Zweirichtungszähler: Funktion, Ablesen und Kosten bei PV und Balkonkraftwerk
Ratgeber Zähler

Zweirichtungszähler: Funktion, Ablesen und Kosten bei PV und Balkonkraftwerk

Was ein Zweirichtungszähler misst, wie du 1.8.0 und 2.8.0 richtig abliest, wann du für Balkonkraftwerk oder PV-Anlage einen brauchst und was er dich im Jahr kostet.

11 Minuten Lesezeit Quellen: EEG, MsbG, Netzbetreiber Aktualisiert am 11. Oktober 2026
Inhaltsverzeichnis
  1. Kurz gesagt
  2. So funktioniert er
  3. Zähler ablesen
  4. Balkonkraftwerk
  5. PV-Anlage
  6. Kosten
  7. Zählerarten
  8. Fünf Tipps
  9. Tarif prüfen
  10. Häufige Fragen
  11. Fazit

Kurz gesagt: Ein Zweirichtungszähler misst den Strom in beide Richtungen und zählt beides separat: den Bezug aus dem Netz unter der Kennzahl 1.8.0 und die Einspeisung ins öffentliche Netz unter 2.8.0. Du brauchst ihn, sobald eine PV-Anlage oder ein Balkonkraftwerk Solarstrom einspeist. Ein Balkonkraftwerk darf laut § 10a Abs. 3 EEG schon vor dem Zählertausch am vorhandenen Zähler laufen. Den Einbau übernimmt der Messstellenbetreiber; für eine moderne Messeinrichtung zahlst du beim grundzuständigen Messstellenbetreiber höchstens 25 Euro brutto im Jahr (§ 32 MsbG).

Mit der eigenen Solaranlage oder einem Balkonkraftwerk fließt Strom plötzlich nicht mehr nur ins Haus, sondern auch hinaus ins Stromnetz. Ein klassischer Stromzähler kann das nicht sauber erfassen. Ein Zähler für beide Richtungen schon: Er hält fest, wie viel Strom du aus dem Netz beziehst und wie viel Strom du einspeist, und zwar in zwei getrennten Zählwerken.

In diesem Ratgeber zeigen wir, wie der Zähler funktioniert, wie du ihn richtig abliest, wann du einen brauchst und wer den Tausch bezahlt. Alle Rechtsangaben haben wir am Gesetzestext geprüft, Beispielrechnungen sind als eigene Rechnung gekennzeichnet.

Das Wichtigste in Kürze

Der Zähler erfasst Strombezug und Einspeisung getrennt.

  • 1.8.0: Strom, den du aus dem Netz beziehst. 2.8.0: Strom, den du ins Netz einspeist.
  • Balkonkraftwerk: darf vor dem Zählertausch am vorhandenen Zähler betrieben werden (§ 10a Abs. 3 EEG).
  • Einbau: übernimmt der Messstellenbetreiber, du musst ihn nicht selbst beauftragen.
  • Kosten: moderne Messeinrichtung höchstens 25 Euro brutto pro Jahr, intelligentes Messsystem je nach Verbrauch oder Anlagengröße mehr (§§ 30, 32 MsbG).

Was ist ein Zweirichtungszähler und wie funktioniert er?

Ein Zweirichtungszähler, auch bidirektionaler Zähler genannt, ist ein Stromzähler mit zwei Zählwerken. Das erste Zählwerk misst den Strombezug, also den Strom aus dem Netz, den dein Haushalt verbraucht. Das zweite Zählwerk misst die Einspeisung, also die Strommenge, die deine Photovoltaikanlage oder dein Balkonkraftwerk ins öffentliche Netz abgibt. Beide Werte laufen nur vorwärts und werden nie miteinander verrechnet.

