Stromverbrauch messen: Geräte prüfen und Stromfresser finden
Raten hilft nicht. Wer wissen will, welches Gerät die Rechnung treibt, misst es – mit einem Zwischenstecker, einem Zeitraum, der zur Nutzung passt, und einer Hochrechnung, die ehrlich sagt, wie sicher sie ist.
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Kurz gesagt: Ein einzelnes Gerät misst du mit einem Zwischenstecker-Messgerät, das zwischen Steckdose und Gerät kommt. Den gesamten Haushalt misst du über die Differenz zweier Zählerstände. Eine App allein misst nichts – sie zeigt nur an, was passende Messhardware erfasst hat. Und die entscheidende Zahl ist nicht die Wattzahl im Display, sondern die Kilowattstunden über einen Zeitraum, der zur tatsächlichen Nutzung des Geräts passt.
Das Wichtigste in Kürze
Watt ist eine Leistung, Kilowattstunde eine Menge. Ein Gerät mit 2.000 Watt verbraucht in sechs Minuten genauso viel wie eines mit 200 Watt in einer Stunde. Deshalb sagt der Momentanwert im Display fast nichts über die Jahresrechnung. Umgekehrt gilt: Eine Dauerlast von einem einzigen Watt ergibt über ein Jahr 8,76 Kilowattstunden, bei einem Arbeitspreis von 30 Cent also rund 2,63 Euro – klein, aber eben jedes Jahr wieder. Ein Messgerät musst du dafür nicht kaufen: Viele Verbraucherzentralen verleihen welche, zum Teil kostenlos.
Drei Messwege – und wofür jeder taugt
„Stromverbrauch messen“ meint drei ziemlich verschiedene Dinge. Welcher Weg der richtige ist, hängt nur daran, was du wissen willst: ob ein bestimmtes Elektrogerät viel zieht, oder wohin der Verbrauch im Haushalt insgesamt verschwindet.
Bevor du misst, lohnt der Blick auf die Richtwerte: Der durchschnittliche Stromverbrauch im Haushalt zeigt dir, ob dein Jahreswert überhaupt auffällig ist – und wie groß der Abstand zur passenden Vergleichsgruppe ausfällt.
| Methode | Beantwortet | Was du brauchst | Grenze |
|---|---|---|---|
| Zwischenstecker | Was verbraucht dieses eine Gerät? | Ein Strommessgerät für die Steckdose | Nur für steckerfertige Geräte. Fest angeschlossene Verbraucher gehen damit nicht. |
| Zählerdifferenz | Was verbraucht der Haushalt in einem Zeitraum? | Nur den Stromzähler und zwei Ablesungen | Sagt dir nicht, welches Gerät dafür verantwortlich ist. |
| Messende Steckdose | Wie verteilt sich der Verbrauch über Tage und Wochen? | Eine WLAN-Steckdose mit echter Messfunktion | Die Messgenauigkeit unterscheidet sich je Modell. Ohne Messhardware zeigt eine App nur Schätzwerte. |
Der Zwischenstecker: der Normalfall
Das Messgerät kommt zwischen Steckdose und Gerät, wie ein kurzes Verlängerungskabel. Es zählt mit, wie viele Kilowattstunden durchfließen, und zeigt daneben meist die aktuelle Leistung in Watt. Für geeignete steckerfertige Verbraucher ist das ein einfacher Messweg. Ob das Gerät und sein Einschaltverhalten zulässig sind und der Messbereich passt, entscheidet die Anleitung des Messgeräts. Wenn du noch ein eigenes Gerät suchst, hilft dir unsere Kaufberatung für Strommessgeräte beim Vergleich von Display, App und Messgrenzen.
Die Zählerdifferenz: den Netzbezug messen
Ohne eigene Stromerzeugung lässt sich damit der Haushaltsverbrauch im Messzeitraum erfassen. Mit PV oder Balkonkraftwerk zeigt das Bezugszählwerk nur den Netzbezug. Selbst verbrauchter Solarstrom fehlt darin. Für den Gesamtverbrauch musst du zusätzlich Eigenverbrauch und bei Speichern die passende Energiebilanz berücksichtigen. Wie dein gemessener Jahresverbrauch im Vergleich zu ähnlichen Haushalten liegt, zeigt unser Stromverbrauchsrechner.
