Energiekosten in der Bäckerei: Verbrauch, Kosten und Sparpotenzial
Wie viel Strom und Gas eine Bäckerei je Kilogramm Mehl braucht, welche Geräte am meisten verbrauchen, wie du deine Energiekosten einordnest und wo du sparst.
Inhalt anzeigen
Kurz gesagt: Eine Bäckerei braucht im Schnitt rund 3,4 kWh Energie je Kilogramm verarbeitetem Mehl, so der Leitfaden des Netzwerks EnEff Bäckerei. Die Backöfen stehen für 40 bis 50 Prozent des Energieverbrauchs, die Kälteanlagen oft für einen großen Teil des Stroms. Strom verursacht laut einer Branchenbroschüre der ASEW rund zwei Drittel der Energiekosten. Mit Maßnahmen an Ofen, Kälte und Lüftung sind nach dem Leitfaden bis zu 30 Prozent Einsparung möglich, dazu kommt der Tarif als Hebel.
Im Bäckerhandwerk laufen Öfen, Gärunterbrecher und Kühlzellen oft schon mitten in der Nacht. Entsprechend hoch sind Strom- und Gasverbrauch, und jede Preiserhöhung schlägt direkt auf die Kalkulation von Brot und Brötchen durch.
Hohe Energiekosten sind für viele Bäcker in Deutschland ein großes Thema. Steigende Kosten für Strom und Gas lassen sich nur begrenzt über höhere Preise an die Kunden weitergeben, denn auch Rohstoffe wie Mehl und die Löhne sind wichtige Kostenblöcke. Umso wichtiger ist es, die Energiekosten für Bäckereien genau zu kennen und in der Produktion dort anzusetzen, wo beim Backen und Kühlen die meiste Energie verbraucht wird.
Hier erfährst du, wie viel Energie ein Backbetrieb typischerweise braucht, wofür der Strom draufgeht, wie du deine Energiekosten einordnest und mit welchen Maßnahmen und Tarifen du sparst. Wir beraten deutschlandweit online, telefonisch und per WhatsApp.
- Richtwert: rund 3,4 kWh Energie je kg Mehl (Leitfaden EnEff Bäckerei).
- Backöfen: 40 bis 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs.
- Strom macht rund zwei Drittel der Energiekosten aus (ASEW).
- Energie steht für etwa 2 bis 5 Prozent der Kosten einer Bäckerei.
- Bäckereien zählen zum produzierenden Gewerbe und können eine Stromsteuer-Entlastung prüfen (§ 9b StromStG).
Wie viel Energie verbraucht eine Bäckerei?
Der beste Maßstab für den Energieverbrauch einer Bäckerei ist die Menge an verarbeitetem Mehl. Der Leitfaden „Energieeffizienz in Bäckereien“ des Netzwerks EnEff Bäckerei nennt durchschnittlich rund 3,4 kWh Energie je Kilogramm Mehl, also für Strom, Brennstoffe und Fahrzeuge zusammen. Eine Broschüre der ASEW für das Bäcker- und Konditorhandwerk nennt für Bäckereien mit strombetriebenen Backöfen einen Stromverbrauch von 3,2 bis 3,6 kWh je Kilogramm Mehl, ohne Transport.
| Energieträger | Verbrauch pro Jahr | Anteil |
|---|---|---|
| Strom | 1.358 MWh | 41 % |
| Brennstoff (Gas oder Öl) | 1.595 MWh | 48 % |
| Treibstoff (Fahrzeuge) | 347 MWh | 11 % |
Eigene Rechnung: Ein Handwerksbetrieb, der 100 Tonnen Mehl im Jahr verbäckt, kommt mit dem Richtwert von 3,4 kWh je Kilogramm auf rund 340.000 kWh Energie im Jahr. Wie sich das auf Strom und Gas verteilt, hängt vor allem davon ab, ob deine Öfen elektrisch oder mit Gas beziehungsweise Öl beheizt werden.