Wie funktioniert ein Zweirichtungszähler im Alltag? Scheint die Sonne und deine Solaranlage erzeugt mehr Strom, als du gerade im Haushalt brauchst, fließt der Überschuss ins Stromnetz. Sobald deine Anlage Strom einspeist, erkennt der Zähler, dass Strom ins Netz fließt, und zählt diese Kilowattstunden unter 2.8.0. Abends, wenn die Anlage nichts erzeugt, beziehst du Strom aus dem Netz, und der Zähler zählt unter 1.8.0 weiter. Ein Stromfluss in beide Richtungen wird so getrennt erfasst. Im Haushalt mit Drehstromanschluss misst der Zähler alle drei Phasen.

Wichtig für die Einordnung: Den Strom, den du selbst direkt verbrauchst, sieht das Messgerät nicht. Er misst nur, was am Hausanschluss hinein- oder hinausgeht. Deinen Eigenverbrauch erfährst du, wenn du die Erzeugung aus der App deines Wechselrichters mit dem Wert 2.8.0 vergleichst: Erzeugung minus Einspeisung ergibt den selbst verbrauchten Solarstrom. Für Verbraucher, die mit Photovoltaik selbst Strom erzeugen, heißt das: Weniger Bezug bedeutet nicht weniger Stromverbrauch, sondern dass ein Teil davon vom eigenen Dach kommt.

Die wichtigsten Kennzahlen auf dem Display
KennzahlWas sie zeigtWofür du sie brauchst
1.8.0Bezug aus dem Netz, Summe aller TarifstufenAbrechnung mit deinem Stromanbieter
2.8.0Einspeisung ins NetzEinspeisevergütung bei der PV-Anlage, eigene Auswertung
1.8.1 und 1.8.2Bezug getrennt nach Tarifstufe, nur bei Zählern mit zwei TarifenAbrechnung von Hoch- und Niedertarif
Die Kennzahlen 1.8.0 und 2.8.0 nennen unter anderem Vattenfall und EWE NETZ. Welche Werte dein Display zusätzlich zeigt, hängt vom Zählermodell ab.

Nicht verwechseln solltest du ihn mit einem Doppeltarifzähler. Der Doppeltarifzähler misst nur den Bezug, teilt ihn aber in zwei Tarifzeiten auf, etwa für einen Nachtstromtarif. Manche Geräte können beides, entscheidend ist hier aber die getrennte Messung von Netzbezug und eingespeister Menge.

Zweirichtungszähler ablesen: so geht es richtig

Neue Geräte dieser Art sind heute fast immer digitale Zähler, denn analoge Stromzähler können die Einspeisung nicht getrennt erfassen. Er zeigt die Werte nicht gleichzeitig, sondern nacheinander auf dem Display. Manche digitale Stromzähler wechseln die Anzeige automatisch, bei anderen schaltest du per Taste weiter. Bei einigen Modellen bedienst du die Anzeige mit einer Taschenlampe über einen optischen Sensor. Die Bedienungsanleitung findest du meist auf der Website deines Netzbetreibers.

Zweirichtungszähler ablesen in fünf Schritten
Zähler finden und Zählernummer prüfenDer Zähler sitzt im Zählerschrank. Vergleiche die Zählernummer mit der Nummer auf deiner Stromrechnung, damit du den richtigen Zähler abliest.
Anzeige durchschaltenWarte, bis die Anzeige wechselt, oder schalte per Taste oder Lichtsignal weiter, bis eine Kennzahl vor dem Wert erscheint.
Bezug unter 1.8.0 notierenDas ist der Strom aus dem Netz in Kilowattstunden. Nachkommastellen lässt du für die Zählerstandsmeldung in der Regel weg.
Einspeisung unter 2.8.0 notierenDas ist die Strommenge, die ins Netz eingespeist wurde. Beide Werte gehören zusammen auf deinen Zettel.
Mit Datum festhaltenFotografiere das Display oder schreib beide Werte mit Datum auf. So kannst du Zeiträume vergleichen und die Abrechnung prüfen.
Ablauf nach den Zähleranleitungen von Vattenfall und EWE NETZ. Bedienung und Anzeige variieren je nach Zählermodell.