Zählerstand notieren, warten, erneut notieren, Differenz bilden. Das funktioniert mit jedem Zähler und kostet nichts. Besonders aufschlussreich ist die Grundlast: Schalte abends bewusst alles ab, was du abschalten kannst, lies den Zähler ab, und lies ihn nach einer Stunde erneut ab. Das Ergebnis zeigt den Verbrauch in dieser Stunde. Taktende und zeitgesteuerte Geräte können zu anderen Zeiten anders arbeiten; eine einzelne Stunde beweist keine konstante Dauerlast. Wie du deinen Zähler richtig abliest, steht in unserem Ratgeber zum Stromzähler ablesen.
Messende Steckdose und Smart Meter: zwei verschiedene Dinge
Eine WLAN-Steckdose mit Messfunktion misst wie ein Zwischenstecker, speichert aber den Verlauf und zeigt ihn per App. Das ist praktisch bei Geräten, die unregelmäßig laufen. Ein Smart Meter dagegen sitzt an der Hausanschlussstelle und kennt nur den Haushalt als Ganzes, nicht einzelne Geräte. Ob und wie du die Verbrauchsdaten einsehen kannst, hängt an der verbauten Technik und am Messstellenbetreiber – der Unterschied zwischen moderner Messeinrichtung und Smart Meter steht im Ratgeber Digitaler Stromzähler und Smart Meter.
Wenn du selbst Strom erzeugst
Hast du ein Balkonkraftwerk oder eine PV-Anlage, misst der Zwischenstecker weiterhin sauber, was das angeschlossene Gerät zieht – unabhängig davon, woher der Strom gerade kommt. Bei messenden Steckdosen und Zusatzgeräten lässt sich dagegen nicht pauschal sagen, ob sie mit deiner Anlage zusammenarbeiten oder rückfließenden Strom richtig verbuchen. Das steht im Datenblatt des jeweiligen Geräts, nicht in einem Ratgeber.
Vor der ersten Messung: fünf Minuten Vorbereitung
Die meisten unbrauchbaren Messergebnisse entstehen nicht beim Messen, sondern davor. Diese Punkte klärst du einmal, danach läuft es.
Anleitung und zulässige Last prüfen. Auf jedem Zwischenstecker steht, wie viel er verträgt – meist als Wattwert und als Ampere-Angabe. Geräte mit hoher Anschlussleistung wie Heizlüfter, Wasserkocher oder Trockner liegen nah an dieser Grenze. Steht auf dem Typenschild deines Geräts mehr, als der Zwischenstecker zulässt, wird nicht gemessen. Und keine Kaskade aus Mehrfachsteckdosen bauen.
Zähler zurücksetzen und Startzeit notieren. Viele Messgeräte zählen die Betriebsstunden selbst mit – dann brauchst du sie nur abzulesen. Tun sie das nicht, notierst du Datum und Uhrzeit. Ohne die Messdauer ist der kWh-Wert später wertlos, weil du ihn nicht hochrechnen kannst.
Den eigenen Arbeitspreis heraussuchen. Er steht auf deiner letzten Stromrechnung, in Cent je Kilowattstunde. Nur dieser Teil ändert sich mit dem Verbrauch – siehe Arbeitspreis. Den Grundpreis lässt du dabei außen vor: Er fällt unabhängig davon an, ob ein Gerät läuft oder nicht, und gehört deshalb in keine Geräteabrechnung.
Wo die Messung aufhört
Gemessen wird ausschließlich an der Steckdose. Fest angeschlossene Geräte – Elektroherd, Durchlauferhitzer, Wärmepumpe, Nachtspeicher – und alles, was im Verteilerkasten sitzt, sind Sache einer Elektrofachkraft. Dort nachzurüsten oder zu klemmen ist kein Heimwerkerthema. Was eine Wärmepumpe verbraucht, lässt sich stattdessen über den Zählerstand und, falls vorhanden, den separaten Zähler nachvollziehen. Wie du einen solchen Zwischenzähler auswählst und worauf du beim Einbau achtest, liest du in unserem Ratgeber.
