Nachtabsenkung: Spart sie Heizkosten und wie stellst du sie richtig ein?
Wann sich die Nachtabsenkung lohnt, was sie bei Gasheizung, Wärmepumpe und Fußbodenheizung bringt, welche Temperatur nachts passt und wie du sie am Regler oder Thermostat einstellst.
Inhaltsverzeichnis
Kurz gesagt: Eine Nachtabsenkung lohnt sich vor allem bei einer Gas- oder Ölheizung mit Heizkörpern in einem älteren, wenig gedämmten Haus. Dort spart eine konsequente zentrale Absenkung laut Verbraucherzentrale etwa 5 bis 12 Prozent Heizenergie. Bei Wärmepumpe und Fußbodenheizung bringt eine starke Absenkung dagegen wenig, und die Raumtemperatur sollte nachts nicht unter 16 °C fallen.
Nachts schläfst du, die Wohnung muss nicht 21 Grad warm sein. Genau dafür haben fast alle Heizungsanlagen eine Nachtabsenkung: Für ein festes Zeitfenster heizt die Heizung mit niedrigerer Temperatur und spart so Energie. Ob das wirklich Heizkosten senkt, ist beim Thema Nachtabsenkung aber eine der am häufigsten diskutierten Fragen rund ums Heizen. Mal heißt es, das Wiederaufheizen am Morgen fresse alles auf, mal, man solle die Heizung nachts ganz abdrehen.
Die Antwort hängt von deinem Heizsystem und deinem Gebäude ab. In diesem Ratgeber erfährst du, wie die Nachtabsenkung funktioniert, wann sie sich lohnt und wann nicht, welche Temperatur nachts passt und wie du die Nachtabsenkung am Regler und am Thermostat einstellst.
Die Nachtabsenkung spart Energie, aber nicht in jedem Haus gleich viel:
- Gas- oder Ölheizung mit Heizkörpern: meist sinnvoll, im Einfamilienhaus etwa 5 bis 12 Prozent weniger Heizenergie.
- Wärmepumpe, Fußbodenheizung: starke Absenkung bringt wenig, oft sinkt sogar die Effizienz.
- Temperatur: nachts etwa 17 bis 18 °C, nie unter 16 °C (Schimmelgefahr).
- Einstellen: über das Zeitprogramm der Heizungsregelung oder programmierbare Thermostate.
Wie funktioniert die Nachtabsenkung der Heizung?
Bei der Nachtabsenkung handelt es sich um eine Funktion der Heizungsregelung: Für ein festgelegtes Zeitfenster, besonders in der Nacht, senkt sie die Temperatur ab. Kessel und Pumpe laufen dabei weiter, nur mit niedrigerer Temperatur. Technisch verschiebt die Regelung dafür die Heizkurve parallel nach unten: Durch diese Absenkung der Vorlauftemperatur der Heizung werden die Räume etwas kühler, das Haus verliert weniger Wärme nach außen. Am Morgen fährt die Heizungsanlage wieder auf normalen Betrieb hoch.
Die Verbraucherzentrale unterscheidet zwei Wege:
- Zentrale Nachtabsenkung: Du stellst sie am Wärmeerzeuger ein, also am Gas- oder Ölkessel, an der Wärmepumpe oder an der Fernwärmestation. Die Thermostate bleiben, wie sie sind. Die Absenkung gilt für das ganze Heizsystem.
- Manuelle Absenkung: Du drehst abends die Thermostate an den Heizkörpern herunter oder lässt das programmierbare Thermostate automatisch erledigen. Das ist vor allem in Mietwohnungen der übliche Weg.
Davon zu unterscheiden ist die Nachtabschaltung. Dabei bleibt die Heizung komplett aus, Kessel und Pumpe laufen nicht. Das spart gegenüber der Absenkung in der Nacht mehr, birgt im Winter aber ein höheres Risiko, dass Räume stark auskühlen.
Übrigens: Eine Regelung, die die Wärmezufuhr zeitabhängig verringert und abschaltet, ist für Zentralheizungen Pflicht. § 61 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG, früher GEG) verlangt selbsttätig wirkende Einrichtungen, die die Wärmezufuhr abhängig von der Außentemperatur und der Zeit verringern und unterbrechen. Bestandsanlagen ohne solche Technik mussten bis zum 30. September 2021 nachgerüstet werden. Die Funktion ist bei deiner Heizung also sehr wahrscheinlich vorhanden, du musst sie nur nutzen.