Was du mit den Werten anfangen kannst, zeigt ein Beispiel. Am 1. Januar zeigt 1.8.0 den Wert 12.400 und 2.8.0 den Wert 900. Am 1. Juli stehen dort 13.900 und 1.650. Dann hast du im ersten Halbjahr 1.500 kWh aus dem Netz bezogen und 750 kWh eingespeist (eigene Rechnung mit Beispielwerten). Beide Werte wachsen also nur, sie werden nie voneinander abgezogen.

Wenn du den Zählerstand an deinen Stromanbieter meldest, gibst du den Bezug unter 1.8.0 an. Den Wert 2.8.0 braucht vor allem der Netzbetreiber für die Einspeisevergütung, er wird aber meist ohne dein Zutun erfasst. Wie du einen herkömmlichen Zähler abliest und den Zählerstand richtig meldest, zeigen wir im Ratgeber Stromzähler ablesen.

Finger weg von Plomben

Lies den Zähler nur von außen ab. Der Zählerschrank enthält Bereiche, die verplombt sind und nur Fachleute öffnen dürfen. Wenn du einzelne Geräte messen willst, nutze lieber ein Strommessgerät für die Steckdose.

Brauche ich für ein Balkonkraftwerk einen Zweirichtungszähler?

Ja, auf Dauer schon, aber du musst nicht darauf warten. Balkonkraftwerke gelten im Gesetz als Steckersolargeräte. Nach § 8 Abs. 5a EEG sind das Geräte mit einer installierten Leistung von insgesamt bis zu 2 Kilowatt und einer Wechselrichterleistung von insgesamt bis zu 800 Voltampere, die hinter dem Zähler eines Haushalts betrieben werden. Für diese Anlagen hat der Gesetzgeber den Zähler bewusst nicht zur Hürde gemacht.

Laut § 10a Abs. 3 EEG dürfen Steckersolargeräte schon vor dem Einbau einer modernen Messeinrichtung als Zweirichtungszähler oder eines intelligenten Messsystems mit der bereits vorhandenen Messeinrichtung betrieben werden. Das gilt nach dem Wortlaut für jeden vorhandenen Zähler, auch für einen analogen Ferraris-Zähler. Ein Ferraris-Zähler ohne Rücklaufsperre dreht sich rückwärts, wenn dein Balkonkraftwerk gerade mehr erzeugt, als du verbrauchst. Ein Zähler mit Rücklaufsperre bleibt dann einfach stehen.

Den Tausch musst du nicht selbst organisieren. Nach § 10a Abs. 2 EEG muss der Messstellenbetreiber die Messstelle unverzüglich mit einem Zweirichtungszähler oder einem intelligenten Messsystem ausstatten, wenn die Bundesnetzagentur ihn dazu auffordert. Deine Aufgabe ist die Registrierung im Marktstammdatenregister. Zusätzliche Meldungen an den Netzbetreiber darf dieser nach § 8 Abs. 5a EEG nicht verlangen. Wie die Registrierung Schritt für Schritt funktioniert, steht im Ratgeber Balkonkraftwerk anmelden.

Einspeisung ohne Vergütung

Balkonkraftwerke nach § 8 Abs. 5a EEG werden der unentgeltlichen Abnahme zugeordnet. Für den eingespeisten Strom bekommst du also kein Geld. Der neue Zähler sorgt vor allem dafür, dass dir Einspeisung nicht als Verbrauch berechnet wird und die Werte sauber getrennt bleiben.

Zweirichtungszähler bei der PV-Anlage auf dem Dach

Bei größeren Photovoltaikanlagen mit Einspeisevergütung führt an einem solchen Zähler kein Weg vorbei. Die Vergütung richtet sich nach der Strommenge, die du ins Netz eingespeist hast, und genau diese Strommenge steht unter 2.8.0. Der Einbau gehört bei der Inbetriebnahme der Anlage zum Ablauf: Dein Installateur meldet die Anlage beim Netzbetreiber an, danach wird der passende Zähler gesetzt. Bei Zweirichtungszählern für PV-Anlagen gilt dasselbe Prinzip wie beim Balkonkraftwerk: Was aus dem öffentlichen Netz bezogen wird, landet unter 1.8.0, die eingespeiste Menge unter 2.8.0. Welche Sätze aktuell gelten, liest du im Ratgeber Einspeisevergütung.