Leihen statt kaufen
Viele Verbraucherzentralen verleihen Strommessgeräte, und die Bedingungen unterscheiden sich deutlich. In Rheinland-Pfalz war die Ausleihe am 11.09.2026 kostenlos, für eine Woche und höchstens zwei, ohne Pfand, aber im Rahmen einer angemeldeten Energieberatung. In Hessen lief sie über 14 Tage gegen Ausweis und 30 Euro Kaution. Ein Anruf bei der Beratungsstelle in deiner Nähe klärt in zwei Minuten, was vor Ort gilt.
Wie lange du messen musst – je nach Betriebsart
Es gibt keinen Messzeitraum, der für alle Geräte passt. Ein Router zieht jede Stunde ungefähr dasselbe, ein Kühlschrank arbeitet in Intervallen, eine Waschmaschine läuft überhaupt nur, wenn du sie startest. Danach richtet sich, wie lange du misst und was du notierst.
| Betriebsart | Typische Geräte | Messdauer | Was du notierst |
|---|---|---|---|
| Läuft durchgehend | Router, Aquarium, Umwälzpumpe, Heizungssteuerung | 24 bis 48 Stunden | kWh und Messstunden |
| Taktet | Kühlschrank, Gefriergerät, Klimagerät | Mindestens 7 Tage | kWh und Messstunden |
| Läuft in Durchgängen | Waschmaschine, Spülmaschine, Trockner | Pro Zyklus, mindestens drei typische Programme | kWh je Zyklus und Programm |
| Kleine Dauerlast | Fernseher und Konsole im Standby, Ladegeräte | Mehrere Tage | Nur den kWh-Wert, nicht die Wattanzeige |
| Saisonal | Heizlüfter, Poolpumpe, Ventilator | In der Saison, mehrere Tage | kWh, Messstunden und die Betriebsmonate |
Beim Kühlgerät ist die lange Dauer kein Übereifer: Das Gerät kühlt in Intervallen nach, und wie oft es das tut, hängt an Raumtemperatur, Beladung und daran, wie oft die Tür aufgeht. Eine Messung über zwei Stunden trifft entweder eine Kühlphase oder eine Pause – beides ergibt eine falsche Hochrechnung. Über sieben Tage mitteln sich diese Ausschläge heraus.
Bei sehr kleinen Dauerlasten ist die Momentanleistung im Display der unzuverlässigste Wert überhaupt. Wie tief dein Messgerät überhaupt hinunter misst, steht in seiner Anleitung. Eine längere kWh-Messung kann die Anzeigeauflösung ausgleichen, aber keine ungeeignete Messuntergrenze oder systematische Messabweichung beheben. Prüfe deshalb zuerst, ob das Modell den kleinen Verbrauch überhaupt zuverlässig erfasst.
Das Messprotokoll: acht Spalten, die den Unterschied machen
Ein Messwert ohne Kontext ist nur eine Zahl. Erst das Protokoll macht daraus etwas, mit dem du später rechnen und vergleichen kannst – vor allem, wenn du nach einer Änderung ein zweites Mal misst. Leg dir die Tabelle auf Papier an oder drucke diesen Abschnitt aus; mehr braucht es nicht.
| Spalte | Beispiel | Warum sie wichtig ist |
|---|---|---|
| Gerät und Standort | Kühlschrank Küche | Zwei gleiche Geräte an verschiedenen Orten verbrauchen unterschiedlich viel. |
| Beginn | 04.09., 18:00 | Belegt, dass die Messung wirklich so lange lief. |
| Ende | 11.09., 18:00 | Zusammen mit dem Beginn ergibt sich die Messdauer. |
| Messstunden | 168 | Die Zahl, durch die später geteilt wird. Ohne sie ist keine Hochrechnung möglich. |
| Gemessene kWh | 1,4 | Der eigentliche Messwert, abgelesen am Zählerstand des Messgeräts. |
| Betriebsart | taktet | Entscheidet darüber, ob die Hochrechnung auf 365 Tage überhaupt zulässig ist. |
| Beobachtungen | zwei Tage Urlaub, Tür selten geöffnet | Erklärt Ausreißer und verhindert, dass du aus einer untypischen Woche ein Jahr hochrechnest. |
| Arbeitspreis | 30 ct/kWh | Macht aus Kilowattstunden Euro. Der Grundpreis gehört ausdrücklich nicht dazu. |
Messprotokoll auswerten: von Kilowattstunden zum Jahreswert
Trage deine Messwerte ein. Das Werkzeug rechnet den Tages- und Jahreswert aus, sagt dir, wie belastbar diese Hochrechnung ist, und stellt dir daraus ein fertiges Protokoll zusammen, das du kopieren oder ausdrucken kannst.
