenzen pauschal und einmalig um 10.000 Euro – unabhängig davon, wie viele Kinder es sind. Aus der 30.000-Euro-Stufe wird damit eine 40.000-Euro-Stufe.

Weil der Zuschuss auf höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten gerechnet wird, liegt der maximal mögliche Betrag bei 22.400 Euro. Alles, was dein Angebot darüber hinaus kostet, trägst du selbst – und genau deshalb sagt ein Fördersatz allein noch nichts über deinen Eigenanteil.

Was ab 2027 angekündigt ist

Die folgenden Punkte sind noch nicht geltendes Recht. Sie stehen so nicht im Merkblatt 458, sondern in der Pressemitteilung der KfW vom 21. Juli 2026. Wer 2026 baut, rechnet mit den Sätzen oben; wer 2027 plant, sollte sie kennen.

  • Der Förderhöchstbetrag sinkt. Das steht bereits fest und ist im Merkblatt geregelt: Die 28.000 Euro sinken erstmals am 1. Februar 2027 und danach halbjährlich zum 1. Februar und 1. August um jeweils 750 Euro. Ab Februar 2027 sind es also 27.250 Euro.
  • Der Klimageschwindigkeitsbonus läuft aus. Ebenfalls schon geregelt: minus 4 Prozentpunkte erstmals zum 1. Februar 2027, dann halbjährlich. Ab dem 1. August 2028 entfällt er ganz.
  • Wertschöpfungsbonus – angekündigt, nicht beschlossen im Merkblatt. Im ersten Quartal 2027 soll ein Wertschöpfungsbonus eingeführt werden. Die Grundförderung sinkt dann auf 15 Prozent, und für in der EU gefertigte Wärmepumpen kommen 15 Prozent wieder obendrauf. Im geltenden Merkblatt kommt dieser Bonus nicht vor.
Was das praktisch heißt

Wenn dein Vorhaben ohnehin 2026 startet, ändert der Ausblick nichts. Steht die Entscheidung dagegen zwischen Dezember und Februar an, macht der 1. Februar 2027 einen messbaren Unterschied: niedrigerer Höchstbetrag und ein um 4 Prozentpunkte kleinerer Klimabonus. Gerechnet mit 46 Prozent auf 28.000 Euro heute gegen 42 Prozent auf 27.250 Euro danach sind das rund 1.400 Euro weniger Zuschuss.

Eigenanteil berechnen: drei Beispiele

Die Rechnung geht immer gleich: Fördersatz mal förderfähige Kosten ergibt den Zuschuss, Rechnungsbetrag minus Zuschuss ergibt den Eigenanteil. Die drei Beispiele nutzen dieselbe Anlage für 32.000 Euro und unterscheiden sich nur in den Boni.

Dieselbe Anlage, drei Haushalte – Anlage 32.000 €, förderfähig 28.000 €
Vermieter, kein Bonus: 30 Prozent 30 % von 28.000 € = 8.400 € Zuschuss. Eigenanteil 23.600 €. Der Klimageschwindigkeits- und der Einkommensbonus gelten nur für selbstnutzende Eigentümer.
Selbstnutzer, alte Gasheizung, Einkommen über 50.000 €: 46 Prozent 30 % + 16 % Klimageschwindigkeitsbonus = 46 % von 28.000 € = 12.880 € Zuschuss. Eigenanteil 19.120 €. Das dürfte der häufigste Fall sein.
Selbstnutzer mit Kind, Einkommen 38.000 €: 80 Prozent 30 % + 16 % + 40 % wären 86 % – gedeckelt auf 80 %. Durch den Familienzuschlag fällt der Haushalt in die 40-Prozent-Stufe. 80 % von 28.000 € = 22.400 €, der Höchstbetrag. Eigenanteil 9.600 €.
Eigene Berechnung auf Grundlage des KfW-Merkblatts 458 (Stand 21.07.2026). Die 32.000 Euro sind ein Rechenbeispiel aus der Mitte der ADAC-Spanne, kein Angebotspreis. Achte auf den Unterschied: Der Fördersatz gilt für 28.000 Euro, nicht für die vollen 32.000.

Der dritte Fall zeigt, warum die oft zitierten „bis zu 70 Prozent\" in die Irre führen können: Es gibt seit Juli 2026 auch die 80-Prozent-Stufe, sie ist aber an ein zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro geknüpft, mit Familienzuschlag bis 40.000 Euro. Wer darüber liegt, landet bei höchstens 70 Prozent.