Ab einer bestimmten Größe reicht ein einfaches Gerät nicht mehr. § 29 Abs. 1 MsbG sieht für Anlagenbetreiber mit mehr als 7 Kilowatt installierter Leistung ein intelligentes Messsystem mit Steuerungseinrichtung vor, soweit das für den gesetzlichen Rollout erforderlich ist. Dasselbe gilt für Haushalte mit einem Jahresstromverbrauch von mehr als 6.000 kWh. Ein intelligentes Messsystem misst ebenfalls Bezug und Einspeisung, sendet die Werte aber zusätzlich über ein Smart-Meter-Gateway. Mehr dazu im Ratgeber Smart Meter Pflicht.

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Was kostet ein Zweirichtungszähler?

Den Zähler für die Abrechnung kaufst du nicht selbst. Er gehört dem Messstellenbetreiber, der ihn einbaut, betreibt und für die Eichung sorgt. Du zahlst dafür ein Entgelt, das zu den jährlichen Kosten deines Stromanschlusses zählt und meist über die Stromrechnung abgerechnet wird. Für den grundzuständigen Messstellenbetreiber hat der Gesetzgeber Preisobergrenzen festgelegt.

Preisobergrenzen für deinen Anteil pro Jahr
AusstattungFallHöchstens pro Jahr
Moderne MesseinrichtungZweirichtungszähler ohne Kommunikationsmodul25 € brutto
Intelligentes Messsystem6.000 bis 10.000 kWh Verbrauch40 €
Intelligentes Messsystem10.000 bis 20.000 kWh oder 7 bis 15 kW Anlage50 €
Intelligentes Messsystem20.000 bis 50.000 kWh oder 15 bis 25 kW Anlage110 €
Intelligentes Messsystem50.000 bis 100.000 kWh oder 25 bis 100 kW Anlage140 €
Intelligentes Messsystem auf Wunschoptionaler Einbauinsgesamt 60 €, davon 30 € für dich
Preisobergrenzen beim grundzuständigen Messstellenbetreiber nach § 32 MsbG (moderne Messeinrichtung) und § 30 MsbG (intelligentes Messsystem, Anteil des Nutzers ab 1. Januar 2025). Gesetzesstand 18.12.2025.

Was kostet ein Zweirichtungszähler beim Balkonkraftwerk also? In aller Regel bekommst du eine moderne Messeinrichtung, und dafür gilt die Grenze von 25 Euro pro Jahr. Ob für den Einbau selbst etwas berechnet wird, steht im Preisblatt des Betreibers. Frag im Zweifel vorher nach. Bei sehr alten Anlagen prüft der Monteur außerdem, ob genug Platz im Zählerschrank ist. Zähler aus dem Elektrohandel mit MID-Eichung eignen sich nur als privater Unterzähler für die eigene Auswertung, nicht für die Abrechnung mit dem Stromanbieter.

Zweirichtungszähler, moderne Messeinrichtung, Smart Meter: die Unterschiede

Die Begriffe werden oft durcheinandergeworfen. „Zweirichtungszähler“ beschreibt nur, was der Zähler misst: Strom in beide Richtungen. Wie er das tut und ob er Daten verschickt, sagt der Begriff nicht. Die Tabelle ordnet die Zählerarten ein, die dir im Haushalt begegnen.