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Was dieses Werkzeug nicht kann: Es prüft deine Messung nicht nach. Jede Hochrechnung ist eine Schätzung auf Basis dessen, was du eingegeben hast – ändert sich die Nutzung, ändert sich der Jahreswert. Der Grundpreis deines Tarifs ist bewusst nicht enthalten, weil er unabhängig vom Verbrauch anfällt und sich durch kein Gerät einsparen lässt.
Vom Messwert zum Jahreswert – und was dabei schiefgeht
Die ganze Rechnung besteht aus zwei Schritten. Erst machst du aus deiner Messung einen Tageswert, dann aus dem Tageswert einen Jahreswert:
Die beiden Formeln
Tageswert = gemessene kWh ÷ Messstunden × 24
Jahreswert = Tageswert × 365 – aber nur, wenn das Gerät das ganze Jahr über so läuft wie während der Messung.
Bei Geräten mit Durchgängen rechnest du anders: kWh je Durchgang × Durchgänge im Jahr. Eine Hochrechnung über die Zeit wäre hier falsch, weil die Nutzungshäufigkeit entscheidet. Standby-Verbrauch zwischen den Durchgängen musst du bei Bedarf separat erfassen, ohne ihn doppelt zu zählen.
Ein Beispiel für die Zeitrechnung. Du misst ein Gerät eine Woche lang, also 168 Stunden, und liest am Ende 1,4 Kilowattstunden ab. Der Tageswert ist 1,4 ÷ 168 × 24 = 0,2 Kilowattstunden. Aufs Jahr gerechnet sind das 73 Kilowattstunden. Bei einem Arbeitspreis von 30 Cent kostet dich dieses Gerät rund 21,90 Euro im Jahr.
Ein Beispiel für die Zyklusrechnung. Deine Waschmaschine braucht 0,8 Kilowattstunden je Durchgang, und du wäschst dreimal pro Woche, also rund 150-mal im Jahr. Das ergibt 120 Kilowattstunden und bei 30 Cent rund 36 Euro im Jahr. Läuft sie halb so oft, halbiert sich der Wert – weshalb die geschätzte Zahl der Durchgänge hier genauso wichtig ist wie der Messwert selbst.
Zwei Dinge gehören bei jeder Hochrechnung dazu. Erstens: Sie ist eine Schätzung. Sie unterstellt, dass du das Gerät weiter so nutzt wie in der Messwoche. Zweitens: Der Grundpreis deines Tarifs taucht darin nicht auf und darf es auch nicht. Er fällt an, egal ob das Gerät läuft, und lässt sich durch keine Messung und keinen Gerätetausch senken.
Sieben Fehler, die das Ergebnis verfälschen
- Die Momentanleistung hochrechnen: Die 120 Watt im Display gelten für diesen Augenblick. Ein Kühlschrank zieht sie nur, während der Kompressor läuft – hochgerechnet auf 8.760 Stunden ergibt das ein Vielfaches des echten Verbrauchs.
- Taktende Geräte zu kurz messen: Zwei Stunden am Kühlschrank treffen entweder eine Kühlphase oder eine Pause. Sieben Tage mitteln beides aus.
- Während der Messung anders leben: Urlaub, Gäste oder eine Hitzewelle machen die Woche untypisch. Notier solche Dinge in den Beobachtungen und miss im Zweifel nach.
- Kleine Dauerlasten über die Wattanzeige beurteilen: Prüfe Messuntergrenze und Genauigkeit. Längeres Messen allein macht ein ungeeignetes Gerät nicht genauer.
- Saisongeräte auf 365 Tage hochrechnen: Ein Heizlüfter läuft nicht im Juli. Rechne über die Betriebsmonate, sonst wird aus 40 Kilowattstunden ein Phantomverbrauch.
- Überlappende Messungen addieren: Wenn eine Mehrfachsteckdose am Messgerät hängt und du zusätzlich einzelne Geräte daran gemessen hast, zählst du denselben Strom zweimal.