Die größten Energieverbraucher in der Backstube
Laut Leitfaden entfallen 40 bis 50 Prozent der Energie auf die Backöfen, die Kälteanlagen stehen für rund 40 Prozent des Stromverbrauchs. Die ASEW-Broschüre, die Bäckereien mit Elektroöfen betrachtet, kommt auf andere Anteile: 65 Prozent des Stroms für den Backprozess, 17 Prozent für Kältegeräte, 9 Prozent für Warmwasser, 8 Prozent für Raumwärme und 1 Prozent für Beleuchtung. Wie groß der Anteil der Kälte am Strom ist, hängt also stark davon ab, ob die Öfen elektrisch beheizt werden.
- Backöfen: Etagenöfen, Stikkenöfen und Durchlauföfen sind die größten Einzelverbraucher.
- Kälte: Gärunterbrecher, Gärvollautomaten, Kühl- und Tiefkühlzellen laufen rund um die Uhr.
- Warmwasser: Im Schnitt werden laut ASEW 3 Liter Warmwasser je Kilogramm Mehl gebraucht.
- Lüftung und Abluft: Dunstabzüge und Lüftungsanlagen über den Öfen.
- Filialen: Kühltheken, Backstationen zum Aufbacken, Kaffeemaschinen und Beleuchtung im Verkauf.
Energiekosten für Bäckereien einordnen: Was ist normal?
Nach dem Leitfaden ist Energie für etwa 2 bis 5 Prozent der Kosten einer Bäckerei verantwortlich. Das klingt wenig, doch bei knappen Margen in der Branche und steigenden Preisen für Energie macht jeder Prozentpunkt einen Unterschied. Rechne deshalb deine Energiekosten je Kilogramm Mehl aus: Stromkosten und Gaskosten eines Jahres geteilt durch die verarbeitete Mehlmenge. So vergleichst du Jahre miteinander, auch wenn sich Sortiment oder Absatz ändern.
Größere Bäckereien mit mehr als 100.000 kWh Strom im Jahr werden in der Regel mit Leistungsmessung abgerechnet. Dann zählt neben der Menge auch die höchste Last. Heizen morgens alle Öfen gleichzeitig auf, entsteht eine Lastspitze, die den Leistungspreis für das ganze Jahr bestimmt. Wie du das vermeidest, zeigt der Ratgeber Lastmanagement.
Hohe Energiekosten senken: Ofen, Kälte, Lüftung
Der Leitfaden hält Einsparungen von bis zu 30 Prozent für erreichbar. Die wichtigsten Ansatzpunkte:
Weitere Ideen für Handwerksbetriebe findest du unter Energiekosten senken im Unternehmen. Für größere Betriebe kann eine Energieberatung oder ein Energieaudit helfen, die Maßnahmen zu priorisieren.
Stromsteuer-Entlastung für Bäckereien
Wer Backwaren selbst produziert, gehört zum produzierenden Gewerbe. Unternehmen des produzierenden Gewerbes können nach § 9b StromStG eine Entlastung bei der Stromsteuer für den betrieblich genutzten Strom beantragen. Ob und in welcher Höhe das für deinen Betrieb gilt, etwa wenn ein großer Teil des Umsatzes in eigenen Filialen oder im Café entsteht, klärst du am besten mit deinem Steuerberater. Den Ablauf erklärt der Ratgeber Energiesteuer-Rückerstattung für Unternehmen.
Gewerbestrom und Gewerbegas für die Bäckerei
Neben dem Verbrauch entscheidet der Einkaufspreis über deine Energiekosten. Vergleiche Gewerbestrom und Gewerbegas getrennt und immer mit deinem echten Jahresverbrauch. Achte auf Laufzeit, Preisgarantie und Kündigungsfrist, bei größeren Betrieben auch auf die Beschaffungsstrategie. Wie das geht, erklären die Ratgeber Gewerbestrom vergleichen, Gewerbegas vergleichen und Energiebeschaffung.