Ist die Nachtabsenkung sinnvoll? Was sie wirklich spart
Lohnt sich eine Nachtabsenkung? In vielen Häusern ja, auch wenn die Antwort von vielen Faktoren abhängt. Ein Haus verliert umso mehr Wärme, je größer der Temperaturunterschied zwischen innen und außen ist. Senkst du die Raumtemperatur nachts ab, ist dieser Unterschied kleiner, und es geht weniger Energie verloren. Das Wiederaufheizen am Morgen kostet zwar Energie, aber in den meisten Fällen weniger, als in der Nacht eingespart wurde.
Wie stark der Energieverbrauch sinkt, nennt die Energieberatung der Verbraucherzentrale konkret: Wer im Einfamilienhaus konsequent eine zentrale Nachtabsenkung nutzt, verbraucht etwa 5 bis 12 Prozent weniger Heizenergie als mit Durchheizen. In großen Mehrfamilienhäusern ist die Einsparung durch Absenken am Thermostat kleiner, weil die Bewohner unterschiedlich heizen. Energie und Kosten sparen lassen sich aber auch dort.
Zwei weitere Orientierungswerte: Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart laut Verbraucherzentrale etwa 6 Prozent Heizenergie. Und programmierbare Thermostate, die nachts und bei Abwesenheit automatisch absenken, können laut Umweltbundesamt etwa 10 Prozent Energie sparen.
Ein Einfamilienhaus verbraucht im Jahr 15.000 kWh Gas fürs Heizen. Bei 5 bis 12 Prozent Einsparung durch die Nachtabsenkung wären das rund 750 bis 1.800 kWh weniger. Was das in Euro bedeutet, hängt von deinem Arbeitspreis ab. Wie viel Gas für dein Haus normal ist, zeigt dir unser Ratgeber zum zu hohen Gasverbrauch.
Wie groß das Einsparpotenzial bei dir ist, hängt vor allem von drei Faktoren ab: vom Heizsystem, von der Dämmung und von der Bauweise. Die folgende Entscheidungshilfe fasst das zusammen.
Gas- oder Ölheizung mit Heizkörpern im AltbauWenig gedämmt, Räume kühlen schnell aus und heizen schnell auf.
Meist jaMietwohnung im MehrfamilienhausZentrale Absenkung meist nicht möglich.
Am ThermostatGut gedämmter Neubau, massive BauweiseDas Gebäude kühlt nachts kaum aus.
Wenig EffektWärmepumpe oder FußbodenheizungTräge Systeme, die mit niedriger Temperatur am effizientesten laufen.
Kaum sinnvollNachtabsenkung bei der Heizung: Gasheizung, Wärmepumpe, Fußbodenheizung
Nicht alle Heizsysteme profitieren gleich. Am stärksten entscheidet das Heizsystem darüber, ob die Nachtabsenkung sinnvoll ist. Die Verbraucherzentrale schreibt ausdrücklich, dass ihre Empfehlungen zur Nachtabsenkung für Heizkessel mit Heizkörpern gelten.
| Heizsystem | Nachtabsenkung | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Gas- oder Ölheizung mit Heizkörpern | sinnvoll | zentral über das Zeitprogramm, bei mildem Wetter auch Nachtabschaltung testen |
| Fernwärme mit Heizkörpern | meist sinnvoll | Absenkung an der Übergabestation oder am Thermostat |
| Wärmepumpe | höchstens leicht | arbeitet bei konstanter, niedriger Temperatur meist effizienter |
| Fußbodenheizung | kaum sinnvoll | reagiert träge, lange Abkühl- und Aufheizphasen |
| Etagenheizung in der Mietwohnung | sinnvoll | Zeitprogramm der Therme oder Thermostate nutzen |
Gas- und Ölheizung mit Heizkörpern
Hier bietet die Nachtabsenkung den größten Nutzen. Heizkörper geben ihre Wärme schnell ab und bringen einen Raum am Morgen in kurzer Zeit wieder auf Temperatur. Bei mildem Wetter empfiehlt die Verbraucherzentrale sogar, von der Nachtabsenkung auf die Nachtabschaltung umzustellen. Fällt die Raumtemperatur bei Kälte dabei aber unter 16 °C, stellst du besser wieder auf Nachtabsenkung zurück.
Nachtabsenkung bei der Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe arbeitet am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen, laut Verbraucherzentrale zwischen 30 und 50 Grad. Nach einer starken Absenkung muss sie am Morgen mit höherer Vorlauftemperatur nachheizen, und genau das senkt ihre Effizienz. Die Verbraucherzentrale hält fest, dass eine starke Absenkung oder Abschaltung bei Wärmepumpen wenig bringt: Der Komfort sinkt durch längere Aufheizzeiten, und die Effizienz leidet meist sogar. Wärmepumpen laufen häufig bei konstanter Temperatur effizienter. Wichtiger als die Nachtabsenkung ist hier eine möglichst niedrige Heizkurve. Mehr dazu im Ratgeber zum Stromverbrauch der Wärmepumpe.