- Den Grundpreis mitrechnen: Er gehört zum Tarif, nicht zum Gerät. Wer ihn in die Gerätekosten schreibt, hält jedes Gerät für teurer, als es ist.
Gemessen – und was jetzt?
Ein Messwert ist noch keine Entscheidung. Drei Schritte machen aus der Zahl einen Nutzen, und sie bauen aufeinander auf.
Erst die Nutzung ändern, dann erneut messen. Kühlschrank auf die empfohlene Temperatur einstellen, Wäsche bei 30 statt 40 Grad, Steckerleiste am Fernseher abends aus: Was das bringt, siehst du nur, wenn du genauso lange noch einmal misst wie beim ersten Mal. Alles andere ist Gefühl. Welche Änderungen sich lohnen, steht in unseren Tipps zum Stromsparen im Haushalt.
Einen Ersatzkauf gegenrechnen, nicht erhoffen. Nimm die Differenz zwischen deinem gemessenen Jahreswert und dem Verbrauch, den das neue Gerät im Datenblatt ausweist, und multipliziere sie mit deinem Arbeitspreis. Teile den Kaufpreis durch diesen Jahresbetrag, und du hast die Zahl der Jahre, bis sich der Tausch rechnet. Bei einem alten Kühlgerät kann das sehr schnell gehen – bei einem sieben Jahre alten Fernseher meistens nicht.
Gerätespezifische Messzeiten und Rechenbeispiele findest du beim Stromverbrauch des Backofens und beim Stromverbrauch des Geschirrspülers.
Wenn der Haushalt insgesamt hoch liegt, aber kein einzelnes Gerät auffällt, liegt es oft an der Summe vieler kleiner Dauerverbraucher oder an einer Abrechnung, die nicht stimmt. Der Ratgeber Stromrechnung zu hoch geht die Ursachen der Reihe nach durch.
Der Verbrauch ist die eine Hälfte. Der Preis ist die andere
Messen zeigt dir, wie viele Kilowattstunden du brauchst. Was jede einzelne davon kostet, steht in deinem Vertrag – und daran lässt sich meist schneller etwas ändern als am Verbrauch. Wir sehen uns deine Rechnung kostenlos an, deutschlandweit online, und du erreichst uns jederzeit über WhatsApp.
Häufige Fragen zum Stromverbrauch messen
Wie lange muss ich ein Gerät messen?
Das hängt an der Betriebsart. Ein Gerät, das durchgehend läuft, misst du 24 bis 48 Stunden. Ein Kühl- oder Gefriergerät taktet und braucht mindestens sieben Tage – so lange empfiehlt es auch die Verbraucherzentrale, weil sich die Kühlintervalle erst über eine Woche ausmitteln. Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner misst du nicht nach Zeit, sondern je Durchgang, und zwar über mindestens drei typische Programme.
Was kostet ein Watt Dauerverbrauch im Jahr?
Ein Watt, das rund um die Uhr anliegt, ergibt 8,76 Kilowattstunden im Jahr. Bei einem Arbeitspreis von 30 Cent je Kilowattstunde sind das etwa 2,63 Euro. Ein Gerät mit fünf Watt Standby liegt also bei rund 13 Euro im Jahr. Rechne mit deinem eigenen Arbeitspreis von der letzten Stromrechnung, dann stimmt die Zahl für deinen Haushalt.
Kann ich den Stromverbrauch auch ohne Messgerät ermitteln?
Ohne eigene Stromerzeugung ja: zwei Bezugszählerstände ablesen und die Differenz bilden. Bei Photovoltaik zeigt das nur den Netzbezug; für den Gesamtverbrauch brauchst du zusätzlich den selbst verbrauchten Solarstrom. Für ein einzelnes Gerät nur sehr grob. Die Angabe auf dem Typenschild ist die Anschlussleistung, also das, was das Gerät unter Volllast zieht – nicht das, was es im Alltag verbraucht. Ein Wäschetrockner steht selten dauerhaft auf Volllast, ein Kühlschrank fast nie. Was ein Trockner im Jahr tatsächlich verbraucht, zeigt der Ratgeber Trockner Stromverbrauch.
Misst eine App meinen Stromverbrauch?