- Notiere jeden Monat Zählerstände und verarbeitete Mehlmenge, dann siehst du Ausreißer sofort.
- Prüfe Türdichtungen an Kühlzellen und Gärunterbrechern regelmäßig.
- Schalte Öfen nicht früher ein als nötig und staffle das Aufheizen.
- Rechne Filialen und Backstube getrennt ab, wenn es getrennte Zähler gibt.
- Vergleiche Strom- und Gasvertrag zwei bis drei Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist.
Schick uns die letzte Strom- und Gasrechnung deiner Bäckerei. Wir prüfen Tarif und Verbrauch und holen auf Wunsch passende Angebote für Backstube und Filialen ein, deutschlandweit online und ohne Termin vor Ort. Kostenlos prüfen lassen.
Energiekosten deiner Bäckerei prüfen lassen
Du willst wissen, ob deine Bäckerei zu viel für Strom und Gas zahlt? Schick uns die letzten Rechnungen mit Verbrauch und Zählerdaten. Wir prüfen Tarife und Einstufung und holen auf Wunsch vergleichbare Angebote ein. Du entscheidest selbst.
Häufige Fragen zu Energiekosten in der Bäckerei
Wie viel Strom verbraucht eine Bäckerei?
Bäckereien mit Elektroöfen brauchen laut ASEW 3,2 bis 3,6 kWh Strom je Kilogramm Mehl. Bei Gasöfen ist der Stromanteil geringer, dafür kommt Gas hinzu.
Welcher Anteil der Kosten entfällt auf Energie?
Nach dem Leitfaden des Netzwerks EnEff Bäckerei etwa 2 bis 5 Prozent der Kosten. Strom macht laut ASEW rund zwei Drittel der Energiekosten aus.
Was verbraucht in der Bäckerei am meisten Energie?
Die Backöfen mit 40 bis 50 Prozent des Energieverbrauchs, danach Kälteanlagen wie Gärunterbrecher und Kühlzellen.
Wie viel Energie kann eine Bäckerei sparen?
Der Leitfaden hält bis zu 30 Prozent für erreichbar, vor allem durch volle Ofenbelegung, entlastete Kälteanlagen, angepasste Lüftung und Abwärmenutzung.
Bekommt eine Bäckerei die Stromsteuer zurück?
Bäckereien zählen zum produzierenden Gewerbe und können eine Entlastung nach § 9b StromStG beantragen. Die Details klärst du am besten mit deinem Steuerberater.
Brauche ich Gewerbestrom für meine Bäckerei?
Ja, für Backstube und Filialen ist ein Gewerbetarif üblich. Vergleiche Strom und Gas getrennt mit deinem tatsächlichen Jahresverbrauch.
Fazit: Ofen, Kälte und Tarif entscheiden
Mit rund 3,4 kWh je Kilogramm Mehl hast du einen einfachen Richtwert, um deinen Verbrauch einzuordnen. Die größten Hebel liegen bei den Backöfen, der Kälte und der Lüftung, bis zu 30 Prozent Einsparung sind nach dem Leitfaden möglich. Prüfe außerdem die Stromsteuer-Entlastung und vergleiche Strom und Gas regelmäßig.
Quellen und Stand der Angaben
Branchenleitfäden · Abgerufen am 30. September 2026
- Netzwerk EnEff Bäckerei: Leitfaden Energieeffizienz in Bäckereien – Energie je kg Mehl, Kostenanteil, Verteilung, Einsparpotenzial
- ASEW / proKlima: Informationen für das Bäcker- und Konditorhandwerk – Stromverbrauch je kg Mehl, Verbraucheranteile, Spartipps
Gesetzestexte · Wortlaut geprüft am 30. September 2026
- § 9b StromStG – Steuerentlastung für Unternehmen des produzierenden Gewerbes