Nachtabsenkung bei der Fußbodenheizung
Fußbodenheizungen speichern Wärme im Estrich und reagieren entsprechend träge. Bis eine Absenkung im Raum ankommt, ist die Nacht oft fast vorbei, und das Aufheizen am Morgen dauert lange. Wegen dieser Trägheit bewertet die Verbraucherzentrale Energieberatung die zentrale Absenkung bei Fußbodenheizungen und Wandheizungen deshalb als wenig lohnend. Läuft die Wärmepumpe in Kombination mit einer Fußbodenheizung, verzichtest du in der Regel ganz auf eine starke Nachtabsenkung und setzt stattdessen auf eine gut eingestellte Heizkurve.
Altbau oder Neubau: Wo wird am meisten eingespart?
Ein schlecht gedämmtes Gebäude verliert viel Wärme und kühlt nachts schnell aus. Hier ist das Einsparpotenzial der Nachtabsenkung am größten. Je schlechter die Dämmung, desto mehr Energie geht beim Durchheizen verloren. Laut Viessmann profitieren vor allem Altbauten ohne energetische Sanierung in leichter Bauweise.
In gut gedämmten Gebäuden lohnt sie sich weniger, denn die Räume kühlen nachts nur langsam ab. Die Temperatur sinkt kaum, also wird auch kaum Energie eingespart. Bei massiver Bauweise mit guter Dämmung verpufft der Effekt laut Viessmann weitgehend. Für Neubauten und frisch sanierte Häuser hält der Hersteller eine Nachtabsenkung in der Regel nicht für empfehlenswert. Sinnvoll bleibt sie dort trotzdem, wenn du sie schwach einstellst und das Haus nicht spürbar auskühlt.
Plant ihr ohnehin einen Heizungstausch, lohnt sich ein Blick in unseren Ratgeber zur Wärmepumpe im Altbau. Dort steht auch, warum du für den Vorlauf-Test die Nachtabsenkung vorübergehend ausschaltest.
Nachtabsenkung einstellen: So gehst du vor
Wie du die Nachtabsenkung einstellst, hängt davon ab, ob du die Heizung selbst regelst oder nur an die Thermostate kommst.
Zentral am Heizungsregler
Die meisten Regelungen teilen den Tag in sogenannte Zeitphasen ein. Für jede Phase legst du fest, ob die Heizung im normalen oder im reduzierten Betrieb läuft. Je nach Hersteller heißt der reduzierte Betrieb auch Absenkbetrieb, Sparbetrieb oder Eco. Die genauen Menüpunkte stehen in der Bedienungsanleitung deiner Heizungsanlage.
Viessmann nennt als Beispiel ein Zeitprogramm mit reduziertem Betrieb von 22:15 bis 6:30 Uhr und einer weiteren Absenkung am Nachmittag, wenn niemand zu Hause ist. Moderne, selbstlernende Regelungen bestimmen selbst, wann sie absenken und wann sie mit dem Aufheizen beginnen müssen, damit es zur gewünschten Zeit warm ist.
Ob sich Sparmaßnahmen wie die Nachtabsenkung bei dir lohnen, hängt auch davon ab, wie hoch deine Heizkosten heute sind. Ordne sie mit dem Rechner ein:
RechnerHeizkosten pro Quadratmeter berechnenKostenlos, ohne Anmeldung. Mit Einordnung deiner Werte.Manuell über die Thermostate
In vielen Wohnungen kommst du nicht an die zentrale Regelung. Dann senkst du die Temperatur am Thermostat ab: Dreh die Thermostatventile abends auf eine niedrigere Stufe, etwa Stufe 2,5 statt 3. Das entspricht laut Verbraucherzentrale ungefähr 18 statt 20 °C. Die Heizkörper geben dann weniger Wärme ab. Bequemer geht das mit programmierbaren oder smarten Heizkörperthermostaten, die nach Zeitplan herunter- und rechtzeitig wieder hochregeln. Die Verbraucherzentrale weist allerdings darauf hin, dass falsch eingestellte programmierbare Thermostate die Einsparung schmälern können. Prüf also, ob die Zeiten wirklich zu eurem Alltag passen.
Welche Raumtemperatur nachts? Etwa 17 Grad Celsius und mehr
Für die Raumtemperatur nachts gibt es keine einheitliche Zahl, aber einen klaren Rahmen:
- Etwa 18 °C empfiehlt das Umweltbundesamt nachts und bei einigen Stunden Abwesenheit.