Eine App allein misst gar nichts. Sie zeigt an, was eine Messsteckdose, ein Zwischenzähler oder ein Smart Meter erfasst hat. Wenn eine App ohne jede Messhardware Verbrauchswerte je Gerät ausweist, sind das Schätzungen aus hinterlegten Durchschnittswerten – als Orientierung brauchbar, als Grundlage für eine Kaufentscheidung nicht.
Wo bekomme ich ein Strommessgerät zum Ausleihen?
Bei vielen Verbraucherzentralen, und die Bedingungen unterscheiden sich je Bundesland. In Rheinland-Pfalz war die Ausleihe am 11.09.2026 kostenlos für eine bis zwei Wochen und ohne Pfand, allerdings im Rahmen einer angemeldeten Energieberatung. In Hessen lief sie über 14 Tage gegen Ausweis und 30 Euro Kaution. Manche Stadtwerke und Büchereien verleihen ebenfalls. Ein Anruf bei der Beratungsstelle in deiner Nähe klärt es.
Zeigt ein Strommessgerät den Standby-Verbrauch zuverlässig an?
Die Momentanleistung bei sehr kleinen Lasten ist der unzuverlässigste Wert am Gerät. Wie tief dein Messgerät hinunter misst, steht in seiner Anleitung. Eine längere Messung kann die Anzeigeauflösung verbessern, behebt aber keine zu hohe Messuntergrenze. Prüfe die Genauigkeit im relevanten Bereich; erst dann ist eine mehrtägige kWh-Messung sinnvoll.
Was ist der Unterschied zwischen Watt und Kilowattstunde?
Watt ist die Leistung in einem Moment, Kilowattstunde die verbrauchte Menge über eine Zeit. Ein Gerät mit 2.000 Watt verbraucht in sechs Minuten eine Fünftel Kilowattstunde – genauso viel wie ein Gerät mit 200 Watt in einer Stunde. Abgerechnet wird ausschließlich die Menge. Deshalb ist ein kleiner Dauerverbraucher oft teurer als ein großes Gerät, das selten läuft.
Fazit: Messen schlägt schätzen – aber nur mit Zeitraum
Der Zwischenstecker ist der einfachste Teil. Entscheidend sind die beiden Zahlen daneben: wie lange gemessen wurde und wie das Gerät in dieser Zeit genutzt wurde. Mit ihnen wird aus einem Messwert eine Jahreszahl, mit der du rechnen kannst – ohne sie bleibt es eine Momentaufnahme. Notier dir beim nächsten Gerät also nicht nur die Kilowattstunden, sondern auch Beginn, Ende und was in dieser Woche ungewöhnlich war. Das ist der ganze Unterschied zwischen einem Messwert und einer belastbaren Grundlage.
Quellen
- Verbraucherzentrale Energieberatung – Stromverbrauch messen, abgerufen am 11.09.2026: Messgerät zwischen Steckdose und Gerät, Hochrechnung des Verbrauchs über den Strompreis je Kilowattstunde
- Verbraucherzentrale – Den passenden Kühlschrank finden, abgerufen am 11.09.2026: Empfehlung, den Stromverbrauch eines Kühlgeräts sieben Tage lang zu messen und anschließend auf ein Jahr hochzurechnen; Messgeräte in den Beratungsstellen ausleihbar
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz – Verleih Strommessgeräte, abgerufen am 11.09.2026: kostenlose Ausleihe für eine Woche, höchstens zwei, ohne Pfand, im Rahmen der angemeldeten Energieberatung
- Verbraucherzentrale Hessen – Stromdiebe im Haushalt, abgerufen am 11.09.2026: Ausleihe über 14 Tage gegen Ausweis und 30 Euro Kaution; besonders alte Wasch-, Trocken- und Kühlgeräte sowie Geräte im Standby messen
Stand: 11.09.2026. Die Angaben zur Ausleihe wurden an diesem Tag bei den jeweiligen Verbraucherzentralen abgerufen und unterscheiden sich je Bundesland und Beratungsstelle; verbindlich ist die Auskunft der Stelle vor Ort. Alle Rechenbeispiele sind Hochrechnungen aus angenommenen Messwerten und keine Zusage über deinen tatsächlichen Verbrauch oder eine Ersparnis. Arbeiten an fest angeschlossenen Geräten und in der Hausinstallation gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Eine vollständige Fachprüfung dieses Beitrags ist nicht ausgewiesen.