Wärmepumpe gegen Gasheizung: die Heizkosten im Vergleich

Wer zwei Heizsysteme vergleicht, muss drei Kostenarten trennen, sonst gewinnt immer das falsche: die einmalige Investition, die jährlichen Energiekosten und die Wartung. Gasheizungen sind in der Anschaffung günstiger, beim Heizen mit einer Wärmepumpe liegen dafür die laufenden Kosten niedriger – vorausgesetzt, die Anlage arbeitet effizient. Welche Regeln 2026 für eine bestehende Gasheizung gelten, steht im Ratgeber Heizungsgesetz 2026. Was der Umstieg von Gas mit Gasanschluss und Gasvertrag kostet, zeigt der Ratgeber Gasheizung umrüsten auf Wärmepumpe. Für den Umstieg von Öl mit Öltank und Restöl gibt es den Ratgeber Ölheizung umrüsten auf Wärmepumpe.

  • Investition: Hier entscheidet der Eigenanteil nach Förderung, nicht der Listenpreis. Eine neue Wärmepumpe für 32.000 Euro kann nach Zuschuss günstiger sein als ein Gaskessel ohne Förderung – oder eben nicht, je nach Bonuslage.
  • Energie: Beim Gas zahlst du jede Kilowattstunde Wärme einzeln. Die Effizienz der Wärmepumpe sorgt dagegen dafür, dass aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme werden. Genau deshalb kann der teurere Strompreis am Ende die niedrigeren Stromkosten ergeben.
  • Wartung: Beide Anlagen brauchen sie, und für die Kosten für die Wartung einer Wärmepumpe nennt unsere Quelle keinen belastbaren Durchschnittswert. Deshalb steht hier keine Zahl – frag den Betrag beim Angebot ausdrücklich mit ab, er gehört in jeden Vergleich.

Ein Punkt wird dabei oft übersehen: Beide Systeme liefern in der Regel Heizung und Warmwasser. Wenn du eine alte Gasrechnung als Vergleichsbasis nimmst, prüf, ob das Warmwasser darin enthalten war – sonst vergleichst du zwei verschiedene Wärmemengen. Wie du den Stromverbrauch der Wärmepumpe für deinen Fall abschätzt, steht im Ratgeber Stromverbrauch einer Wärmepumpe; die Heizkosten verschiedener Energieträger pro Jahr vergleicht der Ratgeber Heizkosten pro qm.

Der Antrag in sechs Schritten

Die Reihenfolge ist der Punkt, an dem es teuer werden kann. Anders als früher wird der Vertrag mit dem Fachbetrieb vor dem Antrag geschlossen – aber nur mit einer Bedingung, die ihn an die Zusage der KfW koppelt. Wer ohne diese Bedingung unterschreibt oder vor der Zusage bauen lässt, riskiert die Förderung.

Ablauf beim Zuschuss 458
Bestätigung zum Antrag (BzA) holen Stellt ein Energieeffizienz-Experte oder das ausführende Fachunternehmen aus.
Liefer- und Leistungsvertrag schließen Mit einer aufschiebenden oder auflösenden Bedingung „in Bezug auf die Zusage der KfW\". Ohne diese Klausel gilt das Vorhaben als vorzeitig begonnen.
Zuschuss beantragen Im Kundenportal „Meine KfW\" registrieren, Produkt 458 wählen, BzA und Vertrag hochladen.
Erst nach der Zusage bauen Für die Fertigstellung hast du 36 Monate ab Zusage Zeit.
Bestätigung nach Durchführung (BnD) Nach Abschluss der Arbeiten wieder von Experte oder Fachunternehmen.
Auszahlung beantragen Im Portal mit BnD und Rechnungen, dazu eine Identifizierung. Die Nachweise musst du binnen sechs Monaten nach Abschluss einreichen.
Quelle: KfW-Merkblatt Zuschuss Nr. 458, gültig ab 21.07.2026. Die technischen Mindestanforderungen an die Anlage stehen nicht im Merkblatt, sondern in der Anlage „Technische Mindestanforderungen\" zur BEG-EM-Richtlinie – lass sie dir vom Fachbetrieb für dein konkretes Gerät bestätigen.

Laufende Kosten: Stromverbrauch der Wärmepumpe und Tarif

Die laufenden Kosten einer Wärmepumpe im Einfamilienhaus liegen bei 750 bis 1.600 Euro pro Jahr. Der Stromverbrauch bewegt sich zwischen 27 und 42 kWh je Quadratmeter und Jahr – für 120 Quadratmeter also grob 3.240 bis 5.040 Kilowattstunden im Jahr.

Wie viel es bei dir wird, hängt an Wärmebedarf und Jahresarbeitszahl. Die Formel und einen Rechner dafür findest du im Ratgeber Stromverbrauch einer Wärmepumpe; hier reicht die Größenordnung, um die Betriebskosten gegen die alte Heizung zu stellen.