- Nicht unter 17 Grad Celsius rät Viessmann, weil eine tiefere Absenkung die Aufheizphase am Morgen verlängert und die Einsparung aufzehren kann.
- Nie unter 16 °C sollte es laut Verbraucherzentrale werden, sonst steigt das Risiko von Schimmelbildung.
Als Raumtemperaturen reichen laut Verbraucherzentrale Energieberatung im Schlafzimmer 16 bis 19 °C, in Wohnräumen tagsüber 20 bis 22 °C. Welche Raumtemperatur in welchem Raum sinnvoll ist, haben wir in einem eigenen Ratgeber zusammengestellt.
Kühlen Räume zu stark aus, schlägt sich Feuchtigkeit an den kalten Wänden nieder. Um Schimmelbildung zu vermeiden, senke die Temperatur nicht unter 16 °C und dreh die Heizung im Winter nicht komplett ab. Auch bei mehreren Tagen Abwesenheit empfiehlt die Verbraucherzentrale Absenk- oder Frostschutzbetrieb statt Abschalten, denn ein ausgekühltes Gebäude braucht ein bis zwei Tage, bis es wieder warm ist. Der Frostschutzbetrieb verhindert zudem, dass Leitungen bei Temperaturen unter null Grad einfrieren.
Nachtabsenkung in der Mietwohnung und im Mehrfamilienhaus
Im Mehrfamilienhaus ist eine zentrale Nachtabsenkung laut Verbraucherzentrale Energieberatung meist rechtlich nicht möglich, weil die Beheizung jeder Wohnung jederzeit möglich sein muss, etwa für Menschen im Schichtdienst. Für Mieter bleibt deshalb die Absenkung am eigenen Thermostat der übliche Weg.
Umgekehrt darf der Vermieter eine Nachtabsenkung einstellen, er ist dazu aber nicht verpflichtet. Eine gesetzlich festgelegte Mindesttemperatur gibt es nicht. Laut Juraforum wird in der Rechtsprechung für die Nacht häufig eine Mindesttemperatur von etwa 18 °C genannt. Wird es in deiner Wohnung nachts deutlich kälter, informier deinen Vermieter schriftlich.
Nachtabsenkung richtig nutzen: fünf Tipps zur Energieeinsparung
Mit diesen Hinweisen holst du aus der Nachtabsenkung das Maximum heraus, ohne auf Komfort zu verzichten.
Fünf Hebel für mehr Ersparnis
- Werktage und Wochenende trennen. Nutze das Wochenprogramm, damit die Heizung am Samstag nicht schon um sechs Uhr hochfährt.
- Rechtzeitig aufheizen. Lass die Heizung rechtzeitig wieder hochfahren, damit es beim Aufstehen warm ist. Wie viel Vorlauf dein Haus braucht, zeigt dir eine Woche Beobachtung.
- Bei mildem Wetter abschalten. Mit Gas- oder Ölkessel und Heizkörpern kannst du in der Übergangszeit die Nachtabschaltung testen, solange es nicht unter 16 °C abkühlt.
- Erst die Heizkurve, dann die Absenkung. Eine zu hoch eingestellte Heizkurve kostet rund um die Uhr Energie. Wie du sie anpasst, steht im Ratgeber Heizkurve einstellen.
- Im Urlaub absenken statt abschalten. Bei mehreren Tagen Abwesenheit reichen laut Umweltbundesamt etwa 15 °C. Weitere Ideen findest du unter Heizkosten sparen.
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Die Nachtabsenkung senkt deinen Verbrauch. Wie viel du pro Kilowattstunde zahlst, entscheidet aber dein Gas- oder Stromtarif. Wir prüfen kostenlos, ob ein günstigerer Tarif für dich drin ist.
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Häufige Fragen zur Nachtabsenkung
Was ist eine Nachtabsenkung?
Bei der Nachtabsenkung senkt die Heizungsregelung für ein festes Zeitfenster die Temperatur ab, meist nachts. Kessel und Pumpe laufen weiter, nur mit niedrigerer Vorlauftemperatur. Am Morgen heizt die Anlage wieder auf normale Temperatur. Bei der Nachtabschaltung bleibt die Heizung dagegen ganz aus.
Lohnt sich die Nachtabsenkung?
Bei einer Gas- oder Ölheizung mit Heizkörpern lohnt sie sich meist, vor allem in älteren, wenig gedämmten Häusern. In gut gedämmten Neubauten ist der Effekt gering. Bei Wärmepumpen und Fußbodenheizungen bringt eine starke Absenkung laut Verbraucherzentrale wenig und kann die Effizienz sogar verschlechtern.