Welche Zählerarten es gibt
ZählerartTechnikMisst Einspeisung?Sendet Daten?
Ferraris-Zähleranalog, Drehscheibenein, dreht sich rückwärts oder steht mit Rücklaufsperrenein
Moderne Messeinrichtungdigital, Displayja, als Zweirichtungszählernein
Intelligentes Messsystem (Smart Meter)moderne Messeinrichtung plus Smart-Meter-Gatewayjaja, an Messstellenbetreiber und Lieferanten
Doppeltarifzähleranalog oder digitalnicht zwingendnicht zwingend
Eigene Übersicht. Ob ein bestimmter Zähler Einspeisung erfasst, steht im Datenblatt des Messstellenbetreibers.
Welcher Zähler kommt bei dir zum Einsatz?

Betreibst du ein Balkonkraftwerk bis 800 VA und verbrauchst unter 6.000 kWh im Jahr?Typischer Fall in Mietwohnung und Reihenhaus.

Moderne Messeinrichtung

Hast du eine PV-Anlage bis 7 kW und keinen hohen Verbrauch?Einspeisevergütung läuft über den Wert 2.8.0.

Moderne Messeinrichtung

Liegt dein Verbrauch über 6.000 kWh oder die Anlage über 7 kW?§ 29 Abs. 1 MsbG.

Intelligentes Messsystem

Läuft bei dir noch ein alter Ferraris-Zähler?Beim Balkonkraftwerk erlaubt § 10a Abs. 3 EEG den Betrieb bis zum Tausch.

Tausch abwarten
Erste Einordnung nach §§ 29 MsbG und 10a EEG. Welchen Zähler du konkret bekommst, entscheidet der Messstellenbetreiber.

Zweirichtungszähler: fünf Tipps aus der Praxis

Mit wenigen Handgriffen holst du mehr aus deinem Zähler heraus und vermeidest Ärger bei der Abrechnung.

Tipps und Tricks aus der Praxis

Fünf Tipps rund um Bezug und Einspeisung

  1. Beide Werte regelmäßig notieren. Schreib 1.8.0 und 2.8.0 einmal im Monat auf. So siehst du, wie viel Netzstrom deine Solaranlage dir tatsächlich erspart.
  2. Eigenverbrauch berechnen. Ziehe die Einspeisung von der Erzeugung laut Wechselrichter-App ab. Das Ergebnis ist der Solarstrom, den du selbst verbraucht hast.
  3. Stromrechnung prüfen. Abgerechnet wird der Bezug unter 1.8.0. Steht auf der Rechnung ein höherer Wert als dein notierter Zählerstand, melde dich beim Anbieter.
  4. Messentgelt kontrollieren. Vergleiche das Entgelt für den Messstellenbetrieb mit den gesetzlichen Preisobergrenzen. Für eine moderne Messeinrichtung sind höchstens 25 Euro im Jahr erlaubt.
  5. Den Reststrom günstig einkaufen. Auch mit Solaranlage kommt ein Teil deines Stroms aus dem Netz. Ein günstiger Stromtarif senkt genau diesen Teil der Stromkosten.

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Häufige Fragen zum Zweirichtungszähler

Was ist ein Zweirichtungszähler?

Es ist ein Stromzähler mit zwei Zählwerken. Er misst getrennt, wie viel Strom du aus dem Netz beziehst und wie viel Strom deine PV-Anlage oder dein Balkonkraftwerk ins öffentliche Netz einspeist. Beide Werte laufen nur vorwärts und werden nicht miteinander verrechnet.

Wie lese ich einen Zweirichtungszähler ab?

Schalte die Anzeige am Display durch, bis die Kennzahl 1.8.0 erscheint, und notiere den Wert. Danach suchst du 2.8.0 und notierst auch diesen Wert. Je nach Modell wechselt die Anzeige automatisch, per Taste oder per Lichtsignal mit einer Taschenlampe.

Was bedeuten 1.8.0 und 2.8.0?

1.8.0 zeigt den Strombezug aus dem Netz in Kilowattstunden, also den Strom, den dein Stromanbieter abrechnet. 2.8.0 zeigt die Einspeisung ins Netz. Bei Zählern mit zwei Tarifen siehst du zusätzlich 1.8.1 und 1.8.2 für die einzelnen Tarifstufen.