Der zweite Hebel ist der Preis je Kilowattstunde. Für Wärmepumpen gibt es eigene Tarife, die günstiger sind als Haushaltsstrom – welches Messkonzept du hast, entscheidet darüber, ob sich ein separater Zähler lohnt. Das steht im Ratgeber Wärmepumpentarif vergleichen, die Grundlagen zu Zählern und Tarifarten im Ratgeber Heizstrom.

Ein Punkt gehört noch dazu: Eine Wärmepumpe mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung ist eine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG. Der Netzbetreiber darf ihren Bezug bei Netzengpässen auf 4,2 kW drosseln, aber nicht abschalten – im Gegenzug gibt es ein reduziertes Netzentgelt. Was das konkret bedeutet und welche Module es gibt, erklärt der Ratgeber § 14a EnWG.

Wann sich die Anschaffung einer Wärmepumpe lohnt

Ob sich der Umstieg auf eine Wärmepumpe rechnet, hängt an einer Kennzahl: der Jahresarbeitszahl. Sie sagt, wie viel Wärme aus einer Kilowattstunde Strom wird. Als Schwelle für die Wirtschaftlichkeit gilt eine JAZ von 3 – darunter frisst der teurere Strompreis den Effizienzvorteil auf.

Ein Vergleich, den der ADAC aus einer Verivox-Analyse vom Herbst 2025 zitiert, zeigt die Größenordnung: Eine Gasheizung mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch kostete bei 11,3 Cent je kWh rund 2.262 Euro im Jahr. Eine Wärmepumpe mit einer JAZ von 4 brauchte für dieselbe Wärme 5.000 Kilowattstunden und kostete bei 26,7 Cent rund 1.337 Euro im Jahr – etwa 41 Prozent weniger.

Diese Zahlen sind ein Jahr alt

Der Vergleich stammt aus dem Herbst 2025. Gas- und Strompreise haben sich seitdem bewegt, und die Rechnung steht und fällt mit der JAZ und deinem tatsächlichen Arbeitspreis. Nimm sie als Muster für den Rechenweg, nicht als Prognose für deine Anlage.

Für die Anschaffung einer Wärmepumpe nennt der ADAC eine Amortisationsdauer von 7 bis 15 Jahren. Die Spanne ist so breit, weil drei Größen gleichzeitig hineinspielen: der Eigenanteil nach Förderung, die Differenz der laufenden Kosten und die Frage, ob die alte Anlage ohnehin fällig gewesen wäre. Ein Kesseltausch, der sowieso angestanden hätte, verkürzt die Rechnung erheblich.

Tipps & Tricks aus der Praxis

Fünf Tipps, bevor du Angebote einholst

  1. Heizlast berechnen lassen, nicht schätzen. Eine zu groß dimensionierte Anlage kostet in der Anschaffung mehr und taktet im Betrieb – beides zahlst du doppelt.
  2. Vier Posten getrennt abfragen. Gerät, Montage, Erschließung, Zusatzarbeiten. Angebote mit einer Summe lassen sich nicht vergleichen.
  3. Eigenanteil selbst nachrechnen. Fördersatz mal 28.000 Euro, nicht mal Angebotssumme. Wer dir den Zuschuss auf die volle Rechnung verspricht, rechnet falsch.
  4. Bedingung in den Vertrag. Ohne die Klausel zur KfW-Zusage gilt das Vorhaben als begonnen, und der Zuschuss ist weg.
  5. Erst am Ende den Tarif. Steht die Anlage, entscheidet der Arbeitspreis über die laufenden Kosten. Das ist der Teil, den du später jederzeit ändern kannst.

Wärmepumpe geplant? Den Stromtarif prüfen wir

Die Anlage plant dein Fachbetrieb. Was sie im Betrieb kostet, hängt am Arbeitspreis – und den vergleichen wir für dich anhand von Verbrauch, Messkonzept und Postleitzahl.

Wir vergleichen Angebote aus unserem Partnernetzwerk, keinen vollständigen Markt. Für dich ist die Prüfung kostenlos; kommt ein Vertrag zustande, erhalten wir eine Vergütung. Wir versprechen keine bestimmte Ersparnis und beraten nicht zur Anlagentechnik oder zum Förderrecht.

Häufige Fragen zu den Kosten einer Wärmepumpe

Die häufigsten Fragen zu Anschaffung, Förderung und Eigenanteil – jeweils mit Quelle.

Was kostet eine Wärmepumpe 2026 inklusive Einbau?

Für ein Einfamilienhaus liegen die Gesamtkosten zwischen 20.000 und 50.000 Euro inklusive Installation (ADAC, Stand 21.07.2026). Das Gerät allein kostet 8.000 bis 16.000 Euro als Luft-Wasser-Wärmepumpe, 10.000 bis 18.000 Euro als Sole-Wasser-Gerät und 10.000 bis 20.000 Euro als Wasser-Wasser-Gerät.

Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe?

Seit dem 21. Juli 2026 gibt es 30 Prozent Grundförderung, dazu 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus für selbstnutzende Eigentümer und je nach Haushaltsjahreseinkommen 40, 30 oder 10 Prozent Einkommensbonus. Gedeckelt ist die Summe bei 70 Prozent, bei einem Einkommen bis 30.000 Euro (mit Familienzuschlag bis 40.000 Euro) bei 80 Prozent.

Wie viel Zuschuss ist maximal möglich?

22.400 Euro. Der Fördersatz gilt nicht für den Rechnungsbetrag, sondern höchstens für 28.000 Euro förderfähige Kosten bei der ersten Wohneinheit. 80 Prozent davon sind 22.400 Euro.

Was hat sich am 21. Juli 2026 geändert?

Der Klimageschwindigkeitsbonus sank von 20 auf 16 Prozent, der Effizienzbonus von 5 Prozent für natürliche Kältemittel und der Emissionsminderungszuschlag von 2.500 Euro entfielen ersatzlos, und die maximal förderfähigen Kosten der ersten Wohneinheit sanken von 30.000 auf 28.000 Euro. Neu ist der Familienzuschlag beim Einkommensbonus.

Wie berechne ich meinen Eigenanteil?

Fördersatz mal 28.000 Euro ergibt den Zuschuss, Angebotssumme minus Zuschuss ergibt den Eigenanteil. Bei einer Anlage für 32.000 Euro und 46 Prozent Förderung sind das 12.880 Euro Zuschuss und 19.120 Euro Eigenanteil.

Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau zusätzlich?

Für Zusatzarbeiten im Bestand nennt der ADAC 5.000 bis 20.000 Euro: größere Heizkörper oder eine Fussbodenheizung, ein neuer Speicher, punktuelle Dämmung. Nötig werden sie, wenn die Vorlauftemperatur sinken muss, damit die Anlage effizient arbeitet.

Wann darf ich den Vertrag mit dem Fachbetrieb unterschreiben?

Vor der Antragstellung, aber nur mit einer aufschiebenden oder auflösenden Bedingung in Bezug auf die Zusage der KfW. Ohne diese Klausel gilt das Vorhaben als vorzeitig begonnen. Gebaut werden darf erst nach der Zusage.

Was kostet der Betrieb einer Wärmepumpe im Jahr?

Die laufenden Kosten liegen bei 750 bis 1.600 Euro im Jahr, der Stromverbrauch bei 27 bis 42 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr. Für 120 Quadratmeter sind das rund 3.240 bis 5.040 Kilowattstunden.

Ab welcher Jahresarbeitszahl lohnt sich eine Wärmepumpe?

Als Schwelle für die Wirtschaftlichkeit gilt eine JAZ von 3: Aus einer Kilowattstunde Strom werden dann drei Kilowattstunden Wärme. Die Amortisation gibt der ADAC mit 7 bis 15 Jahren an, abhängig vom Eigenanteil nach Förderung und davon, ob die alte Heizung ohnehin fällig war.

Fazit

Die Kosten einer Wärmepumpe lassen sich nicht auf eine Zahl bringen, wohl aber auf einen Rechenweg. Erst die vier Posten getrennt ansehen: Gerät, Montage, Erschließung der Wärmequelle und Zusatzarbeiten im Bestand. Dann die Förderung nach den seit dem 21. Juli 2026 geltenden Sätzen bestimmen – 30 Prozent plus mögliche Boni, gedeckelt bei 70 oder 80 Prozent. Und schließlich den Zuschuss auf höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten rechnen, nicht auf die Angebotssumme. Was dann übrig bleibt, ist dein Eigenanteil, und nur der ist mit der alten Heizung vergleichbar. Steht die Anlage, bleibt ein Hebel, den du dauerhaft in der Hand hast: der Arbeitspreis für den Wärmepumpenstrom.

Christian Grünefeld · Ganter Energie

Ganter Energie vermittelt Strom- und Gastarife und prüft Abrechnungen für Haushalte und Gewerbe. Zur Anlagentechnik und zum Förderrecht beraten wir nicht – die Angaben hier sind Orientierung anhand der genannten Quellen, Stand 22.09.2026. Verbindlich sind das KfW-Merkblatt in der jeweils gültigen Fassung und die Auskunft deines Fachbetriebs.

Quellen und Stand der Angaben

Alle Förderangaben abgerufen am 22.09.2026. Fördersätze und Höchstbeträge ändern sich planmäßig zum 01.02.2027 – prüfe vor der Antragstellung das dann gültige Merkblatt.