Wie viel spart eine Nachtabsenkung?
Laut Energieberatung der Verbraucherzentrale spart eine konsequente zentrale Nachtabsenkung im Einfamilienhaus etwa 5 bis 12 Prozent Heizenergie gegenüber Durchheizen. Bei 15.000 kWh Gasverbrauch im Jahr wären das rund 750 bis 1.800 kWh (eigene Rechnung).
Welche Temperatur ist bei der Nachtabsenkung sinnvoll?
Das Umweltbundesamt empfiehlt nachts etwa 18 °C, Viessmann rät, nicht unter 17 °C abzusenken. Unter 16 °C sollte die Raumtemperatur laut Verbraucherzentrale nicht fallen, weil sonst die Gefahr von Schimmelbildung steigt.
Von wann bis wann sollte die Nachtabsenkung laufen?
Richte die Zeiten nach deinem Alltag: Beginn etwa zur Schlafenszeit, Ende so, dass es beim Aufstehen warm ist. Viessmann nennt als Beispiel 22:15 bis 6:30 Uhr. Für Werktage und Wochenende kannst du unterschiedliche Zeiten einstellen.
Ist eine Nachtabsenkung bei der Wärmepumpe sinnvoll?
Meist nicht. Wärmepumpen arbeiten am effizientesten mit gleichmäßig niedriger Vorlauftemperatur. Nach einer starken Absenkung müssen sie mit höherer Temperatur nachheizen. Die Verbraucherzentrale hält eine starke Absenkung oder Abschaltung bei Wärmepumpen deshalb für wenig sinnvoll.
Lohnt sich die Nachtabsenkung bei Fußbodenheizung?
Kaum. Fußbodenheizungen speichern Wärme im Estrich und reagieren träge. Die Absenkung kommt im Raum erst spät an, und das Aufheizen dauert lange. Die Verbraucherzentrale bewertet die zentrale Nachtabsenkung bei Fußboden- und Wandheizungen deshalb als wenig lohnend.
Was ist besser: Nachtabsenkung oder Nachtabschaltung?
Bei Kälte ist die Nachtabsenkung meist die bessere Wahl, weil die Räume nicht zu stark auskühlen. Bei mildem Wetter empfiehlt die Verbraucherzentrale für Kessel mit Heizkörpern die Nachtabschaltung, solange die Raumtemperatur nicht unter 16 °C sinkt.
Darf der Vermieter nachts die Heizung absenken?
Ja, eine Nachtabsenkung ist erlaubt, der Vermieter muss sie aber nicht einrichten. Eine gesetzliche Mindesttemperatur gibt es nicht. In der Rechtsprechung wird für die Nacht laut Juraforum häufig etwa 18 °C genannt. Wird es deutlich kälter, informier deinen Vermieter schriftlich.
Fazit: Energiesparen mit Nachtabsenkung, passend zum Haus
Die Nachtabsenkung ist eine der einfachsten Maßnahmen, um Heizkosten zu sparen, und bei fast jeder Heizung schon eingebaut. Mit Gas- oder Ölkessel und Heizkörpern, besonders im Altbau, lohnt sie sich meist: Die Verbraucherzentrale nennt 5 bis 12 Prozent weniger Heizenergie im Einfamilienhaus. Bei Wärmepumpe und Fußbodenheizung fährst du mit einer gleichmäßigen, niedrigen Temperatur und einer gut eingestellten Heizkurve meist besser. Senke nachts auf etwa 17 bis 18 °C ab, nie unter 16 °C, und prüf am Gaszähler, was die Einstellung bei dir tatsächlich bringt.
Quellen und Stand der Angaben
Gesetzestexte · lxgesetze.de · Wortlaut geprüft am 12. Oktober 2026
- GModG (Gebäudemodernisierungsgesetz, früher GEG): § 61 Verringerung und Abschaltung der Wärmezufuhr
Weiterführend · Links geprüft am 12. Oktober 2026
- Verbraucherzentrale Energieberatung: Nachtabsenkung (Stand 10.03.2026)
- Verbraucherzentrale: Heizung optimieren und Heizkosten sparen (Stand 08.10.2026)
- Verbraucherzentrale: Heizung, 10 Tipps zum Heizkosten sparen (Stand 24.09.2026)
- Verbraucherzentrale: Wärmepumpe, alles, was Sie wissen müssen (Stand 14.04.2026)
- Umweltbundesamt: Heizen und Raumtemperatur (Stand 24.10.2023)
- Viessmann: Nachtabsenkung einstellen
- Juraforum: Heizpflicht in der Mietwohnung