Brauche ich für ein Balkonkraftwerk einen Zweirichtungszähler?

Auf Dauer ja, aber du musst nicht darauf warten. Nach § 10a Abs. 3 EEG darf ein Balkonkraftwerk schon vor dem Zählertausch mit dem vorhandenen Zähler betrieben werden. Den Tausch übernimmt der Messstellenbetreiber, du musst ihn nicht selbst beauftragen.

Was kostet ein Zweirichtungszähler?

Eine moderne Messeinrichtung kostet beim grundzuständigen Messstellenbetreiber höchstens 25 Euro brutto pro Jahr (§ 32 MsbG). Für ein intelligentes Messsystem liegen die Preisobergrenzen je nach Verbrauch oder Anlagengröße zwischen 40 und 140 Euro pro Jahr (§ 30 MsbG).

Wer baut den Zweirichtungszähler ein?

Der Messstellenbetreiber, in den meisten Fällen der örtliche Netzbetreiber als grundzuständiger Messstellenbetreiber. Ein Elektriker darf den Abrechnungszähler nicht einfach selbst tauschen, weil der Zähler dem Messstellenbetreiber gehört und verplombt ist.

Darf sich mein alter Stromzähler rückwärts drehen?

Ein Ferraris-Zähler ohne Rücklaufsperre dreht sich rückwärts, wenn dein Balkonkraftwerk mehr erzeugt, als du verbrauchst. § 10a Abs. 3 EEG erlaubt den Betrieb eines Steckersolargeräts mit der bereits vorhandenen Messeinrichtung bis zum Einbau eines neuen Zählers.

Ist ein Zweirichtungszähler ein Smart Meter?

Nicht unbedingt. Eine moderne Messeinrichtung kann Bezug und Einspeisung erfassen, sendet aber keine Daten. Erst mit einem Smart-Meter-Gateway wird daraus ein intelligentes Messsystem, umgangssprachlich Smart Meter, das die Werte automatisch übermittelt.

Ab wann ist ein Smart Meter Pflicht?

Nach § 29 Abs. 1 MsbG erhalten Haushalte mit einem Jahresstromverbrauch von mehr als 6.000 kWh ein intelligentes Messsystem. Für Anlagenbetreiber mit mehr als 7 Kilowatt installierter Leistung sieht das Gesetz ein intelligentes Messsystem mit Steuerungseinrichtung vor, soweit es für den Rollout erforderlich ist.

Fazit: Zweirichtungszähler einfach erklärt

Das Gerät misst Bezug und Einspeisung getrennt und ist die Grundlage für eine saubere Abrechnung, sobald eine Solaranlage oder ein Balkonkraftwerk Strom ins Netz gibt. Beim Ablesen zählen zwei Werte: 1.8.0 für den Strom aus dem Netz und 2.8.0 für die Einspeisung. Ein Balkonkraftwerk darf bis zum Zählertausch am vorhandenen Zähler laufen, den Einbau übernimmt der Messstellenbetreiber. Für eine moderne Messeinrichtung zahlst du höchstens 25 Euro im Jahr. Notiere deine Zählerstände regelmäßig, dann siehst du schwarz auf weiß, was deine Anlage bringt und wie viel Netzstrom du noch einkaufst.

Christian Grünefeld · Ganter Energie

Ganter Energie vermittelt Strom- und Gastarife für Haushalte und Gewerbe. Die Angaben hier sind allgemeine Informationen anhand der genannten Quellen, Stand 11.10.2026. Die Beispielrechnung ist eine eigene Rechnung mit Beispielwerten. Die Angaben ersetzen keine Rechts- oder Energieberatung.

Quellen und Stand der Angaben

Gesetzestexte · lxgesetze.de · Wortlaut geprüft am 5. und 11. Oktober 2026

Weiterführend · Links geprüft am 6. Oktober 2026